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Weiterbildungsordnung
gemäß den Beschlüssen der Kammerversammlung
der Ärztekammer Nordrhein vom 20. März, 20. November
2004, 12. Februar 2005 sowie vom 18. Juni 2005
in Düsseldorf

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Inhaltsverzeichnis
Seite
Abschnitt A: Paragraphenteil
5
Begriffserläuterungen
14
Allgemeine Bestimmungen für die Abschnitte B und C
15
Abschnitt B: Gebiete, Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen
16
1.
Gebiet Anästhesiologie
19
2.
Gebiet Anatomie
21
3.
Gebiet Arbeitsmedizin
22
4.
Gebiet Augenheilkunde
24
5.
Gebiet Biochemie
26
6.
Gebiet Chirurgie
27
6.1 FA Allgemeine Chirurgie
29
6.2 FA Gefäßchirurgie
30
6.3 FA Herzchirurgie
31
6.4 FA Kinderchirurgie
32
6.5 FA Orthopädie und Unfallchirurgie
33
6.6 FA Plastische und Ästhetische Chirurgie
34
6.7 FA Thoraxchirurgie
36
6.8 FA Visceralchirurgie
37
7.
Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
40
SP Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
41
SP Gynäkologische Onkologie
42
SP Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
43
8.
Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
45
8.1 FA Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
46
8.2 FA Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
47
9.
Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten
49
10. Gebiet Humangenetik
51
11. Gebiet Hygiene und Umweltmedizin
53
12. Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin
54
12.1 FA Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt)
55
12.2 FA Innere Medizin und SP Angiologie
56
FA Innere Medizin und SP Endokrinologie und Diabetologie
57
FA Innere Medizin und SP Gastroenterologie
58
FA Innere Medizin und SP Hämatologie und Onkologie
59
FA Innere Medizin und SP Kardiologie
61
FA Innere Medizin und SP Nephrologie
62
FA Innere Medizin und SP Pneumologie
63
FA Innere Medizin und SP Rheumatologie
64
13. Gebiet Kinder- und Jugendmedizin
66
SP Kinder-Hämatologie und -Onkologie
68
SP Kinder-Kardiologie
68
SP Neonatologie
69
SP Neuropädiatrie
70
14. Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
72
15. Gebiet Laboratoriumsmedizin
75
16. Gebiet Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
77
17. Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
79
18. Gebiet Neurochirurgie
81
19. Gebiet Neurologie
83
20. Gebiet Nuklearmedizin
85
21. Gebiet Öffentliches Gesundheitswesen
87
22. Gebiet Pathologie
89
22.1 FA Neuropathologie
90
22.2 FA Pathologie
91
23. Gebiet Pharmakologie
92
23.1 FA Klinische Pharmakologie
92
23.2 FA Pharmakologie und Toxikologie
93

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24. Gebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin
95
25. Gebiet Physiologie
97
26. Gebiet Psychiatrie und Psychotherapie
98
SP Forensische Psychiatrie
100
27. Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
101
28. Gebiet Radiologie
104
SP Kinderradiologie
105
SP Neuroradiologie
106
29. Gebiet Rechtsmedizin
107
30. Gebiet Strahlentherapie
109
31. Gebiet Transfusionsmedizin
112
32. Gebiet Urologie
114
Abschnitt C: Zusatz-Weiterbildungen
115
1.
Ärztliches Qualitätsmanagement
116
2.
Akupunktur
116
3.
Allergologie
117
4.
Andrologie
118
5.
Betriebsmedizin
119
6.
Dermatohistologie
120
7.
Diabetologie
121
8.
Flugmedizin
121
9.
Geriatrie
122
10. Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie
124
11. Hämostaseologie
125
12. Handchirurgie
125
13. Homöopathie
126
14. Infektiologie
127
15. Intensivmedizin
128
16. Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie
130
17. Kinder-Gastroenterologie
131
18. Kinder-Nephrologie
132
19. Kinder-Orthopädie
133
20. Kinder-Pneumologie
134
21. Kinder-Rheumatologie
135
22. Labordiagnostik - fachgebunden -
136
23. Magnetresonanztomographie - fachgebunden -
136
24. Manuelle Medizin / Chirotherapie
137
25. Medikamentöse Tumortherapie
138
26. Medizinische Informatik
139
27. Naturheilverfahren
140
28. Notfallmedizin
141
29. Orthopädische Rheumatologie
142
30. Palliativmedizin
142
31. Phlebologie
143
32. Physikalische Therapie und Balneologie
144
33. Plastische und Ästhetische Operationen
145
34. Proktologie
146
35. Psychoanalyse
147
36. Psychotherapie - fachgebunden -
148
37. Rehabilitationswesen
149
38. Röntgendiagnostik - fachgebunden -
150
39. Schlafmedizin
152
40. Sozialmedizin
153
41. Spezielle Orthopädische Chirurgie
154
42. Spezielle Schmerztherapie
154
43. Spezielle Unfallchirurgie
156
44. Sportmedizin
156
45. Suchtmedizinische Grundversorgung
157
46. Tropenmedizin
158

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Ärztliche Weiterbildung beinhaltet das Erlernen ärztlicher Fähigkeiten und Fertig-
keiten nach abgeschlossener ärztlicher Ausbildung und Erteilung der Erlaubnis
zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit. Kennzeichnend für die Weiterbildung ist
die praktische Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der ambulanten, stationären
und rehabilitativen Versorgung der Patienten.
Die Weiterbildung erfolgt in strukturierter Form, um in Gebieten die Qualifikation
als Facharzt, darauf aufbauend eine Spezialisierung in Schwerpunkten oder in ei-
ner Zusatz-Weiterbildung zu erhalten.
Die vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und Weiterbildungszeiten sind Min-
destanforderungen. Die Weiterbildungszeiten verlängern sich individuell, wenn
Weiterbildungsinhalte in der Mindestzeit nicht erlernt werden können.
Die Weiterbildung wird in angemessen vergüteter hauptberuflicher Ausübung der
ärztlichen Tätigkeit an zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt. Sie er-
folgt unter Anleitung befugter Ärzte in praktischer Tätigkeit und theoretischer Un-
terweisung sowie teilweise durch die erfolgreiche Teilnahme an anerkannten Kur-
sen.
Der Abschluss der zu dokumentierenden Weiterbildung wird auf Grund der von
den Weiterbildungsbefugten erstellten Zeugnisse und einer Prüfung beurteilt. Der
erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung wird durch eine Anerkennungsurkunde
bestätigt.
Die Weiterbildungsbezeichnung ist der Nachweis für erworbene Kompetenz. Sie
dient der Qualitätssicherung der Patientenversorgung und der Bürgerorientierung.
Im nachstehenden Text wird die Berufsbezeichnung "Arzt" ("Ärzte")
einheitlich und neutral für Ärztinnen und Ärzte verwendet.

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Abschnitt A
Paragraphenteil
§ 1
Ziel
Ziel der Weiterbildung ist der geregelte Erwerb festgelegter Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten,
um nach Abschluss der Berufsausbildung besondere ärztliche Kompetenzen zu erlangen. Die Weiter-
bildung dient der Sicherung der Qualität ärztlicher Berufsausübung.
§ 2
Struktur
(1)
Der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung führt
-
zur Facharztbezeichnung in einem Gebiet,
-
zur Schwerpunktbezeichnung im Schwerpunkt eines Gebietes
oder
-
zur Zusatzbezeichnung.
(2)
Ein Gebiet wird als ein definierter Teil in einer Fachrichtung der Medizin beschrieben. Die Gebiets-
definition bestimmt die Grenzen für die Ausübung der fachärztlichen Tätigkeit.
Wer innerhalb eines Gebietes die vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und -zeiten abgeleistet und
in einer Prüfung die dafür erforderliche Facharztkompetenz nachgewiesen hat, erhält eine Facharzt-
bezeichnung. Die in der Facharztkompetenz vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte beschränken
nicht die Ausübung der fachärztlichen Tätigkeiten im Gebiet.
(3)
Ein Schwerpunkt wird durch eine auf der Facharztweiterbildung aufbauenden Spezialisierung im Ge-
biet beschrieben.
Wer die innerhalb eines Schwerpunktes vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und -zeiten abge-
leistet und in einer Prüfung die dafür erforderliche fachliche Kompetenz nachgewiesen hat, erhält eine
Schwerpunktbezeichnung. Die in der Schwerpunktkompetenz vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte
beschränken nicht die Ausübung der fachärztlichen Tätigkeiten im Gebiet.
(4)
Eine Zusatz-Weiterbildung beinhaltet die Spezialisierung in Weiterbildungsinhalten, die zusätzlich zu
den Facharzt- und Schwerpunktweiterbildungsinhalten abzuleisten sind, sofern nichts anderes in Ab-
schnitt C geregelt ist.
Wer in der Zusatz-Weiterbildung die vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und -zeiten abgeleistet
und in einer Prüfung die dafür erforderliche fachliche Kompetenz nachgewiesen hat, erhält eine Zu-
satzbezeichnung.
Sind Weiterbildungszeiten gefordert, müssen diese zusätzlich zu den festgelegten Voraussetzungen
zum Erwerb der Bezeichnung abgeleistet werden, sofern nichts anderes in Abschnitt C geregelt ist.
Die Gebietsgrenzen fachärztlicher Tätigkeiten werden durch Zusatz-Weiterbildungen nicht erweitert.

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(5)
Der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung, der nach Erfüllung der vorgeschriebenen Weiter-
bildungsinhalte und -zeiten durch eine bestandene Prüfung gemäß §§ 12 bis 16 nachgewiesen wird,
bestätigt die fachliche Kompetenz.
(6)
Die Gebiete, Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen sind in Abschnitt B, die Zusatzbezeichnungen
in Abschnitt C aufgeführt.
§ 3
Führen von Bezeichnungen
(1)
Facharzt-, Schwerpunkt- und Zusatzbezeichnungen dürfen nach Maßgabe dieser Weiterbildungs-
ordnung unter Beachtung der Regeln der Berufsordnung geführt werden.
(2)
Schwerpunktbezeichnungen dürfen nur zusammen mit der zugehörigen Facharztbezeichnung geführt
werden.
(3)
Zusatzbezeichnungen dürfen nur zusammen mit der Bezeichnung "Arzt", "Praktischer Arzt" oder einer
Facharztbezeichnung geführt werden.
Zusatzbezeichnungen, die bestimmten Gebieten zugeordnet sind, dürfen nur zusammen mit den zu-
geordneten Facharztbezeichnungen geführt werden.
(4)
Hat ein Arzt die Anerkennung für mehrere Facharztbezeichnungen erhalten, darf er sie nebeneinander
führen. Zu den verwandten, nebeneinander führbaren Facharztbezeichnungen erlässt die Kammer ei-
ne entsprechende Richtlinie.
(5)
Bezeichnungen und Nachweise gemäß Absatz 1, die von einer anderen deutschen Ärztekammer ver-
liehen worden sind, dürfen in der anerkannten Form im Geltungsbereich dieser Weiterbildungs-
ordnung geführt werden.
§ 4
Art, Inhalt und Dauer
(1)
Mit der Weiterbildung kann erst nach der ärztlichen Approbation oder der Erteilung der Erlaubnis zur
Ausübung des ärztlichen Berufes gemäß Bundesärzteordnung begonnen werden. Der Abschluss in
der Facharztweiterbildung Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie setzt auch die zahnärztliche Approbation
voraus. Die Weiterbildung erfolgt im Rahmen angemessen vergüteter ärztlicher Berufstätigkeit unter
Anleitung zur Weiterbildung befugter Ärzte oder durch Unterweisung in anerkannten Weiterbildungs-
kursen.
(2)
Tätigkeitsabschnitte, die als Arzt im Praktikum abgeleistet werden und den Anforderungen dieser Wei-
terbildungsordnung genügen, werden auf die Weiterbildung angerechnet.
(3)
Die Weiterbildung muss gründlich und umfassend sein. Sie beinhaltet insbesondere die Vertiefung der
Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Verhütung, Erkennung, Behandlung, Rehabilitation
und Begutachtung von Krankheiten, Körperschäden und Leiden einschließlich der Wechsel-
beziehungen zwischen Mensch und Umwelt und geschlechtsspezifischer Unterschiede.

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(4)
Dauer und Inhalt der Weiterbildung richten sich nach den Bestimmungen dieser Weiterbildungs-
ordnung. Die festgelegten Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte sind Mindestzeiten und
Mindestinhalte. Weiterbildungs- oder Tätigkeitsabschnitte unter sechs Monaten können nur dann auf
die Weiterbildungszeit angerechnet werden, wenn dies in Abschnitt B und C vorgesehen ist. Eine Un-
terbrechung der Weiterbildung, insbesondere aus Gründen wie Schwangerschaft, Elternzeit, Wehr-
und Ersatzdienst - soweit eine Weiterbildung nicht erfolgt -, wissenschaftliche Aufträge oder Krankheit
kann nicht auf die Weiterbildungszeit angerechnet werden. Tariflicher Erholungsurlaub stellt keine Un-
terbrechung dar.
(5)
Die Weiterbildung zum Facharzt und in Schwerpunkten ist grundsätzlich ganztägig und in haupt-
beruflicher Stellung durchzuführen. Dies gilt auch für Zusatz-Weiterbildungen, soweit in Abschnitt C
nichts anderes geregelt ist.
(6)
Eine Weiterbildung in Teilzeit kann in persönlich begründeten Fällen angerechnet werden, wenn sie
mindestens die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beträgt soweit in Abschnitt B und C nichts anderes
geregelt ist. Die Weiterbildungszeit verlängert sich entsprechend. Die Entscheidung trifft die Kammer
unter besonderer Berücksichtigung von Familie und Beruf.
(7)
Die Weiterbildung in einem Schwerpunkt baut auf der Facharztkompetenz auf, sofern nichts anderes
in Abschnitt B geregelt ist. Die Zusatz-Weiterbildung ist zeitlich und inhaltlich zusätzlich zur Facharzt-
weiterbildung abzuleisten, sofern die Weiterbildungsordnung nichts anderes bestimmt. Ärztliche Tätig-
keiten in eigener Praxis sind nicht anrechnungsfähig.
(8)
Sofern die Weiterbildungsordnung die Ableistung von Kursen vorschreibt, ist eine vorherige Aner-
kennung des jeweiligen Kurses und dessen Leiters durch die für den Ort der Veranstaltung zuständige
Ärztekammer erforderlich. Diese Kurse müssen den von der Ärztekammer vorgeschriebenen Anfor-
derungen entsprechen.
§ 5
Befugnis
(1)
Die Weiterbildung zum Facharzt und in Schwerpunkten wird unter verantwortlicher Leitung der von der
Ärztekammer befugten Ärzte in einer zugelassenen Weiterbildungsstätte durchgeführt. Das Erforder-
nis einer Befugnis gilt auch für eine Zusatz-Weiterbildung, soweit nichts anderes in Abschnitt C gere-
gelt ist.
(2)
Die Befugnis zur Weiterbildung kann nur erteilt werden, wenn der Arzt die Bezeichnung führt, fachlich
und persönlich geeignet ist und eine mehrjährige Tätigkeit nach Abschluss der entsprechenden Wei-
terbildung nachweisen kann. Die Befugnis kann befristet und mit dem Vorbehalt des Widerrufs verse-
hen werden. Weitere Nebenbestimmungen sind zulässig.
Die Befugnis kann nur für eine Facharztweiterbildung und/oder einen zugehörigen Schwerpunkt
und/oder grundsätzlich für eine Zusatz-Weiterbildung erteilt werden.
(3)
Der befugte Arzt ist verpflichtet, die Weiterbildung persönlich zu leiten sowie zeitlich und inhaltlich ent-
sprechend dieser Weiterbildungsordnung zu gestalten und die Richtigkeit der Dokumentation der Wei-
terbildung eines in Weiterbildung befindlichen Arztes gemäß § 8 zu bestätigen.
Dies gilt auch, wenn die Befugnis mehreren Ärzten an einer oder mehreren Weiterbildungsstätten ge-
meinsam erteilt wird.
(4)
Für den Umfang der Befugnis ist maßgebend, inwieweit die an Inhalt, Ablauf und Zielsetzung der Wei-
terbildung gestellten Anforderungen durch den befugten Arzt unter Berücksichtigung des Versor-
gungsauftrages, der Leistungsstatistik sowie der personellen und materiellen Ausstattung der Weiter-
bildungsstätte erfüllt werden können. Auf Verlangen sind der Ärztekammer Auskünfte zu erteilen. Der

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befugte Arzt hat Veränderungen in Struktur und Größe der Weiterbildungsstätte unverzüglich der Ärz-
tekammer anzuzeigen. Der Umfang der Befugnis ist an Veränderungen anzupassen.
(5)
Die Befugnis wird auf Antrag von der Ärztekammer erteilt. Dem Antrag ist ein gegliedertes Programm
für die Weiterbildung zum Facharzt, in Schwerpunkten oder Zusatz-Weiterbildungen, für die die Be-
fugnis beantragt wird, beizufügen. Der zur Weiterbildung befugte Arzt muss dieses gegliederte Pro-
gramm den unter seiner Verantwortung Weiterzubildenden aushändigen. Die Ärztekammer führt ein
Verzeichnis der befugten Ärzte und der Weiterbildungsstätten mit Angaben über den Umfang der Be-
fugnis.
§ 6
Zulassung als Weiterbildungsstätte
(1)
Eine zugelassene Weiterbildungsstätte ist eine Universitäts- oder Hochschulklinik sowie eine hierzu
zugelassene Einrichtung der ärztlichen Versorgung. Zu den Einrichtungen der ärztlichen Versorgung
zählt auch die Praxis eines niedergelassenen Arztes.
(2)
Eine Weiterbildungsstätte muss folgende Voraussetzungen erfüllen:
-
die für die Weiterbildung typischen Krankheiten müssen nach Zahl und Art der Patienten regel-
mäßig und häufig genug vorkommen,
-
Personal und Ausstattung der Einrichtung müssen den Erfordernissen der medizinischen Ent-
wicklung Rechnung tragen,
-
Krankenhausabteilungen müssen eine regelmäßige Konsiliartätigkeit aufweisen.
§ 7
Widerruf der Befugnis und der Zulassung als Weiterbildungsstätte
(1)
Die Befugnis zur Weiterbildung ist ganz oder teilweise zu widerrufen, wenn ihre Voraussetzungen
nicht mehr gegeben sind, insbesondere wenn
-
ein Verhalten vorliegt, das die fachliche oder persönliche Eignung des Arztes als Weiterbilder aus-
schließt,
-
Tatsachen vorliegen, aus denen sich ergibt, dass die in der Weiterbildungsordnung an den Inhalt
der Weiterbildung gestellten Anforderungen nicht oder nicht mehr erfüllt werden können.
(2)
Mit der Beendigung der Tätigkeit eines befugten Arztes an der Weiterbildungsstätte, der Auflösung der
Weiterbildungsstätte oder des Widerrufs der Zulassung als Weiterbildungsstätte erlischt die Befugnis
zur Weiterbildung.
(3)
Die Zulassung als Weiterbildungsstätte kann ganz oder teilweise widerrufen werden, wenn die Vor-
aussetzungen gemäß § 6 Absatz 2 nicht mehr gegeben sind.
§ 8
Dokumentation der Weiterbildung
(1)
Der in Weiterbildung befindliche Arzt hat die Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte
zu dokumentieren.
(2)
Der zur Weiterbildung befugte Arzt führt mit seinem in Weiterbildung befindlichen Kollegen nach Ab-
schluss eines Weiterbildungsabschnitts, mindestens jedoch einmal jährlich, ein Gespräch, in welchem
der Stand der Weiterbildung von beiden beurteilt wird. Bestehende Defizite werden aufgezeigt. Der
Inhalt dieses Gesprächs ist zu dokumentieren und dem Antrag zur Zulassung zur Prüfung beizufügen.

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§ 9
Erteilung von Zeugnissen
(1)
Der befugte Arzt hat dem in Weiterbildung befindlichen Arzt über die unter seiner Verantwortung ab-
geleistete Weiterbildungszeit ein Zeugnis auszustellen, das im einzelnen die erworbenen Kenntnisse,
Erfahrungen und Fertigkeiten darlegt und zur Frage der fachlichen Eignung ausführlich Stellung
nimmt. Das Zeugnis muss auch Angaben über den zeitlichen Umfang der Teilzeitbeschäftigungen und
Unterbrechungen in der Weiterbildung enthalten. Diese Pflichten gelten nach Beendigung der Befug-
nis fort.
(2)
Auf Antrag des in der Weiterbildung befindlichen Arztes oder auf Anforderung durch die Ärztekammer
ist grundsätzlich innerhalb von drei Monaten und bei Ausscheiden unverzüglich ein Zeugnis auszu-
stellen, das den Anforderungen des Absatzes 1 entspricht.
§ 10
Anerkennung gleichwertiger Weiterbildung
Eine von § 4 und den Abschnitten B und C abweichende Weiterbildung kann vollständig oder teilweise
angerechnet werden, wenn sie gleichwertig ist. Die Ärztekammer entscheidet über die Anrechnung.
Sie kann zur Entscheidung zusätzlich Fachgutachter oder Prüfungsausschüsse hören.
§ 11
Anerkennungsverfahren
Die Anerkennung einer Bezeichnung wird auf Antrag durch den Nachweis der fachlichen Kompetenz
gemäß § 2 Absatz 2 bis 4 nach Erfüllung der vorgeschriebenen Mindestanforderungen und bestande-
ner Prüfung von der Ärztekammer erteilt.
§ 12
Zulassung zur Prüfung
(1)
Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet die Ärztekammer. Die Zulassung wird erteilt, wenn die Er-
füllung der zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen durch Zeugnisse und Nachweise einschließlich
der Dokumentationen nach § 8 Absatz 2 belegt ist.
(2)
Die Zulassung ist mit schriftlicher Begründung abzulehnen oder zurückzunehmen, wenn die Voraus-
setzungen gemäß Absatz 1 nicht erfüllt oder zu Unrecht als gegeben angenommen worden sind.
(3)
Die Zulassung zur Prüfung im Schwerpunkt kann erst nach Facharztanerkennung erfolgen. Dies gilt
auch für eine Zusatz-Weiterbildung, für die eine Facharztanerkennung vorgeschrieben ist.
§ 13
Prüfungsausschuss und Widerspruchsausschuss
(1)
Die Ärztekammer bildet zur Durchführung der Prüfung Prüfungsausschüsse. Die Prüfung kann auch in
Zusammenarbeit mit anderen Ärztekammern durchgeführt werden.
(2)
Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse bestellt die Ärztekammer. Jedem Prüfungsausschuss gehören
mindestens drei Ärzte an, von denen zwei die zu prüfende Facharzt-, Schwerpunkt- und/oder Zusatz-
bezeichnung besitzen müssen. Die Aufsichtsbehörde kann ein weiteres Mitglied bestimmen.

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Die Prüfung kann auch bei Abwesenheit des von der Aufsichtsbehörde bestimmten Mitglieds durchge-
führt werden.
(3)
Die Ärztekammer bestimmt die Vorsitzenden der Prüfungsausschüsse.
(4)
Der Prüfungsausschuss beschließt mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die
Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.
(5)
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses entscheiden unabhängig und sind an Weisungen nicht ge-
bunden.
(6)
Zur Beratung über Widersprüche gegen Prüfungsentscheidungen wird bei der Ärztekammer ein Wi-
derspruchsausschuss gebildet. Für die Bestellung und Zusammensetzung der Mitglieder und die Be-
stimmung des Vorsitzenden gelten Absatz 2 und 3 entsprechend.
(7)
Die Bestellung der Mitglieder und des Vorsitzenden der Prüfungsausschüsse und des Wider-
spruchsausschusses erfolgt für die Dauer der Wahlperiode der Organe der Ärztekammer.
§ 14
Prüfung
(1)
Die Ärztekammer setzt den Termin der Prüfung fest, die in angemessener Frist nach der Zulassung
stattfinden soll. Der Arzt ist mit einer Frist von mindestens zwei Wochen zu laden.
(2)
Die Prüfung kann sich auf alle vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte erstrecken. Die erworbenen
Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten werden vom Prüfungsausschuss überprüft. Die Dauer der
Prüfung beträgt mindestens 30 Minuten.
(3)
Der Prüfungsausschuss entscheidet auf Grund der vorgelegten Zeugnisse und des Prüfungs-
ergebnisses, ob die vorgeschriebenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erworben worden
sind.
(4)
Bei Nichtbestehen der Prüfung beschließt der Prüfungsausschuss, ob auf Grund der festgestellten
Mängel
- die Weiterbildungszeit zu verlängern ist und welche inhaltlichen Anforderungen hieran zu stellen
sind und/oder
- erforderliche Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten zusätzlich bis zur Wiederholungsprüfung
erworben werden sollen.
In geeigneten Fällen kann der Prüfungsausschuss Auflagen erteilen, deren Erfüllung durch die Ärzte-
kammer zu prüfen ist. Sind die Auflagen erfüllt, erteilt die Ärztekammer die Anerkennung ohne noch-
malige Prüfung.
(5)
Die Dauer der verlängerten Weiterbildung beträgt mindestens 3 Monate, für Facharztweiterbildungen
höchstens 2 Jahre, für Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen höchstens 1 Jahr.
(6)
Wenn der Antragsteller ohne ausreichenden Grund der Prüfung fernbleibt oder sie abbricht, gilt die
Prüfung als nicht bestanden.
(7)
Über die Prüfung ist eine Niederschrift anzufertigen.

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§ 15
Mitteilung der Prüfungsentscheidung
(1)
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses teilt dem Prüfungsteilnehmer und der Ärztekammer das
Ergebnis der Prüfung mit. Das Nichtbestehen wird dem Prüfungsteilnehmer grundsätzlich mündlich
begründet.
(2)
Bei Bestehen der Prüfung stellt die Ärztekammer dem Antragsteller eine Anerkennungsurkunde aus.
(3)
Bei Nichtbestehen der Prüfung erteilt die Ärztekammer dem Antragsteller einen schriftlichen rechts-
mittelfähigen Bescheid mit Begründung einschließlich der vom Prüfungsausschuss beschlossenen
Auflagen gemäß § 14 Absatz 4 und 5.
(4)
Legt der Arzt gegen den Bescheid der Ärztekammer Widerspruch ein, entscheidet die Ärztekammer
über den Widerspruch nach Anhörung des Widerspruchsausschusses gemäß § 13 Absatz 6.
§ 16
Wiederholungsprüfung
Eine Wiederholungsprüfung kann frühestens drei Monate nach der nicht erfolgreich abgeschlossenen
Prüfung durchgeführt werden. Für die Wiederholungsprüfung gelten die §§ 12 bis 15 entsprechend.
§ 17
Rücknahme der Anerkennung von Bezeichnungen
Die Anerkennung einer Bezeichnung ist zurückzunehmen, wenn die hierfür erforderlichen Voraus-
setzungen nicht gegeben waren. Vor der Entscheidung der Ärztekammer über die Rücknahme sind
ein gemäß § 13 gebildeter Prüfungsausschuss und der Betroffene zu hören.
§ 18
Weiterbildung außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in Mitgliedstaaten
der Europäischen Union und in anderen Vertragsstaaten des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum
(1)
Wer als Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Ver-
tragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ein Diplom, Prüfungszeugnis
oder einen sonstigen Befähigungsnachweis für eine Facharztweiterbildung, einen Schwerpunkt oder
eine Zusatz-Weiterbildung besitzt, die nach der Richtlinie 93/16/EWG des Rates vom 5. April 1993
(zuletzt geändert durch die Richtlinie 2001/19/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
14. Mai 2001) oder nach dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum gegenseitig aner-
kannt werden, erhält auf Antrag die Anerkennung für eine entsprechende Facharzt-, Schwerpunkt-
oder Zusatz-Weiterbildung und das Recht zum Führen einer entsprechenden Bezeichnung, soweit
nach dieser Weiterbildungsordnung eine entsprechende Anerkennung möglich ist.
Wenn dabei die Mindestdauer der Weiterbildung nach der Richtlinie 93/16/EWG oder nach dem Ab-
kommen über den Europäischen Wirtschaftsraum nicht erfüllt worden ist, kann die Ärztekammer von
dem Arzt eine entsprechende Bescheinigung der zuständigen Stelle des Heimat- oder Herkunfts-
staates darüber verlangen, dass die betreffende ärztliche Tätigkeit tatsächlich und rechtmäßig wäh-
rend eines Zeitraums ausgeübt worden ist, der der doppelten Differenz zwischen der tatsächlichen
Dauer der Weiterbildung und der Mindestdauer der Weiterbildung entspricht. Die Liste der Bezeich-
nungen der Diplome, Prüfungszeugnisse oder sonstigen Befähigungsnachweise des Facharztes und
die Liste der Bezeichnungen der fachärztlichen Weiterbildungen, die nach der Richtlinie 93/16/EWG
sowie nach dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum gegenseitig anerkannt werden,
ergeben sich aus den Anhängen B und C der Richtlinie 93/16/EWG und den entsprechenden Ergän-
zungen durch das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum für die Staaten Liechtenstein,
Island und Norwegen. Die Ärztekammer erteilt auf Anfrage einem interessierten Arzt Auskunft.

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(2)
Stimmen bei Antrag eines Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder ei-
nes anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum die Bezeich-
nungen eines Diploms, Prüfungszeugnisses und sonstigen Befähigungsnachweises nicht mit den für
den betreffenden Staat in der Liste der Bezeichnungen der fachärztlichen Weiterbildungen nach der
Richtlinie 93/16/EWG oder dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum aufgeführten
Bezeichnungen überein, so erhält er eine Anerkennung für eine entsprechende Kompetenz und das
Recht zum Führen einer entsprechenden Bezeichnung, wenn eine Bescheinigung der zuständigen
Behörden oder Einrichtungen vorgelegt wird. Aus dieser Bescheinigung muss hervorgehen, dass die
betreffenden Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsnachweise den Abschluss einer
Weiterbildung entsprechend den Bestimmungen nach der Richtlinie 93/16/EWG oder nach dem Ab-
kommen über den Europäischen Wirtschaftsraum bestätigen und von dem ausstellenden Mitgliedstaat
oder Vertragsstaat mit denjenigen Befähigungsnachweisen gleichgestellt werden, die in der Liste der
Bezeichnungen der fachärztlichen Weiterbildungen nach der Richtlinie 93/16/EWG oder dem Abkom-
men über den Europäischen Wirtschaftsraum aufgeführt sind.
(3)
Die von den Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen
Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum in einem der anderen Mit-
glied- oder anderen Vertragsstaaten abgeleisteten Weiterbildungszeiten, die noch nicht zu einem Di-
plom, Prüfungszeugnis oder sonstigen Befähigungsnachweis gemäß Absatz 1 Satz 1 geführt haben,
sind nach Maßgabe des § 10 auf die in dieser Weiterbildungsordnung festgesetzten Weiterbildungs-
zeiten ganz oder teilweise anzurechnen. Dasselbe gilt für Weiterbildungszeiten, welche durch ein von
den zuständigen Behörden eines Mitglied- oder eines anderen Vertragsstaates ausgestelltes Diplom,
Prüfungszeugnis oder einen sonstigen Befähigungsnachweis, die nicht unter die Regelungen des Ab-
satz 1 fallen, belegt sind, soweit diese Weiterbildungszeiten der für das betreffende Fachgebiet nach
dieser Weiterbildungsordnung vorgeschriebenen Mindestdauer der Weiterbildung entsprechen.
Dabei sind die im anderen Mitglied- oder im anderen Vertragsstaat erworbene Berufserfahrung und
dort durchgeführte Zusatzausbildungen zu berücksichtigen. Die Ärztekammer trifft die Entscheidung
über die Anrechnung und die noch abzuleistende Weiterbildung innerhalb einer Frist von drei Monaten
ab dem Zeitpunkt, zu dem der Antragsteller den Antrag zusammen mit den vollständigen Unterlagen
eingereicht hat.
(4)
Sofern ein Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Ver-
tragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ein Diplom, Prüfungszeugnis
oder einen sonstigen Befähigungsnachweis außerhalb der Europäischen Union oder eines anderen
Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworben hat, die bereits in
einem anderen Mitglied- oder in einem anderen Vertragsstaat anerkannt wurden, sind die abgeleiste-
ten Weiterbildungszeiten nach Maßgabe des § 10 auf die in dieser Weiterbildungsordnung festgesetz-
ten Weiterbildungszeiten ganz oder teilweise anzurechnen. Dabei sind in dem anderen Mitglied- oder
in dem anderen Vertragsstaat absolvierte Ausbildungsgänge und/oder die dort erworbene Berufser-
fahrung zu berücksichtigen. Die Ärztekammer trifft die Entscheidung über die Anrechnung und die
noch abzuleistende Weiterbildung innerhalb einer Frist von drei Monaten ab dem Zeitpunkt, zu dem
der Antragsteller den Antrag zusammen mit den vollständigen Unterlagen eingereicht hat.
§ 19
Weiterbildung außerhalb der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und außerhalb der ande-
ren Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum
Eine Weiterbildung in Staaten außerhalb der Europäischen Union oder außerhalb der anderen Ver-
tragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum kann ganz oder teilweise an-
gerechnet werden, wenn sie den Grundsätzen dieser Weiterbildungsordnung entspricht und eine Wei-
terbildung von mindestens 12 Monaten in einer angestrebten Facharzt- oder Schwerpunkt-Weiter-
bildung in der Bundesrepublik Deutschland abgeleistet worden ist. Gleiches gilt für die Weiterbildung
in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum, wenn sie von einem Arzt abgeleistet wurde, der nicht Staats-
angehöriger eines Mitgliedstaates oder eines anderen Vertragsstaates ist. Auf das Verfahren der An-
erkennung finden die §§ 11 bis 16 entsprechende Anwendung.

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§ 20
Allgemeine Übergangsbestimmungen
(1)
Soweit in Abschnitt B und C keine speziellen Regelungen getroffen sind, gelten die allgemeinen Über-
gangsbestimmungen.
(2)
Die nach der bisher gültigen Weiterbildungsordnung erworbenen Weiterbildungsbezeichnungen, die
nicht mehr Gegenstand dieser Weiterbildungsordnung sind, dürfen weitergeführt werden.
(3)
Die nach der bisher gültigen Weiterbildungsordnung erworbenen Qualifikationsnachweise behalten ih-
re Gültigkeit.
(4)
Kammerangehörige, die sich bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung in einer Facharztweiter-
bildung befinden, können diese innerhalb einer Frist von sieben Jahren nach den Bestimmungen der
bisher gültigen Weiterbildungsordnung abschließen und die Zulassung zur Prüfung beantragen.
(5)
Kammerangehörige, die sich bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung nach Facharztan-
erkennung in einer Weiterbildung zum Schwerpunkt befinden, können diese innerhalb einer Frist von
drei Jahren nach den Bestimmungen der bisher gültigen Weiterbildungsordnung abschließen und die
Zulassung zur Prüfung beantragen.
(6)
Kammerangehörige, die sich bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung in der Weiterbildung in
einem Bereich befinden, können diese innerhalb einer Frist von drei Jahren nach den Bestimmungen
der bisher gültigen Weiterbildungsordnung abschließen und die Zulassung zur Prüfung beantragen.
(7)
Kammerangehörige, die sich bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung nach Facharzt-
anerkennung in der Weiterbildung zu einer Fakultativen Weiterbildung oder einer Fachkunde befinden,
können diese innerhalb einer Frist von zwei Jahren nach den Bestimmungen der bisher gültigen Wei-
terbildungsordnung abschließen und die Zulassung zur Prüfung beantragen.
(8)
Kammerangehörige, die bei Einführung einer neuen Bezeichnung in diese Weiterbildungsordnung in
dem jeweiligen Gebiet, Schwerpunkt oder der jeweiligen Zusatz-Weiterbildung innerhalb der letzten
8 Jahre vor der Einführung mindestens die gleiche Zeit regelmäßig an Weiterbildungsstätten oder ver-
gleichbaren Einrichtungen tätig waren, welche der jeweiligen Mindestdauer der Weiterbildung ent-
spricht, können die Zulassung zur Prüfung beantragen. Die Ärztekammer beruft bei der Einführung
neuer Arztbezeichnungen in die Weiterbildungsordnung zuerst je einen Prüfungsausschuss und einen
Widerspruchsausschuss. Danach finden auf das Verfahren der Anerkennung die §§ 12 - 16 entspre-
chende Anwendung. Abweichendes ist in den Abschnitten B und C der Weiterbildungsordnung für
einzelne Gebiete, Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen oder Zusatz-Weiterbildungen bestimmt.
Der Antragsteller hat den Nachweis einer regelmäßigen Tätigkeit für die in Satz 1 angegebene Min-
destdauer in dem jeweiligen Gebiet, Schwerpunkt oder Zusatz-Weiterbildung zu erbringen. Aus dem
Nachweis muss hervorgehen, dass der Antragsteller in dieser Zeit überwiegend im betreffenden Ge-
biet, Schwerpunkt oder der entsprechenden Zusatz-Weiterbildung tätig gewesen ist und dabei umfas-
sende Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erworben hat.
Anträge sind innerhalb einer Frist von sieben Jahren zu stellen.
(9)
Weiterbildungszeiten können in neu eingeführten Gebieten, Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen
sowie Zusatzweiterbildungen in den ersten 24 Monaten nach Einführung auch dann angerechnet wer-
den, wenn die Weiterbilder nicht gemäß §§ 5 bis 8 befugt waren, die Weiterbildung aber dieser Wei-
terbildungsordnung entspricht.
(10)
In den Fällen der Absätze 4 bis 8 finden auf das Anerkennungsverfahren die §§ 12 bis 16 Anwendung.

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Begriffserläuterungen
für die Anwendung im Rahmen der Weiterbildungsordnung
Ambulanter Bereich: Ärztliche Praxen, Institutsambulanzen, Tageskliniken, poliklinische
Ambulanzen
Stationärer Bereich:
Krankenhausabteilungen, Rehabilitationskliniken, Belegabteilungen
und Einrichtungen, in denen Patienten über Nacht ärztlich betreut
werden;
medizinische Abteilungen, die einer Klinik angeschlossen sind
Notfallaufnahme:
Funktionseinheit eines Akutkrankenhauses, in welcher Patienten zur
Erkennung bedrohlicher Krankheitszustände einer Erstuntersuchung
bzw. Erstbehandlung unterzogen werden, um Notwendigkeit und Art
der weiteren medizinischen Versorgung festzustellen.
Basisweiterbildung: Definierte gemeinsame Inhalte von verschiedenen Facharzt-
weiterbildungen innerhalb eines Gebietes
Kompetenzen:
Die Kompetenzen (Facharzt-, Schwerpunkt-, Zusatz-Weiterbildungen)
spiegeln die Inhalte eines Gebietes wider, die Gegenstand der Wei-
terbildung und deren Prüfung vor der Ärztekammer sind. Die Inhalte
dieser Kompetenzen stellen eine Teilmenge des Gebietes dar.
Gebiete der
Anästhesiologie, Augenheilkunde, Chirurgie, Frauenheilkunde und
unmittelbaren
Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechts-
Patientenversorgung: krankheiten, Humangenetik, Innere Medizin und Allgemeinmedizin,
Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -
psychotherapie, Mund-Kiefer-Gesichts-chirurgie, Neurochirurgie, Neu-
rologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Psychiatrie und
Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
Strahlentherapie, Urologie
Fallseminar:
Weiterbildungsmaßnahme mit konzeptionell vorgesehener Beteiligung
jedes einzelnen Teilnehmers, wobei unter Anleitung eines Weiterbil-
dungsbefugten anhand von vorgestellten Fallbeispielen und deren Er-
örterung Kenntnisse und Fähigkeiten sowie das dazugehörige Grund-
lagenwissen erweitert und gefestigt werden.

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Allgemeine Bestimmungen für die Abschnitte B und C
1. Allgemeine Inhalte der Weiterbildung:
Die Weiterbildung beinhaltet unter Berücksichtigung gebietsspezifischer Ausprägungen auch den Erwerb
von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
-
ethischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns
-
der ärztlichen Begutachtung
-
den Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements
-
der ärztlichen Gesprächsführung einschließlich der Beratung von Angehörigen
-
psychosomatischen Grundlagen
-
der interdisziplinären Zusammenarbeit
-
der Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese von Krankheiten
-
der Aufklärung und der Befunddokumentation
-
labortechnisch gestützten Nachweisverfahren mit visueller oder apparativer Auswertung (Basislabor)
-
medizinischen Notfallsituationen
-
den Grundlagen der Pharmakotherapie einschließlich der Wechselwirkungen der Arzneimittel und
des Arzneimittelmissbrauchs
-
der allgemeinen Schmerztherapie
-
der interdisziplinären Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik einschließlich der Differenti-
alindikation und Interpretation radiologischer Befunde im Zusammenhang mit gebietsbezogenen
Fragestellungen
-
der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden
-
den psychosozialen, umweltbedingten und interkulturellen Einflüssen auf die Gesundheit
-
gesundheitsökonomischen Auswirkungen ärztlichen Handelns
-
geschlechtsspezifischen Aspekten in Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation
-
den Strukturen des Gesundheitswesens
2. Sofern für die Facharzt-, Schwerpunkt- und Zusatzweiterbildungen nichts Näheres definiert ist, kann die
Weiterbildung sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich abgeleistet werden.
3. Die inhaltlichen Weiterbildungsanforderungen werden durch Verwaltungsrichtlinien in fachlicher Hinsicht
konkretisiert.
4. Für eine Kursanerkennung sind die bundeseinheitlichen Empfehlungen zu beachten.

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Abschnitt B
Gebiete, Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen
Gebiete
FA- und SP-Kompetenz
1. Anästhesiologie
FA Anästhesiologie
2. Anatomie
FA Anatomie
3. Arbeitsmedizin
FA Arbeitsmedizin
4. Augenheilkunde
FA Augenheilkunde
5. Biochemie
FA Biochemie
6. Chirurgie
6.1 FA Allgemeine Chirurgie
6.2 FA Gefäßchirurgie
6.3 FA Herzchirurgie
6.4 FA Kinderchirurgie
6.5 FA Orthopädie und Unfallchirurgie
6.6 FA Plastische und Ästhetische Chirurgie
6.7 FA Thoraxchirurgie
6.8 FA Visceralchirurgie
7. Frauenheilkunde und Geburts-
hilfe
FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schwerpunkte:
- Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
- Gynäkologische Onkologie
- Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
8. Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
8.1 FA Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
8.2 FA Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
9. Haut- und Geschlechtskrank-
heiten
FA Haut- und Geschlechtskrankheiten
10. Humangenetik
FA Humangenetik
11. Hygiene und Umweltmedizin
FA Hygiene und Umweltmedizin

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Gebiete
FA- und SP-Kompetenz
12. Innere Medizin und Allge-
meinmedizin
12.1 FA Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt)
12.2 FA Innere Medizin und Schwerpunkte:
- Angiologie
- Endokrinologie und Diabetologie
- Gastroenterologie
- Hämatologie und Onkologie
- Kardiologie
- Nephrologie
- Pneumologie
- Rheumatologie
13. Kinder- und Jugendmedizin
FA Kinder- und Jugendmedizin
Schwerpunkte:
- Kinder-Hämatologie und -Onkologie
- Kinder-Kardiologie
- Neonatologie
- Neuropädiatrie
14. Kinder- und Jugendpsychiatrie
und -psychotherapie
FA Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
15. Laboratoriumsmedizin
FA Laboratoriumsmedizin
16. Mikrobiologie, Virologie und Infek-
tionsepidemiologie
FA Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
17. Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
FA Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
18. Neurochirurgie
FA Neurochirurgie
19. Neurologie
FA Neurologie
20. Nuklearmedizin
FA Nuklearmedizin
21. Öffentliches Gesundheitswesen
FA Öffentliches Gesundheitswesen
22. Pathologie
22.1 FA Neuropathologie
22.2 FA Pathologie
23. Pharmakologie
23.1 FA Klinische Pharmakologie
23.2 FA Pharmakologie und Toxikologie
24. Physikalische und Rehabilitative
Medizin
FA Physikalische und Rehabilitative Medizin
25. Physiologie
FA Physiologie
26. Psychiatrie und Psychotherapie
FA Psychiatrie und Psychotherapie
Schwerpunkt:
- Forensische Psychiatrie
27. Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie
FA Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

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Gebiete
FA- und SP-Kompetenz
28. Radiologie
FA Radiologie
Schwerpunkte:
- Kinderradiologie
- Neuroradiologie
29. Rechtsmedizin
FA Rechtsmedizin
30. Strahlentherapie
FA Strahlentherapie
31. Transfusionsmedizin
FA Transfusionsmedizin
32. Urologie
FA Urologie

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1. Gebiet Anästhesiologie
Definition:
Das Gebiet Anästhesiologie umfasst die Allgemein-, Regional- und Lokalanästhesie ein-
schließlich deren Vor- und Nachbehandlung, die Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen
während operativer und diagnostischer Eingriffe sowie intensivmedizinische, notfallmedizini-
sche und schmerztherapeutische Maßnahmen.
Facharzt / Fachärztin für Anästhesiologie
(Anästhesist / Anästhesistin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Anästhesiologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs.-
1 Satz 1, davon
• 48 Monate in der Anästhesiologie, davon können bis zu
- 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten angerechnet werden
- 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
• 12 Monate in der Intensivmedizin, davon können
- 6 Monate Intensivmedizin in einem anderen Gebiet abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Anästhesieverfahren
- der Beurteilung perioperativer Risiken
- Maßnahmen der perioperativen Intensivmedizin
- der Behandlung akuter Störungen der Vitalfunktionen, einschließlich Beatmungsverfah-
ren und notfallmäßiger Schrittmacheranwendung
- notfallmedizinischen Maßnahmen
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der Infusions- und Hämotherapie einschließlich parenteraler Ernährung
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich der perioperativen Medikation
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das Krankheitsbild
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Maßnahmen zur Behandlung akut gestörter Vitalfunktionen
- Beatmungstechniken einschließlich der Beatmungsentwöhnung
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich Legen von Drainagen und zent-
ralvenösen Zugängen sowie der Gewinnung von Untersuchungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
- Elektrokardiogramme
- selbstständig durchgeführte Anästhesieverfahren, davon
- im Gebiet Chirurgie
- im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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- bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten 5. Lebensjahr
- in wenigstens zwei weiteren operativen Gebieten
- bei Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich
- rückenmarksnahe Regionalanästhesien
- periphere Regionalanästhesien und Nervenblockaden
- Mitwirkung bei Anästhesien höherer Schwierigkeitsgrade, davon
- bei intrathorakalen Eingriffen
- bei intrakraniellen Eingriffen

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2. Gebiet Anatomie
Definition:
Das Gebiet Anatomie umfasst die Lehre vom normalen Bau und Zustand des Körpers mit
seinen Geweben und Organen einschließlich systematischer und topographisch-funktioneller
Aspekte sowie der Embryologie.
Facharzt / Fachärztin für Anatomie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Anatomie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
48 Monate bei einer Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß
§ 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monaten im Gebiet Pathologie angerechnet werden, davon können
- 6 Monate in anderen Gebieten angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den grundlegenden wissenschaftlichen Methoden zur Untersuchung morphologisch-
medizinischer Fragestellungen, der makroskopischen Anatomie, der mikroskopischen
Anatomie und der Embryologie
- Paläontologie, Zyto- und Humangenetik sowie das Leichentransport- und Bestattungs-
wesen
- der systematischen und topographischen Anatomie einschließlich der Zusammenhänge
zwischen Struktur und Funktion sowie der vergleichenden Anatomie
- der Röntgenanatomie
- der Embryologie
- der Konservierung und Aufbewahrung von Leichen
- den makroskopischen Präparationsmethoden
- der Herstellung, Montage und Pflege von anatomischen Sammlungspräparaten und de-
ren Demonstration
- der Histologie einschließlich der Histochemie und der Immunhistochemie mit den ein-
schlägigen Fixations-, Schnitt- und Färbetechniken
- der Mikroskopie mit den verschiedenen Techniken
- der Gewebezüchtung und experimentellen Zytologie
- der Makro- und Mikrophotographie
- der Morphometrie
- der Technik der Elektronenmikroskopie

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3. Gebiet Arbeitsmedizin
Definition:
Das Gebiet Arbeitsmedizin umfasst als präventivmedizinisches Fach die Wechselbeziehun-
gen zwischen Arbeit und Beruf einerseits sowie Gesundheit und Krankheiten andererseits,
die Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen, die Vor-
beugung, Erkennung, Behandlung und Begutachtung arbeits- und umweltbedingter Erkran-
kungen und Berufskrankheiten, die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen
einschließlich individueller und betrieblicher Gesundheitsberatung, die Vermeidung von Er-
schwernissen und die berufsfördernde Rehabilitation.
Facharzt / Fachärztin für Arbeitsmedizin
(Arbeitsmediziner / Arbeitsmedizinerin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Arbeitsmedizin ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 24 Monate Innere Medizin und Allgemeinmedizin
• 36 Monate Arbeitsmedizin, davon können bis zu
- 12 Monate in anderen Gebieten angerechnet werden
• 360 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Arbeitsmedizin, die während der
60 Monate Weiterbildung abgeleistet werden sollen
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen und Berufskrankheiten sowie der
auslösenden Noxen einschließlich epidemiologischer Grundlagen
- der Gesundheitsberatung einschließlich Impfungen
- der betrieblichen Gesundheitsförderung einschließlich der individuellen und gruppenbe-
zogenen Schulung
- der Beratung und Planung in Fragen des technischen, organisatorischen und personen-
bezogenen Arbeits- und Gesundheitsschutzes
- der Unfallverhütung und Arbeitssicherheit
- der Organisation und Sicherstellung der Ersten Hilfe und notfallmedizinischen Versor-
gung am Arbeitsplatz
- der Mitwirkung bei medizinischer, beruflicher und sozialer Rehabilitation
- der betrieblichen Wiedereingliederung und dem Einsatz chronisch Kranker und schutz-
bedürftiger Personen am Arbeitsplatz
- der Bewertung von Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit einschließlich
der Arbeitsphysiologie
- der Arbeits- und Umwelthygiene einschließlich der arbeitsmedizinischen Toxikologie
- der Arbeits- und Betriebspsychologie einschließlich psychosozialer Aspekte
- arbeitsmedizinischen Vorsorge-, Tauglichkeits- und Eignungsuntersuchungen einschließ-
lich verkehrsmedizinischen Fragestellungen
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung

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- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen einschließlich des Biomonitorings und der arbeitsmedizinischen Bewertung
der Ergebnisse
- der ärztlichen Begutachtung bei arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten,
der Beurteilung von Arbeits-, Berufs- und Erwerbsfähigkeit einschließlich Fragen eines
Arbeitsplatzwechsels
- der arbeitsmedizinischen Erfassung von Umweltfaktoren sowie deren Bewertung hin-
sichtlich ihrer gesundheitlichen Relevanz
- der Entwicklung betrieblicher Präventionskonzepte
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Rechtsvorschriften
- Arbeitsplatzbeurteilungen und Gefährdungsanalysen
- Beratungen zur ergonomischen Arbeitsgestaltung
- Ergometrie
- Lungenfunktionsprüfungen
- Beurteilung des Hör- und Sehvermögens mittels einfacher apparativer Techniken
- arbeitsmedizinische Bewertung von Messergebnissen verschiedener Arbeitsumgebungs-
faktoren, z. B. Lärm, Klimagrößen, Beleuchtung, Gefahrstoffe

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4. Gebiet Augenheilkunde
Definition:
Das Gebiet Augenheilkunde umfasst die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge
und Rehabilitation der anatomischen und funktionellen Veränderungen des Sehorgans und
seiner Adnexe einschließlich der Optometrie und der plastisch-rekonstruktiven Operationen
in der Periorbitalregion.
Facharzt / Fachärztin für Augenheilkunde
(Augenarzt / Augenärztin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Augenheilkunde ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5
Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Gesundheitsberatung und Früherkennung einschließlich Amblyopie-Prophylaxe
- der Erkennung, konservativen und operativen Behandlung und Nachsorge von Erkran-
kungen, Funktionsstörungen, Verletzungen und Komplikationen des Sehorgans, der
Sehbahn und der Hirnnerven
- der Neuroophthalmologie
- der Erhebung optometrischer Befunde und der Bestimmung und Verordnung von Sehhil-
fen einschließlich Anpassung von Kontaktlinsen und vergrößernden Sehhilfen sowie Indi-
kationsstellung für refraktivchirurgische Verfahren
- der Erkennung und Behandlung nicht paretischer und paretischer Stellungs- und Bewe-
gungsstörungen der Augen, der okulären Kopfzwangshaltungen und des Nystagmus
- der Rehabilitation von Sehbehinderten
- der Ergo-, Sport- und Verkehrsophthalmologie
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich immunologischer und infektio-
logischer Bezüge
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- sonographische Untersuchungstechniken bei ophthalmologischen
Erkrankungen und Verletzungen
- Messung von Refraktionsfehlern
- ophthalmologische Untersuchungstechniken,
z. B. Spaltlampe, Gonioskopie und Opthalmoskopie, Perimetrie,
Bestimmung des Farb- und Lichtsinns, Augeninnendruckmessung
- Lokal- und Regionalanästhesien
- ophthalmologische Eingriffe an

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- Lidern und Tränenwegen,
z. B. Korrektur von Entropium und Ektropium,
Lidmuskeloperationen, Dehnung und Strikturspaltung der Tränenwege
- Bindehaut und Hornhaut,
z. B. Fremdkörperentfernung, Wundnaht
- einfachen intraokulären Eingriffen,
z. B. Parazentese, Iridektomie, Zyklokryo-, Zyklolaserdestruktion, Kryoretinopexie
- geraden Augenmuskeln
- laserchirurgische Eingriffe
- am Vorderabschnitt des Auges
- an der Retina
- Mitwirkung bei intraokularen Eingriffen, einschließlich Netzhaut- und Glaskörperoperatio-
nen, und Augenmuskeloperationen höheren Schwierigkeitsgrades, z. B. Katarakt-, Glau-
kom-, Amotiooperationen, Vitrektomien, Enukleationen, Keratoplastik, plastisch-
rekonstruktive Eingriffe

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5. Gebiet Biochemie
Definition:
Das Gebiet Biochemie umfasst die Chemie der Lebensvorgänge und der lebenden Organis-
men einschließlich der organischen und anorganischen Substanzen des Organismus sowie
die bei den Lebensvorgängen ablaufenden Reaktionen.
Facharzt / Fachärztin für Biochemie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Biochemie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
48 Monate bei einer Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in anderen Gebieten angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der allgemeinen und physikalischen Chemie einschließlich der Reaktionskinetik, Ther-
modynamik, Elektrolytchemie, Elektrochemie sowie der Theorie der chemischen Bindung
und der Gleichgewichtszustände und der biologischen Statistik und Datenverarbeitung
- biochemischen Reaktionen auf körperfremde Stoffe, den Wirkungsmechanismen von
Substanzgruppen auf molekularer Ebene, der Pathophysiologie von Stoffwechselkrank-
heiten und Stoffwechselanomalien, einschließlich endokriner Störungen und des Wasser-
und Elektrolythaushaltes, sowie der Ernährungswissenschaft und toxikologischen Prob-
lemen des Umweltschutzes
- der chemischen und biologisch-chemischen Laboratoriumsdiagnostik
- der Photometrie, Fluorometrie und der Elektrometrie
- der Darstellung biologischer Substanzen
- den Enzympräparationen und enzymatischen Bestimmungen
- der Chromatographie und Elektrophorese
- der Zellfraktionierung, Isotopentechnik und Mikrotitermethode
- immunchemischen Testverfahren
- den Eigenschaften der Proteine und Kohlenhydrate
- dem Lipid- und Eiweißstoffwechsel und der Enzymologie einschließlich der Methoden der
Strukturaufklärung
- den biochemischen Funktionen der Gewebe und Organe sowie der Mechanismen des
Zell- und Organstoffwechsels
- den Grundlagen der biochemischen Genetik und der Immunochemie
- der Biochemie der Ernährung, des Säuren-Basen- sowie Wasser- und Elektrolythaushal-
tes
- der Labororganisation und dem Laborbetrieb

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6. Gebiet Chirurgie
Definition:
Das Gebiet Chirurgie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, konservative und operative Be-
handlung, Nachsorge und Rehabilitation von chirurgischen Erkrankungen, Verletzungen und
Verletzungsfolgen sowie angeborenen und erworbenen Formveränderungen und Fehlbil-
dungen der Gefäße, der inneren Organe einschließlich des Herzens, der Stütz- und Bewe-
gungsorgane und der onkologischen Wiederherstellungs- und Transplantationschirurgie.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Chirurgie ist die Erlangung von Facharztkompetenzen
6.1 bis 6.8 nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungs-
inhalte, die auf der Basisweiterbildung (gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbildungen)
aufbauen.
Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 6.1 bis 6.8:
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungs-
stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 6 Monate Notfallaufnahme
• 6 Monate Intensivmedizin in der Chirurgie oder in einem anderen Gebiet
• 12 Monate Chirurgie, davon können
- 6 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- Erkennung, Klassifizierung, Behandlung und Nachsorge chirurgischer Erkrankungen und
Verletzungen
- der Indikationsstellung zur konservativen und operativen Behandlung chirurgischer Er-
krankungen und Verletzungen
- der Risikoeinschätzung, der Aufklärung und der Dokumentation
- den Prinzipien der perioperativen Diagnostik und Behandlung
- operativen Eingriffen und Operationsschritten
- der Wundversorgung, Wundbehandlung und Verbandslehre einschließlich Impfprophyla-
xe
- den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
- der Erkennung und Behandlung von Infektionen einschließlich epidemiologischer Grund-
lagen, den Hygienemaßnahmen
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- Analgesierungs- und Sedierungsmaßnahmen einschließlich der Behandlung akuter
Schmerzzustände
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnah-
men zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung einschließlich der
Grundlagen der Beatmungstechnik und intensivmedizinischer Basismaßnahmen
- der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen
- der medikamentösen Thromboseprophylaxen

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Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen bei chirurgischen Erkrankungen und Verletzungen
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich Legen von Drainagen und zent-
ralvenösen Zugängen sowie der Gewinnung von Untersuchungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
einschließlich Sondentechnik
- Lokal- und Regionalanästhesien
- Eingriffe aus dem Bereich der ambulanten Chirurgie
- Erste Assistenzen bei Operationen und angeleitete Operationen

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6.1 Facharzt / Fachärztin für Allgemeine Chirurgie
(Allgemeinchirurg / Allgemeinchirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Allgemeine Chirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszei-
ten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in Orthopädie und Unfallchirurgie
• 12 Monate in Visceralchirurgie
• 24 Monate in diesen und/oder anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirur-
gie, davon können bis zu
- 12 Monate in Anästhesiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-
Ohrenheilkunde, Innere Medizin und Gastroenterologie, Mund-Kiefer-
Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Pathologie und/oder Urologie angerechnet
werden
- 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der operativen und nicht operativen Grund- und Notfallversorgung bei gefäß-, thorax-, un-
fall- und visceralchirurgischen einschließlich der koloproktologischen Erkrankungen, Ver-
letzungen, Fehlbildungen und Infektionen
- der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der
Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- endoskopischen, laparoskopischen (minimal-invasiven) Operationsverfahren
- instrumentellen und funktionellen Untersuchungsmethoden
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen des Abdomens, Retroperitoneums, der Urogenitalorgane
- große Wundversorgung bei Weichteilverletzungen
- Deckung von Haut- und Weichteildefekten
- Verbände, z. B. Kompressions-, Stütz-, Schienen- und fixierende Verbände
- Repositionen von Frakturen und Luxationen
- operative Eingriffe an Kopf/Hals und Brustwand einschließlich Thorakotomien und Tho-
raxdrainagen und an Bauchwand und Bauchhöhle, Stütz- und Bewegungssystem, Ge-
fäß- und Nervensystem einschließlich Resektionen, Übernähungen, Exstirpationen und
Exzisionen mittels konventioneller, endoskopischer und interventioneller Techniken, z. B.
Lymphknotenexstirpation, Port-Implantatin, Entfernung von Weichteilgeschwülsten,
Schilddrüsen-Resektion, explorative Laparotomie, Thorakotomie, Thoraxdrainage, Ma-
gen-, Dünndarm- und Dickdarm- Resektion, Notversorgung von Leber- und Milzverlet-
zungen, Cholecystektomie, Appendektomie, Anus praeter-Anlage, Herniotomien, Hä-
morrhoidektomie, periproktitische Abzessspaltung, Fistel- und Fissur- Versorgung , Oste-
osynthesen, Implantatentfernung, Exostosenabtragung, Amputationen, Varizenoperatio-
nen, Thrombektomie, Embolektomie, Tracheotomie

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- Mitwirkung bei Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade
6.2 Facharzt / Fachärztin für Gefäßchirurgie
(Gefäßchirurg / Gefäßchirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Gefäßchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Gefäßchirurgie bei einem Weiterbildungsbefugten
an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• bis zu 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirur-
gie
oder
6 Monate in Anästhesiologie, Innere Medizin und Angiologie oder Radiologie
angerechnet werden
• 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung und Nachbehandlung von Erkrankungen, Verletzungen, In-
fektionen und Fehlbildungen des Gefäßsystems einschließlich der Rehabilitation
- der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der
Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- der operativen Behandlung einschließlich hyperämisierender, resezierender und rekon-
struktiver Eingriffe und konservativen Maßnahmen am Gefäßsystem
- instrumentellen Untersuchungsverfahren einschließlich der Durchblutungsmessung und
Erhebung eines angiologischen Befundes zur Operationsvorbereitung und -nachsorge
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- intraoperative angiographische Untersuchungen
- Doppler-/Duplex-Untersuchungen der
- Extremitäten versorgenden Gefäße,
- abdominellen und retroperitonealen Gefäße,
- extracraniellen hirnzuführenden Gefäße
- hämodynamische Untersuchungen an Venen
- rekonstruktive Operationen
- an supraaortalen Arterien,
- an aortalen, iliakalen, viszeralen und thorakalen Gefäßen,
- im femoro-poplitealen, brachialen und cruro-pedalen Abschnitt
- endovaskuläre Eingriffe
- Anlage von Dialyse-Shunts, Port-Implantation
- Operationen am Venensystem
- Grenzzonenamputationen, Ulkusversorgungen

- 31 -
6.3 Facharzt / Fachärztin für Herzchirurgie
(Herzchirurg / Herzchirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Herzchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Herzchirurgie bei einem Weiterbildungsbefugten
an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in
Innere Medizin und Kardiologie und/oder Kinder- und Jugendmedizin/Kinder-
Kardiologie angerechnet werden,
- die auch im ambulanten Bereich abgeleistet werden können
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, operativen und postoperativen Behandlung und Rehabilita-
tion von Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen, Fehlbildungen des Her-
zens, der herznahen Gefäße sowie des Mediastinums und der Lunge im Zusammenhang
mit herzchirurgischen Eingriffen
- Maßnahmen der Nachsorge nach operativer Behandlung einschließlich Immunsuppres-
sion und Organabstoßungsbehandlung bei Transplantationen
- der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der
Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- den Grundlagen minimal-invasiver Therapie
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
- den Grundlagen der Diagnostik und Behandlung angeborener Herzerkrankungen sowie
terminaler Erkrankungen von Herz und Lunge
- der Anwendung von Kreislaufassistenzsystemen
- der Indikationsstellung zur Herz-, Lungen- und Herz-Lungen-Transplantation einschließ-
lich technischer Grundlagen von Herzassistenzsystemen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Elektrokardiogramm
- sonographische Untersuchungen der Thoraxorgane einschließlich Doppler- / Duplex-
Untersuchungen des Herzens und der großen Gefäße
- Echokardiographie
- Operationen mit Hilfe oder in Bereitschaft der extrakorporalen Zirkulation
- an Koronargefäßen
- an der Mitralklappe einschließlich Rekonstruktion
- an der Aortenklappe und/oder Aorta aszendens/Mitralklappe/ Koronargefäß
- bei angeborenen Herzfehlern
- Operationen ohne Einsatz der extrakorporalen Zirkulation
- Anastomosen und Rekonstruktionen an den thorakalen Gefäßen einschließlich Aor-
tenaneurysmen
- transvenöse Schrittmacherimplantationen/ Defibrillatoren (AICD)

- 32 -
- Operationen am Thorax in Zusammenhang mit herzchirurgischen Eingriffen
z. B. Brustwandresektion, Thoraxstabilisierung, Exstirpation von Fremdkörpern, Ope-
rationen bei Thoraxverletzungen
- Operationen an der Lunge und am angrenzenden Mediastinum in Zusammenhang
mit herzchirurgischen Eingriffen
- Operationen an peripheren Gefäßen im Zusammenhang mit herzchirurgischen Ein-
griffen, z. B. Rekonstruktion peripherer Gefäße nach Einsatz von Kreislaufassistenz-
systemen und der extrakorporalen Zirkulation
6.4 Facharzt / Fachärztin für Kinderchirurgie
(Kinderchirurg / Kinderchirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Kinderchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Kinderchirurgie bei einem Weiterbildungsbefug-
ten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in Kinder- und Jugendmedizin, davon können
- 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen
abgeleistet werden
• können 6 Monate in einer anderen Facharztweiterbildung des Gebietes Chirurgie oder
in Anästhesiologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Radiologie oder
Urologie oder in Handchirurgie angerechnet werden
• können bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, operativen und konservativen Behandlung, Nachsorge und
Rehabilitation von Fehlbildungen, Erkrankungen, Infektionen, Organtumoren, Verletzun-
gen, Verbrennungen sowie deren Folgen im Kindesalter einschließlich pränataler Ent-
wicklungsstörungen
- den instrumentellen und funktionellen Untersuchungsmethoden
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
- den endoskopischen, laparoskopischen, minimal-invasiven, mikrochirurgischen Operati-
onsverfahren und Laser-Techniken
- der Behandlung von Schwer- und Mehrfachverletzten einschließlich des Trauma-
Managements und der Überwachung
- der konservativen und operativen Frakturversorgung einschließlich gelenknaher Fraktu-
ren und Gelenkverletzungen sowie plastisch-rekonstruktiver Techniken
- der enteralen und parenteralen Ernährung insbesondere nach Operationen, auch bei
Früh- und Neugeborenen
- den Grundlagen der Durchgangsarzt- und Verletzungsartenverfahren der gewerblichen
Berufsgenossenschaften
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

- 33 -
- Repositionen von Frakturen und Luxationen sowie Versorgung von Weichteil- und Or-
ganverletzungen
- operative Eingriffe einschließlich endoskopischer, minimal-invasiver, mikrochirurgischer
und Laser-Techniken
- an Kopf- und Hals, z. B. Trepanationen, ventrikuläre Liquorableitungen, Osteoplastik
bei Craniostenose, Tracheotomien, Thyreoidektomien, Korrektur von Kiemengangs-
anomalien, ösophagotracheale Fisteln, Verletzungen und muskulärer Schiefhals,
Tumorresektionen
- an Brustwand und Brusthöhle,z. B. Korrekturen von Fehlbildungen, Erkrankungen
und Verletzungen der Brustwand, der Brusthöhle, des Mediastinums, des Trache-
obronchialsystems, der Lungen und des Oesophagus, Resektion äußerer, mediasti-
naler und pulmonaler Tumoren
- an Bauchwand, Bauchhöhle und Retroperitoneum,z. B. Korrektur von Fehlbildungen,
operative Therapie von Organverletzungen äußerer und innerer Hernien, bei Funkti-
onsstörungen und entzündlichen Erkrankungen, intestinale Resektionen einschließ-
lich Tumorresektionen
- am Urogenitaltrakt,z. B. Korrektur von Fehlbildungen der Nieren, ableitenden Harn-
wege und des inneren und äußeren Genitale einschließlich Verletzungen, Tumorre-
sektionen
- am Gefäß-, Nerven- und Lymphsystem,z. B. bei Fehlbildungen einschließlich Dys-
raphien, Verletzungen und Tumoren, Anlage von Shunts, Port-Implantationen
- am Stütz- und Bewegungssystem, z. B. bei Frakturen, Luxationen und Weichteilver-
letzungen einschließlich deren Folgen, Weichteil-, Knochen- und Gelenkinfektionen,
Tumoren
- bei plastisch-rekonstruktiven Eingriffen,z. B. bei Fehlbildungen, kongenitalen Defek-
ten und Defektverletzungen an Kopf, Hals, Brustwand, Rumpf und Extremitäten und
Zwerchfellplastiken, Haut-, Muskel-, Sehnen- und Knorpelplastiken
6.5 Facharzt / Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie
(Orthopäde und Unfallchirurg / Orthopädin und Unfallchirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Orthopädie und Unfallchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie bei einem Weiter-
bildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
bis zu
• 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie
und/oder in Neurochirurgie abgeleistet werden
• 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, operativen und konservativen Behandlung, Nachsorge und
Rehabilitation von Verletzungen und deren Folgezuständen sowie von angeborenen und
erworbenen Formveränderungen, Fehlbildungen, Funktionsstörungen und Erkrankungen

- 34 -
der Stütz- und Bewegungsorgane unter Berücksichtigung der Unterschiede in den ver-
schiedenen Altersstufen
- der Behandlung von Schwer- und Mehrfachverletzten einschließlich des Traumamana-
gements
- den zur Versorgung im Notfall erforderlichen neurotraumatologischen, gefäßchirurgi-
schen, thoraxchirurgischen und visceralchirurgischen Maßnahmen in interdisziplinärer
Zusammenarbeit
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
- der konservativen und funktionellen Behandlung von angeborenen und erworbenen De-
formitäten und Reifungsstörungen
- den Grundlagen der konservativen und operativen Behandlung rheumatischer Gelenker-
krankungen
- den Grundlagen der operativen Behandlung von Tumoren der Stütz- und Bewegungsor-
gane
- der Erkennung und Behandlung von Weichteilverletzungen, Wunden und Verbrennungen
einschließlich Mitwirkung bei rekonstruktiven Verfahren
- der Erkennung und Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörun-
gen der Hand
- der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Sportverletzungen und Sportschäden
sowie deren Folgen
- der Mitwirkung bei operativen Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade
- der Prävention und Behandlung von Knochenerkrankungen und der Osteoporose
- der Biomechanik
- chirotherapeutischen und physikalischen Maßnahmen einschließlich funktioneller und
entwicklungsphysiologischer Übungsbehandlungen sowie der medizinischen Aufbautrai-
nings- und Gerätetherapie
- der technischen Orthopädie und Schulung des Gebrauchs orthopädischer Hilfsmittel ein-
schließlich ihrer Überprüfung bei Anproben und nach Fertigstellung
- den Grundlagen der Durchgangsarzt- und Verletzungsartenverfahren der gewerblichen
Berufsgenossenschaften
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- sonographische Untersuchungen der Bewegungsorgane einschließlich Arthroso-
nographien, auch bei Säuglingen
- operative Eingriffe einschließlich Notfalleingriffe an Körperhöhlen, Wirbelsäule, Schul-
ter/Oberarm/Ellbogen, Unterarm/Hand, Becken, Hüftgelenk, Oberschenkel, Kniegelenk,
Unterschenkel, Sprunggelenk, Fuß
- Eingriffe an Nerven und Gefäßen
- Eingriffe bei Infektionen an Weichteilen, Knochen und Gelenken
- Implantatentfernungen
- Behandlung von thermischen und chemischen Schädigungen
- konservative Behandlungen von angeborenen und erworbenen Deformitäten, Luxatio-
nen, Frakturen und Distorsionen
- Injektions- und Punktionstechniken an Wirbelsäule und Gelenken
- Osteodensitometrie
- Anordnung, Überwachung und Dokumentation von Verordnungen orthopädischer Hilfs-
mittel
6.6 Facharzt / Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie
(Plastischer und Ästhetischer Chirurg / Plastische und Ästhetische Chirurgin)
Weiterbildungsziel:

- 35 -
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Plastische und Ästhetische Chirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Wei-
terbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
können bis zu
• 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
und/oder
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
oder
6 Monate in Anästhesiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe oder Pathologie ange-
rechnet werden
• 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, operativen und konservativen Wiederherstellung und Ver-
besserung angeborener oder durch Krankheit, Degeneration, Tumor, Unfall oder Alter
verursachter sichtbar gestörter Körperfunktionen und der Körperform
- der Behandlung Brandverletzter in der Aku- und sekundären Rekonstruktionsphase
- der Differentialtherapie bei postoperativen Komplikationen, Großwunden und Wundhei-
lungsstörungen
- Rekonstruktionsmaßnahmen bei Fehlbildungen
- therapeutischen Verfahren bei akuten Verletzungen der Haut und Weichteile einschließ-
lich Rekonstruktion
- der ästhetisch-plastischen Chirurgie in allen Körperregionen einschließlich kosmetische
Operationen unter Berücksichtigung der psychologischen Exploration und Elektionskrite-
rien und der spezifischen Aufklärung bei elektiven Operationsindikationen
- funktions- und strukturwiederherstellende Eingriffe bei akuten Verletzungen und chroni-
schen Wunden und Infektionen der Haut, der Weichteile und des muskulo-skelettalen
Apparates sowie deren Folgeschäden auch in interdisziplinärer Kooperation
- der Erkennung und Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörun-
gen der Hand
- der Mitwirkung bei Replantationen und Revaskularisationen abgetrennter Körperteile ein-
schließlich der Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen des peripheren Nerven-
systems
- der Transplantation isogener, allogener oder synthetischer Ersatzstrukturen
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen bei angeborenen Fehlbildungen, erworbenen Defekten und ästhetisch-
kosmetischen Eingriffen
- der Nachbehandlung ästhetisch-plastischer Eingriffen einschließlich Verbände, Ruhig-
stellung, Stabilisierung auch bei Schuhversorgungen, Orthesen und Prothesen sowie bei
Transplantationen
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
- der Bewertung bildgebender, endoskopischer und neurologischer/ neurophysiologischer
Befunde
- der Verordnung von Krankengymnastik, Ergotherapie und weiterer Rehabilitationsmaß-
nahmen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

- 36 -
- konstruktive, rekonstruktive und ästhetisch-plastisch-chirurgische Eingriffe einschließlich
mikrochirurgischer, Laser- und Ultraschall-Techniken sowie Nah- und Fernlappenplasti-
ken mit und ohne Gefäßanschluß
- im Kopf-Hals-Bereich
- im Brustbereich
- an Rumpf und Extremitäten
- an Haut- und subkutanen Weichteilen
- an peripheren Nerven
- Mitwirkung bei Eingriffen im Rahmen der Erstversorgung von Verbrennungen und zur
Behandlung von Verbrennungsfolgen
6.7 Facharzt / Fachärztin für Thoraxchirurgie
(Thoraxchirurg / Thoraxchirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Thoraxchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Thoraxchirurgie bei einem Weiterbildungsbefug-
ten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in
Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie und/oder Innere Medizin und Pneu-
mologie angerechnet werden
• 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, operativen und konservativen Behandlung und Nachsorge
von Erkrankungen einschließlich Neoplasien, Infektionen, Verletzungen und Fehlbildun-
gen der Lunge, der Pleura, des Tracheo-Bronchialsystems, des Mediastinums, der Tho-
raxwand, des Zwerchfells und der jeweils angrenzenden Strukturen einschließlich der
Rehabilitation
- operativen Eingriffen am Herzen im Zusammenhang mit thoraxchirurgischen Operationen
- der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der
Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- den zur Versorgung im Notfall erforderlichen, gefäßchirurgischen, unfallchirurgischen,
visceralchirurgischen und allgemeinchirurgischen Maßnahmen in interdisziplinärer Zu-
sammenarbeit
- der operativen Tumorchirurgie einschließlich palliativmedizinischer und schmerzthera-
peutischer Maßnahmen
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
- der Planung und Durchführung multimodaler Therapiekonzepte bei Tumorpatienten in in-
terdisziplinärer Zusammenarbeit sowie Durchführung von Früherkennungs-und Nachsor-
gemaßnahmen zur Tumor- und Rezidiverkennung
- Techniken minimal-invasiver Chirurgie
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

- 37 -
- sonographische Untersuchungen der Thoraxorgane (ohne Herz)
- diagnostische und therapeutische Endoskopien, z. B. Tracheo-Bronchoskopie, Thora-
koskopie, Oesophagoskopie
- operative Eingriffe einschließlich minimal invasiver Techniken
- an Kopf und Hals, z. B. Tracheotomie, Mediastinoskopie
- am Mediastinum und Oesophagus, z. B. Dissektion der mediastinalen Lymphknoten,
Tumorresektion, Thymektomie, oesophagotracheale Fisteln, Verletzungen des Oe-
sophagus
- an der Thoraxwand, z. B. Verletzungen, Brustwandresektion, Thorakoplastik, Korrek-
turplastik
- an der Lunge, auch auf thorakoskopischem Weg, z. B. Keilresektion, Laserresektion,
Segmentresektion, Lobektomie, Pneumonektomie
- erweiterte Eingriffe an der Lunge, z. B. intraperikardiale Gefäßversorgung, Vorhofteil-
resektion, Perikard-und Zwerchfellresektion, plastische Operationen am Trache-
obronchial- und Gefäßbaum
- videothorakoskopische Eingriffe, z. B. Pleurektomie, Keilresektion, Sympathektomie,
Biopsien
- an der Pleura, auch auf thorakoskopischem Weg, z. B. Dekortikationen bei Tumoren,
Schwielen und Empyemen
- Eingriffe bei thorakalen Verletzungen
6.8 Facharzt / Fachärztin für Visceralchirurgie
(Visceralchirurg / Visceralchirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Visceralchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten
und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Visceralchirurgie bei einem Weiterbildungsbefug-
ten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in
Anästhesiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere Medizin und Gastroentero-
logie, Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Pathologie und/oder Urologie
angerechnet werden
• 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachbehandlung und Rehabilitation von Er-
krankungen, Verletzungen, Infektionen, Fehlbildungen innerer Organe insbesondere der
gastroenterologischen, endokrinen und onkologischen Chirurgie der Organe und Weich-
teile
- der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der
Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- endoskopischen, laparoskopischen und minimal-invasiven Operationsverfahren
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes

- 38 -
- der Mitwirkung bei interdisziplinären interventionellen Verfahren wie radiologisch und ra-
diologisch-endoskopischen Verfahren oder endosonographischen Untersuchungen des
Gastrointestinaltraktes
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu gastroenterologischen, strahlentherapeuti-
schen und nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren
- instrumentellen und funktionellen Untersuchungsmethoden einschließlich Ultraschallun-
tersuchungen und Endoskopie
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- sonographische Untersuchungen des Abdomens und Retroperitoneums
einschließlich Duplex-Sonographien der abdominellen und retroperitonealen Gefäße
- Durchführung und Befundung von Rekto-/Sigmoidoskopien und den Grundlagen der Ko-
loskopie und Ösophago-Gastro-Duodenoskopie
- konventionelle, minimal-invasive und endoskopische operative Eingriffe an Kopf- und
Hals einschließlich Tracheotomie, Thorakotomie, Thoraxdrainagen, Oesophagus, Magen,
Leber, Gallenwege, Pankreas, Milz, Dünndarm, Dickdarm, Rektum, Anus, Bauchhöhle,
Retroperitoneum, Bauchwand
Übergangsbestimmungen:
Kammerangehörige, die die Facharztbezeichnung Chirurgie besitzen, sind berechtigt, statt-
dessen die Facharztbezeichnung Allgemeine Chirurgie zu führen.
Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung die Schwerpunktbe-
zeichnung
-
Gefäßchirurgie
-
Thoraxchirurgie
-
Visceralchirurgie
besitzen, sind berechtigt, stattdessen die entsprechende Facharztbezeichnung zu führen.
Kammerangehörige, die nach Facharztanerkennung bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungs-
ordnung eine Weiterbildung in den Schwerpunkten Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie und Vis-
ceralchirurgie begonnen haben, können diese nach Bestimmungen der bisher gültigen Wei-
terbildung abschließen. Nach bestandener Prüfung erhalten sie die entsprechende Fach-
arztbezeichnung. Entsprechendes gilt auch für die Kammerangehörige, die vor Inkrafttreten
dieser Weiterbildungsordnung die Weiterbildung in den Gebieten Herzchirurgie, Kinderchi-
rurgie und Plastische und Ästhetische Chirurgie begonnen haben.
Kammerangehörige, die vor Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung ihre Weiterbildung im
Gebiet Orthopädie oder im Schwerpunkt Unfallchirurgie begonnen haben, können diese
nach der bisher gültigen Weiterbildungsordnung abschließen und die entsprechenden Be-
zeichnungen führen.
Kammerangehörige, die sich bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung im Gebiet Or-
thopädie oder im Schwerpunkt Unfallchirurgie in Weiterbildung befinden, können diese als
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie abschließen, wenn sie eine Mindestweiterbil-
dungszeit von 6 Jahren und mindestens jeweils eine 2-jährige Weiterbildung in Orthopädie
und Unfallchirurgie nachweisen.
Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung im Besitz der
Schwerpunktbezeichnung Unfallchirurgie sind, können die neue Facharztbezeichnung Or-
thopädie und Unfallchirurgie innerhalb einer Frist von 3 Jahren beantragen, wenn sie min-
destens 2 Jahre Weiterbildung im Gebiet Orthopädie nachweisen. Auf das Anerkennungs-
verfahren finden die §§ 12 – 16 Anwendung.

- 39 -
Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung im Besitz der Fach-
arztanerkennung Orthopädie sind, können die Facharztbezeichnung Orthopädie und Unfall-
chirurgie innerhalb einer Frist von 3 Jahren beantragen, wenn sie mindestens 2 Jahre Wei-
terbildung im Schwerpunkt Unfallchirurgie nachweisen. Auf das Anerkennungsverfahren fin-
den die §§ 12 – 16 Anwendung. Soweit keine anderweitigen Fristen genannt sind, findet § 20
Abs. 4 bis 8 Anwendung

- 40 -
7. Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Definition:
Das Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe umfasst die Erkennung, Vorbeugung, konser-
vative und operative Behandlung sowie Nachsorge von geschlechtsspezifischen Gesund-
heitsstörungen der Frau einschließlich plastisch-rekonstruktiver Eingriffe, der gynäkologi-
schen Onkologie, Endokrinologie, Fortpflanzungsmedizin, der Betreuung und Überwachung
normaler und gestörter Schwangerschaften, Geburten und Wochenbettverläufe sowie der
Prä- und Perinatalmedizin.
Facharzt / Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
(Frauenarzt / Frauenärztin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist die Erlangung der
Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiter-
bildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• 6 Monate in einem anderen Gebiet angerechnet werden
• bis zu 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes abgeleistet wer-
den
• bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
und
80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Psychosomatische Grundversorgung
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in:
- der Gesundheitsberatung einschließlich Stillberatung und den Grundlagen der Ernäh-
rungsmedizin, Früherkennung und Vorbeugung einschließlich Impfungen
- der konservativen und operativen Behandlung der weiblichen Geschlechtsorgane ein-
schließlich der Brust, der Erkennung und Behandlung von Komplikationen und der Reha-
bilitation
- der (Früh-)Erkennung sowie den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie ein-
schließlich der Indikationsstellung zur gynäkologischen Strahlenbehandlung und der
Nachsorge von gynäkologischen Tumorerkrankungen
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der Feststellung einer Schwangerschaft, der Mutterschaftsvorsorge, der Erkennung und
Behandlung von Schwangerschaftserkrankungen, Risikoschwangerschaften und der
Wochenbettbetreuung
- der Geburtsbetreuung einschließlich Mitwirkung bei Risikogeburten und geburtshilflichen
Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade sowie der Versorgung und Betreuung des Neu-
geborenen einschließlich der Erkennung und Behandlung von Anpassungsstörungen
- der Diagnostik und Therapie der Harn- und postpartalen Analinkontinenz einschließlich
des Beckenbodentrainings
- der Indikationsstellung zu plastisch-operativen und rekonstruktiven Eingriffen im Genital-
bereich und der Brust
- der Erkennung und Behandlung des prämenstruellen Syndroms

- 41 -
- der hormonellen Regulation des weiblichen Zyklus und der ovariellen Fehlfunktionen ein-
schließlich der Erkennung und Basistherapie der weiblichen Sterilität
- der Familienplanung sowie hormoneller, chemischer, mechanischer und operativer Kont-
razeption
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung
- der Beratung bei Schwangerschaftskonflikten sowie der Indikationsstellung zum
Schwangerschaftsabbruch unter Berücksichtigung der gesundheitlichen einschließlich
psychischen Risiken
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Prävention der Osteoporose
- der Sexualberatung der Frau und des Paares
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen, psychosozialen und psycho-
sexuellen Störungen unter Berücksichtigung der gesellschaftsspezifischen Stellung der
Frau und ihrer Partnerschaft
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen einschließlich den Grundlagen zytodiagnostischer Verfahren sowie Einord-
nung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich Gerinnungsstörungen so-
wie lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wieder-
belebung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- ante- und intrapartale Cardiotokogramme
- Leitung von normalen Geburten auch mit Versorgung von Dammschnitten und Geburts-
verletzungen
- Geburtshilfliche Operationen, z. B. Sektio, Forceps, Vakuum-Extraktion, Entwicklung aus
Beckenendlage
- Erstversorgung einschließlich Erstuntersuchung des Neugeborenen
- Lokal- und Regionalanästhesie
- operative Eingriffe
- am äußeren und inneren Genitale und der Brust, z. B. Abrasio, Nachkürettage, dia-
gnostische Exstirpation, Hysteroskopie
- vaginale und abdomnelle Operationen, z. B. Hysterektomien einschließlich Deszen-
sus-Operationen, Laparoskopien
- Kolposkopien
- Anfertigung von zytologischen Abstrichpräparaten
- Ultraschalluntersuchungen einschließlich Endosonographie und Dopplersonographie der
weiblichen Urogenitalorgane und der Brust sowie der utero-plazento-fetalen Einheit auch
im Rahmen der Fehlbildungsdiagnostik
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktions-
medizin ist aufbauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der Schwerpunktkompe-
tenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:

- 42 -
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung und Behandlung geschlechtsspezifischer endokriner, neuroendokriner
und fertilitätsbezogener Funktionen, Dysfunktionen und Erkrankungen sowie von Fehlbil-
dungen des inneren Genitale in der Pubertät, der Adoleszens, der fortpflanzungsfähigen
Phase, dem Klimiakterium und der Peri- und Postmenopause
- endoskopischen und mikrochirurgischen Operationsverfahren
- der fertilitätsbezogenen Paarberatung
- der Erkennung und Behandlung gebietsbezogener endokrin bedingter Alterungsprozesse
- der Erkennung und Beurteilung psychosomatischer Einflüsse auf den Hormonhaushalt,
auf die Fertilität und deren Behandlung
- genetisch bedingten Regulations- und Fertilitätsstörungen mit Indikationsstellung zur hu-
mangenetischen Beratung
- Erkennung und Behandlung des Androgenhaushaltes, Hirsutismus und des Prolaktin-
haushaltes
- den endokrin bedingten Funktions- und Entwicklungsstörungen der weiblichen Brust
- den gynäkologisch-endokrinen Aspekten der Transsexualität
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- assistierte Fertilisationsmethoden einschließlich hormoneller Stimulation, Inseminationen,
in-vitro-Fertilisation (IVF), intrazytoplasmatische Spermatozoen-Injektion (ICSI)
- Kryokonservierungsverfahren
- Spermiogramm-Analyse und Ejakulat-Aufbereitungsmethoden und Funktionstests
- Mitwirkung bei größeren fertilitätschirurgischen Eingriffe einschließlich hysteroskopischer
und laparoskopischer Verfahren, z. B. bei Endometriose, Tuben- und Ovarchirurgie
Übergangsbestimmungen:
Kammerangehörige, die die Fakultative Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und
Reproduktionsmedizin besitzen, sind berechtigt, die Schwerpunktbezeichnung Gynäkologi-
sche Endokrinologie und Reproduktionsmedizin zu führen.
Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie ist aufbauend auf der
Facharztweiterbildung die Erlangung der Schwerpunktkompetenz nach Ableistung der vor-
geschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• bis zu 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 6 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:

- 43 -
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- Erkennung und Behandlung der bösartigen Erkrankungen des weiblichen Genitale
und der Brust
- chemotherapeutischen und hormonellen Verfahren
- molekularbiologischen onkogenetischen immunmodulatorischen, supportiven und
palliativen Verfahren
- organ- und fertilitätserhaltenden Verfahren
- radikalen Behandlungsverfahren
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- morphologisch-funktionelle (z. B. Ultraschall, Endoskopie) und invasive (z. B. Punkti-
on, Biopsie) Verfahren der Genitalorgane und Brust
- organerhaltende und radikale Krebsoperationen am Genitale (z. B. Debulking-OP,
Wertheim-OP, Vulvektomie, Lymphadenektomie, inguinal, pelvin, paraaortal, Exente-
ration)
- organerhaltende und radikale Krebsoperationen an der Mamma
- rekonstruktive Eingriffe am Genitale, den Bauchdecken und der Brust im Zusam-
menhang mit onkologischen Behandlungen
- hormonelle (ablative und additive) Therapien
- zytostatische Therapiezyklen
- supportive und palliative medikamentöse Tumortherapien
- gynäkologische Strahlen-Kontakt-Therapie
- psychoonkologische Betreuung, Rehabilitation und Begutachtung
- spezielle Rezidivdiagnostik und -Behandlung
- Tumornachsorge
Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin ist auf-
bauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der Schwerpunktkompetenz nach Ab-
leistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• 6 Monate Weiterbildung in Humangenetik oder Neonatologie angerechnet werden
• bis zu 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung und Behandlung maternaler und fetaler Erkrankungen höheren Schwie-
rigkeitsgrades einschließlich invasiver und operativer Maßnahmen und der Erstversor-
gung des gefährdeten Neugeborenen
- der Erkennung fetomaternaler Risiken
- der Erkennung und Behandlung von fetalen Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen und
Erkrankungen
- der Betreuung der Risikoschwangerschaft und Leitung der Risikogeburt

- 44 -
- der Beratung der Patientin bzw. des Paares bei gezielten pränataldiagnostischen Frage-
stellungen sowie weiterführende Diagnostik
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen einschließlich Dopplersonographien des Fetus und seiner Ge-
fäße sowie fetale Echokardiographie
- Überwachung bei erhöhtem Risiko zur differenzierten Zustandsdiagnostik des Feten
- Leitung von Risikogeburten und geburtshilflichen Notfallsituationen einschließlich Not-
fallmaßnahmen und Wiederbelebung beim Neugeborenen
- invasive prä- und perinatale Eingriffe, z. B. Amniozentesen, Chorionzottenbiopsien, Na-
belschnurpunktionen, Punktionen aus fetalen Körperhöhlen, Amniondraingen
- operative Entbindungen bei Risikoschwangerschaften einschließlich Beckenendlagen-
entwicklung, Versorgung komplizierter Geburtsverletzungen, Resectiones und Entwick-
lung von Mehrlingen
Übergangsbestimmungen:
Kammerangehörige, die die Fakultative Weiterbildung Spezielle Geburtshilfe und Perinatal-
medizin besitzen, sind berechtigt, die Schwerpunktbezeichnung Spezielle Geburtshilfe und
Perinatalmedizin zu führen.

- 45 -
8. Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Definition:
Das Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde umfasst die Vorbeugung, Erkennung, konservative
und operative Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen,
Fehlbildungen, Formveränderungen und Tumoren des Ohres, der Nase, der Nasenneben-
höhlen, der Mundhöhle, des Pharynx und Larynx und von Funktionsstörungen der Sinnesor-
gane dieser Regionen sowie von Stimm-, Sprach-, Sprech- und Hörstörungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde ist die Erlangung von Fach-
arztkompetenzen 8.1 und 8.2 nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten
und Weiterbildungsinhalte, die auf der Basisweiterbildung (gemeinsame Inhalte der Fach-
arztweiterbildungen) aufbauen.
Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 8.1 und 8.2:
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungs-
stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Gesundheitsberatung, Vorbeugung, (Früh-)Erkennung und Behandlung von Erkran-
kungen des Gehör- und Gleichgewichtsorgans, der Hirnnerven, der Nase und Nasenne-
benhöhlen, der Tränen-Nasen-Wege, der Lippen, der Wange, der Zunge, des Zungen-
grunds, des Mundbodens und der Tonsillen, des Rachens, des Kehlkopfs, der Kopfspei-
cheldrüsen sowie der Oto- und Rhinobasis einschließlich des Lymphsystems sowie der
Weichteile des Gesichtsschädels und des Halses
- den Grundlagen der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung
einschließlich der Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- den Grundlagen funktioneller Störungen der Halswirbelsäule und der Kiefergelenke
- der Wundversorgung, Wundbehandlung und Verbandslehre
- Untersuchungen der gebietsbezogenen Hirnnerven einschließlich Prüfung des Riech-
und Schmeck-Sinnes
- den Grundlagen der Diagnostik und Therapie von Schluck-, Stimm-, Sprech- und
Sprachstörungen einschließlich Stroboskopie und Stimmfeldmessungen
- der Hör-Screening-Untersuchung
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung
- der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnah-
men zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung sowie den Grundla-
gen der Beatmungstechnik und intensivmedizinischer Basismaßnahmen
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie

- 46 -
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- audiologische Untersuchungen, z. B. Tonschwellen-, Sprach- Hörfeldaudiometrie, elektri-
sche Reaktionsaudiometrie (ERA), otoakustische Emissionen, Hörtests zur Diagnostik
zentraler Hörstörungen sowie zur Hörgeräteversorgung einschließlich Anpassung und
Überprüfung, Hörschwellenbestimmung, Impedanzmessungen mit Stapediusreflexmes-
sung einschließlich Neugeborenen-Hör-Screening
- neuro-otologische Untersuchungen, z. B. experimentelle Nystagmusprovokation, spino-
vestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests
- Sprachtests
- Ventilationsprüfungen, z. B. Rhinomanometrie, Spirometrie, Spirographie
- mikroskopische und endoskopische Untersuchungen, z. B. Rhinoskopie, Sinuskopie, Na-
sopharyngoskopie, Laryngoskopie, Tracheoskopie, Oesophagoskopie
- sonographische Untersuchungen der Gesichts- und Halsweichteile sowie der Nasenne-
benhöhlen und Doppler-/ Duplex-Sonographien der extrakraniellen hirnversorgenden Ge-
fäße
- Lokal- und Regionalanästhesien
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
8.1 Facharzt / Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
(Hals-Nasen-Ohrenarzt / Hals-Nasen-Ohrenärztin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Hals-Nasen-Ohrenheilkunde nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
und
36 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde bei einem Weiterbil-
dungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• 6 Monate im Gebiet Chirurgie oder Pathologie oder in Anästhesiologie,
Kinder- und Jugendmedizin, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie oder
Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen angerechnet werden
• bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung, konservativen und operativen Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation
von Erkrankungen einschließlich Funktionsstörungen, Verletzungen, Fehlbildungen,
Formveränderungen und Tumoren der Organe der Nase und Nasennebenhöhlen, der
Tränen-Nasen-Wege, des Gehör- und Gleichgewichtsorgans, der Hirnnerven, der Lip-
pen, der Wange, der Zunge, des Zungengrunds, des Mundbodens, der Tonsillen, des
Rachens, des Kehlkopfes, der oberen Luft- und Speisewege, der Kopfspeicheldrüsen
sowie der Oto- und Rhinobasis sowie der Weichteile des Gesichtsschädels und des Hal-
ses
- den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

- 47 -
- der Erkennung und Behandlung gebietsbezogener allergischer Erkrankungen einschließ-
lich der Notfallbehandlung des anaphylaktischen Schocks
- den Grundlagen schlafbezogener Atemstörungen und deren operativer Behandlungs-
maßnahmen
- der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der
Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- den umweltbedingten Schädigungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich einschließlich Lärm-
schwerhörigkeit
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- unspezifische und allergenvermittelte Provokations- und Karenztests einschließlich epi-
kutaner, kutaner und intrakutaner Tests einschließlich Erstellung eines Therapieplanes
- Hyposensibilisierung
- neuro-otologische Untersuchungen, z. B. experimentelle Nystagmusprovokation, spino-
vestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests und funktionelle Untersuchung des Hals-
Wirbel-Säulensystems auch mit apparativer Registrierung mittels elektro-und/oder Vide-
onystagmographie
- operative Eingriffe einschließlich endoskopischer und mikroskopischer Techniken
- an Ohr, Ohrschädel, Gehörgang, Ohrmuschel einschließlich Felsenbeinpräparatio-
nen
- an Nasennebenhöhlen, Nase und Weichteilen des Gesichtsschädels
- plastische Maßnahmen geringen Schwierigkeitsgrades an Nase und Ohr
- im Pharynx
- im Bereich des Kehlkopfs und der oberen Luftröhre einschließlich Tracheotomie
- am äußeren Hals
- an Speicheldrüsen und -ausführungsgängen
- Eingriffe bei Schlafapnoe
- Mitwirkung bei Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade, z. B. bei mikrochirurgischen Ohr-
operationen große tumorchirurgische Operationen im Kopf-Hals-Bereich, bei endoskopi-
scher Ethmoidektomie und Pansinusoperationen, bei neuroplastischen Eingriffen, bei Ge-
fäßersatz und mikrovaskulären Anastomosen
8.2 Facharzt / Fachärztin für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen nach Ableistung der vorgeschriebe-
nen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
und
36 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen bei
einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1,
davon können
• 6 Monate in Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Neurologie oder Psychosomatische Medizin
und Psychotherapie angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

- 48 -
- der Erkennung, konservativen Behandlung und Rehabilitation von organischen, funktio-
nellen, peripheren und zentralen Funktionsstörungen der Stimme, des Sprechens, der
Sprache, des Schluckens und des kindlichen Hörens, der Hörreifung, -verarbeitung und -
wahrnehmung einschließlich psychosomatischer Störungen und der Beratung von Ange-
hörigen
- Erkennung auditiver, visueller, kinästhetischer und taktiler Verarbeitungs- und Wahrneh-
mungsstörungen im Kindesalter einschließlich entwicklungsneurologischer und -psycho-
logischer Zusammenhänge
- der Diagnostik der Grob-, Fein- und Mundmotorik im Zusammenhang mit Schluck-,
Sprech- und Sprachstörungen einschließlich Prüfung der Dysarthrophonie, Aphasien und
Apraxien
- der alters- und entwicklungsgemäßen Kinderaudiometrie mit subjektiven und objektiven
Hörprüfungen einschließlich Screening-Verfahren auch bei Neugeborenen und Säuglin-
gen
- der Sprach- und Sprechtherapie einschließlich Maßnahmen zur Verbesserung der Kom-
munikation auf phonetisch-phonologischer, morphologisch-syntaktischer, semantischer
und pragmatisch-kommunikativer Ebene
- der funktionellen Schlucktherapie einschließlich kompensatorischer Strategien und Hilfen
zur Unterstützung des Essens und Trinkens und Stellung von Indikationen zur chirurgi-
schen Schluckrehabilitation sowie der Versorgung mit Trachealkanülen und gastroduo-
denalen Sonden
- der Stimmtherapie einschließlich Maßnahmen zur Verbesserung von Selbst- und
Fremdwahrnehmung, Tonusregulierung, Atmung, Artikulation, Phonation und Ersatz-
stimmbildung
- der Anpassung und Überprüfung von Hörgeräten im Kindesalter einschließlich
Gebrauchsschulung
- der Rehabilitation nach Hörgeräteversorgung und Cochlea-Implantation im Kindesalter
- Stimmleistungsuntersuchungen bei Sprech- und Stimmberufen einschließlich Stimmhy-
giene
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ableitung akustisch und somatosensorisch evozierter Potenziale
- elektrische Reaktionsaudiometrie (ERA) im Kindesalter
- Messung otoakustischer Emissionen im Kindesalter
- Hörschwellen-Bestimmung mit altersbezogenen reaktions-, verhaltens- und spielaudio-
metrischen Verfahren im Kindesalter
- subjektive und objektive Methoden zur Diagnostik zentraler Hörstörungen im Kindesalter
- Kindersprachtests entsprechend dem Sprachentwicklungsalter
- entwicklungs-, neuro- und leistungspsychologische Testverfahren
- instrumentelle Analysen des Stimm- und Sprachschalls in Frequenz-, Intensitäts- und
Zeitbereich, z. B. Stimmfeldmessung, Grundtonfrequenzbestimmung, Spektral- und Peri-
odizitätsanalysen
- Untersuchung der Phonationsatmung mit Bestimmung statischer und dynamischer Lun-
genfunktionsparameter
- Analyse der Stimmlippenschwingungen mittels Stroboskopie und Elektroglottographie
- fachbezogene Elektromyographie und Elektroneurographie einschließlich der kortikalen
Magnetstimulation
Übergangsbestimmungen:
Kammerangehörige, die die Facharztbezeichnung Phoniatrie und Pädaudiologie besitzen,
sind berechtigt, stattdessen die Facharztbezeichnung Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstö-
rungen zu führen.

- 49 -
9. Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten
(Hautarzt / Hautärztin)
Definition:
Das Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten umfasst die Vorbeugung, Erkennung, konser-
vative und operative Behandlung, die Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen ein-
schließlich der durch Allergene und Pseudoallergene ausgelösten Krankheiten der Haut, der
Unterhaut, der hautnahen Schleimhäute und der Hautanhangsgebilde sowie von Ge-
schlechtskrankheiten.
Facharzt / Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten ist die Erlangung der
Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiter-
bildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 30 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Gesundheitsberatung, (Früh-)Erkennung, konservativen und operativen Behandlung
und Rehabilitation der Haut, Unterhaut und deren Gefäße, der Hautanhangsgebilde und
hautnahen Schleimhäute einschließlich der gebietsbezogenen immunologischen Krank-
heitsbilder
- der Vorbeugung, Erkennung, operativen Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von
Tumoren des Hautorgans und der hautnahen Schleimhäute einschließlich den Grundla-
gen der gebietsbezogenen Tumortherapie
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- der Erkennung und Behandlung gebietsbezogener allergischer Erkrankungen
- der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung sexuell übertragbarer Infektionen und In-
festationen an Haut und hautnahen Schleimhäuten und Geschlechtsorganen
- der Erkennung andrologischer Störungen und Indikationsstellung zur weiterführenden
Behandlung
- der Erkennung und Behandlung der gebietsbezogenen epifaszialen Gefäßerkrankungen
einschließlich der chronisch venösen Insuffizienz, des Ulcus cruris und der peripheren
lymphatischen Abflußstörungen
- der Erkennung proktologischer Erkrankungen und Indikationsstellung zur weiterführen-
den Behandlung
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich topischer und systemischer
Pharmaka und der Galenik von Dermatika
- der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation berufsbedingter Dermato-
sen
- den Grundlagen der Gewerbe- und Umweltdermatologie einschließlich der gebietsbezo-
genen Toxikologie
- der Wundversorgung, Wundbehandlung und Verbandslehre
- der Notfallbehandlung des anaphylaktischen Schocks

- 50 -
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer, balneologischer und klimatolo-
gischer Therapiemaßnahmen
- der dermatologischen nicht ionisierenden Strahlenbehandlung und Lasertherapie
- der Indikationsstellung zu und Befundbewertung von gebietsbezogenen histologischen
Untersuchungen
- ernährungsbedingten Hautmanifestationen einschließlich diätetischer Behandlung
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- operative Eingriffe
- Exzisionen von benignen und malignen Tumoren
- lokale und regionale Lappenplastiken, auch unter Verwendung artefizieller Hautdeh-
nungsverfahren (Gewebeexpandertechnik)
- freie Hauttransplantationen durch autologe und andere Transplantate
- phlebologische operative Eingriffe, z. B. epifasziale Venenexhairese, Ulcusdeckung,
Unterbindung insuffizienter Venae perforantes, Crossektomie, superfizielle Throm-
bektomie
- ästhetisch operative Dermatologie, wie z. B. Narbenkorrekturen, Konturverbesserun-
gen, Dermabrasionen, physiko-chemische Dermablationen
- proktologische Eingriffe wie Haemorrhoidalsklerosierung, Mariskenexzision, Fissu-
rektomie, Entfernung analer Condylomata acuminata
- Eingriffe mit kryotherapeutischen Verfahren
- Eingriffe mit lasertherapeutischen Verfahren, z. B. ablativ, korrektiv, selektiv-
photothermolytisch
- Mitwirkung bei Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade
- Sklerosierungstherapie oberflächlich gelegener Venen
- Sonographie der Haut und hautnahen Lymphknoten einschließlich Dopp-
ler/Duplexsonographie peripherer Gefäße
- phlebologische Funktionsuntersuchungen wie Verschlussplethysmographie, Lichtreflex-
rheographie
- Photochemotherapie, Balneophototherapie und photodynamische Therapie
- Punktions- und Katheterisierungstechniken
- Lokal-, Tumeszenz- und Regionalanästhesien
- Gestaltung von dermatologischen Rehabilitationsplänen
- mykologische Untersuchungen einschließlich kultureller Verfahren und Erregerbestim-
mung
- Trichogramm

- 51 -
10. Gebiet Humangenetik
Definition:
Das Gebiet Humangenetik umfasst die Aufklärung, Erkennung und Behandlung genetisch
bedingter Erkrankungen einschließlich der genetischen Beratung von Patienten und ihren
Familien sowie den in der Gesundheitsversorgung tätigen Ärzte.
Facharzt / Fachärztin für Humangenetik
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Humangenetik ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 24 Monate in der humangenetischen Patientenversorgung,
• 12 Monate in einem zytogenetischen Labor,
• 12 Monate in einem molekulargenetischen Labor,
• 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung monogen, polygen, multifaktoriell und mi-
tochondrial bedingter Erkrankungen mittels klinischer, zytogenetischer, molekulargeneti-
scher und biochemischer/proteinchemischer Methoden
- der Beratung von Patienten und ihrer Familien unter Berücksichtigung psychologischer
Gesichtspunkte
- der Beratung und Unterstützung der in der Vorsorge und Krankenbehandlung tätigen
Ärzte im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit
- der Berechnung und Einschätzung genetischer Risiken
- der präsymptomatischen und prädiktiven Diagnostik
- den Grundlagen der Entstehung und Wirkung von Mutationen, der Genwirkung, der mo-
lekularen Genetik, der formalen Genetik und der genetischen Epidemiologie
- der Wirkung exogener Noxen hinsichtlich Mutagenese, Tumorgenese und Teratogenese
- der pränatalen Diagnostik
- der medikamentösen Therapie unter Berücksichtigung individueller genetischer Veranla-
gung
- den Grundlagen der Behandlung genetisch bedingter Krankheiten einschließlich präven-
tiver Maßnahmen
- den Grundlagen der Zytogenetik mit Zellkultur aus verschiedenen Geweben, der Chro-
mosomenpräparation, -färbung und -analyse sowie der molekularen Zytogenetik
- den Grundlagen der molekularen Genetik und ihrer Methoden wie Gewinnung und Analy-
tik von humaner DNA aus unterschiedlichen Geweben sowie der Grundtechniken der
Sequenzermittlung
- den Grundlagen molekulargenetischer Diagnostik mit direktem Nachweis von Genmutati-
onen auch bei Abstammungsuntersuchungen sowie Methoden der indirekten Genotypi-
sierung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

- 52 -
- klinisch-genetische Diagnostik erblich bedingter Krankheiten angeborener Fehlbildungen
und Fehlbildungssyndrome
- Befunderhebung und Risikoabschätzung bei
- monogenen und komplexen Erbgängen
- numerischen und strukturellen Chromosomenaberrationen
- molekulargenetischen Befunden
- genetische Beratungen einschließlich Erhebung der Familienanamnese in 3 Generatio-
nen und Erstellung einer epikritischen Beurteilung bei verschiedenen Krankheitsbildern
- prä- und postnatale Chromosomanalysen
- Methoden der molekularen Zytogenetik einschließlich chromosomaler in-situ-
Hybridisierung, Kultivierungs- und Präparationsschritten an
- Interphasekernen
- Metaphasechromosomen
- prä- und postnatale molekulargenetische Analysen

- 53 -
11. Gebiet Hygiene und Umweltmedizin
Definition:
Das Gebiet Hygiene und Umweltmedizin umfasst die Erkennung, Erfassung, Bewertung so-
wie Vermeidung schädlicher exogener Faktoren, welche die Gesundheit des Einzelnen oder
der Bevölkerung beeinflussen sowie die Entwicklung von Grundsätzen für den Gesundheits-
schutz und den gesundheitsbezogenen Umweltschutz. Das Gebiet umfasst auch die Unter-
stützung und Beratung von Ärzten und Institutionen in der Krankenhaus- und Praxishygiene,
der Umwelthygiene und -medizin, der Individualhygiene sowie im gesundheitlichen Verbrau-
cherschutz.
Facharzt / Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharztkompetenz Hygiene und Umweltmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung anderer Gebiete
• können bis zu 12 Monate im Gebiet Pharmakologie und/oder in Arbeitsmedizin, Mik-
robiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und/oder Öffentliches Gesundheits-
wesen angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Krankenhaus- und Praxishygiene sowie Infektionsprävention und hygienisches Quali-
tätsmanagement einschließlich der Mitwirkung bei Planung und Betrieb von Gesund-
heitseinrichtungen und Erstellung von Hygieneplänen
- der Beratung bezüglich Infektionsverhütung, -erkennung und -bekämpfung sowie der
Überwachung der Desinfektion, Sterilisation, Ver- und Entsorgung
- der Erkennung nosokomialer Infektionen und Auswertung epidemiologischer Erhebungen
- der Vorbeugung und Epidemiologie von infektiösen und nicht infektiösen Krankheiten
einschließlich des individuellen und allgemeinen Seuchenschutzes
- der Umwelthygiene wie Wasser-, Boden-, Lufthygiene und Hygiene von Lebensmitteln,
Gebrauchs- und Bedarfsgegenständen
- der Beurteilung der Beeinflussung des Menschen durch Umweltfaktoren und Schadstoffe
- der klinischen Umweltmedizin einschließlich Biomonitoring
- der Umweltanalytik und Umwelttoxikologie
- dem gesundheitlichen Verbraucherschutz
- den Grundlagen der Reisemedizin
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- hygienische Ortsbegehungen und Inspektion einschließlich Krankenhausbegehung
- Analysen von Roh-, Trink-, Mineral-, Brauch-, Bade- und Abwässern, Boden- und Abfall-
proben einschließlich Befundbeurteilung in Bezug auf Grenz- und Richtwerte
- Untersuchungen für die Bau- und Siedlungshygiene einschließlich der Lärmbeeinflus-
sung und der Luftqualität
- Untersuchung von Lebensmitteln einschließlich der Anlagen zur Lebensmittel- und Spei-
seherstellung

- 54 -
12. Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin
Definition:
Das Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin umfasst die Vorbeugung, (Früh-) Erken-
nung, konservative und interventionelle Behandlung sowie Rehabilitation und Nachsorge der
Gesundheitsstörungen und Erkrankungen der Atmungsorgane, des Herzens und Kreislaufs,
der Verdauungsorgane, der Nieren und ableitenden Harnwege, des Blutes und der blutbil-
denden Organe, des Gefäßsystems, des Stoffwechsels und der inneren Sekretion, des Im-
munsystems, des Stütz- und Bindegewebes, der Infektionskrankheiten und Vergiftungen so-
wie der soliden Tumore und der hämatologischen Neoplasien. Das Gebiet umfasst auch die
Gesundheitsförderung und die hausärztliche Betreuung unter Berücksichtigung der somati-
schen, psychischen und sozialen Wechselwirkungen und die interdisziplinäre Koordination
der an der gesundheitlichen Betreuung beteiligten Personen und Institutionen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin ist die Erlangung von
Facharzt- / Schwerpunktkompetenzen 12.1 / 12.2 nach Ableistung der vorgeschriebenen
Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Gemeinsame Inhalte für die im Gebiet enthaltenen Facharzt-/ Schwerpunktkompetenzen
12.1 und 12.2:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Gesundheitsberatung, der Früherkennung von Gesundheitsstörungen einschließlich
Gewalt- und Suchtprävention, der Prävention einschließlich Impfungen, der Einleitung
und Durchführung rehabilitativer Maßnahmen sowie der Nachsorge
- der Erkennung und Behandlung von nichtinfektiösen, infektiösen, toxischen und neoplas-
tischen sowie von allergischen, immmunologischen, metabolischen, ernährungsabhängi-
gen und degenerativen Erkrankungen auch unter Berücksichtigung der Besonderheiten
dieser Erkrankungen im höheren Lebensalter
- den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- geriatrischen Syndromen und Krankheitsfolgen im Alter einschließlich der Pharmakothe-
rapie im Alter
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen einschließlich der Krisenintervention sowie der Grundzüge der Beratung und
Führung Suchtkranker
- Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen
- ernährungsbedingten Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung so-
wie Beratung und Schulung
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung
- der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnah-
men zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
- der Bewertung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, der Arbeitsfähigkeit, der Berufs-
und Erwerbsfähigkeit sowie der Pflegebedürftigkeit
- der intensivmedizinischen Basisvorsorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

- 55 -
- Durchführung und Dokumentation von Diabetikerbehandlungen einschließlich strukturier-
ter Schulungen
- Elektrokardiogramm
- Ergometrie
- Langzeit-EKG
- Langzeitblutdruckmessung
- spirometrische Untersuchungen der Lungenfunktion
- Ultraschalluntersuchungen des Abdomens und Retroperitoneums einschließlich Urogeni-
talorgane
- Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse
- Doppler-Sonographien der Extremitäten versorgenden und der extrakraniellen Hirn ver-
sorgenden Gefäße
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
- Proktoskopie
12.1 Facharzt / Fachärztin für Innere und Allgemeinmedizin
1
(Hausarzt / Hausärztin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharztkompetenz Innere und Allgemeinmedi-
zin (Hausarzt/Hausärztin) nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im Gebiet enthaltenen
Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen und des Weiterbildungskurses.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung, davon können bis
zu
- 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung (auch 3 Mo-
nats-Abschnitte) angerechnet werden, die auch im ambulanten Bereich
ableistbar sind, dabei sind höchstens 6 Monate in anderen zugelassenen Ein-
richtungen oder Diensten des Gesundheitswesens, die sich mit Allgemeinmedi-
zin befassen, anrechenbar
und
• 24 Monate Weiterbildung in der ambulanten hausärztlichen Versorgung, davon kön-
nen bis zu
- 6 Monate in Chirurgie (auch 3 Monats-Abschnitte) angerechnet werden
und
• 80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Psychosomatische Grundversor-
gung
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der primären Diagnostik, Beratung und Behandlung bei allen auftretenden Gesundheits-
störungen und Erkrankungen im unausgelesenen Patientengut
- der Integration medizinischer, psychischer und sozialer Belange im Krankheitsfall
- der Langzeit- und familienmedizinischen Betreuung

- 56 -
- Erkennung und koordinierte Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und
Jugendalter
- interdisziplinärer Koordination einschließlich der Einbeziehung weiterer ärztlicher, pflege-
rischer und sozialer Hilfen in Behandlungs- und Betreuungskonzepte, insbesondere bei
multimorbiden Patienten
- der Behandlung von Patienten in ihrem familiären Umfeld und häuslichen Milieu, in Pfle-
geeinrichtungen sowie in ihrem weiteren sozialen Umfeld einschließlich der Hausbe-
suchstätigkeit
- gesundheitsfördernden Maßnahmen, z. B. auch im Rahmen gemeindenaher Projekte
- Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen
- der Erkennung von Suchtkrankheiten und Einleitung von spezifischen Maßnahmen
- der Erkennung, Beurteilung und Behandlung der Auswirkungen von Umwelt und Milieu
bedingten Schäden einschließlich Arbeitsplatzeinflüssen
- der Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates unter besonde-
rer Berücksichtigung funktioneller Störungen
- den für die hausärztliche Versorgung erforderlichen Techniken der Wundversorgung und
der Wundbehandlung, der Inzision, Extraktion, Exstirpation und Probeexzision auch unter
Anwendung der Lokal- und peripheren Leitungsanästhesie
Mindestens 6 Monate der Weiterbildung in der stationären internistischen Patientenversor-
gung und mindestens 6 Monate in der ambulanten hausärztlichen Versorgung müssen in
ganztägiger Tätigkeit erfolgen.
1 Die Facharzbezeichnung "Facharzt für Innnere und Allgemeinmedizin" darf nur in der Form
"Facharzt für Allgemeinmedizin" geführt werden. Die Bezeichnung "Facharzt für Innere und
Allgemeinmedizin" ist ab dem Tag nach der Veröffentlichung einer von der Bundesrepublik
Deutschland gemäß Titel IV der Richtlinie 93/16 EWG vom 05.04.1993 (ABl. EG Nr. L 165 S.
1) geändert durch die Richtlinie 2001/19/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates
vom 14.05.2001 (ABl. EG Nr. L 206 S. 1) notifizierten Mitteilung über den Ersatz der bisheri-
gen Bezeichnung "Facharzt für Allgemeinmedizin" zu führen.
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Angiologie
(Internist und Angiologe / Internistin und Angiologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Angiologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im Gebiet enthaltenen
Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Angiologie, davon
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

- 57 -
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Erkennung und konservativen Behandlung der Gefäßkrankheiten einschließlich Arte-
rien, Kapillaren, Venen und Lymphgefäße sowie in der Mitwirkung bei interventionellen
Eingriffen und der Rehabilitation
- der physikalischen und medikamentösen Therapie einschließlich hämodiluierender und
thrombolytischer Verfahren
- der lokalen Behandlung ischämisch und venös bedingter Gewebedefekte
- der Behandlung peripherer Lymphgefäßkrankheiten
- Mitwirkung und Beurteilung therapeutischer Katheterinterventionen, z. B. Intraarterielle
Lyse, PTA, Stentimplantationen, Atherektomie, interventionelle Trombembolektomie,
Brachytherapie
- der Beurteilung von Röntgenbefunden bei Angiographien (Arteriographie, Phlebographie,
Lymphographie)
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu operativen Eingriffen an den Gefäßen, der
präoperativen Abklärung und der postoperativen Nachbetreuung
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- den invasiven und nichtinvasiven Funktionsuntersuchungen, einschließlich
- Messungen des systolischen Blutdruckes peripherer Arterien
- Oszillographien/Rheographien
- Kapillaroskopien
- transcutanen Sauerstoffdruckmessungen
- Venenverschlußplethysmographien
- Phlebodynamometrien
- rheologische Untersuchungsmethoden
- ergometrische Verfahren zur Gehstreckenbestimmung
- Doppler-/ Duplex-Untersuchungen der
- Extremitäten versorgenden Arterien,
- Extremitäten versorgenden Venen,
- abdominellen und retroperitonealen Gefäße,
- extracraniellen hirnzuführenden Gefäße,
- intrakraniellen Gefäße
- Sklerosierung oberflächlicher Varizen
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Endokrinologie und Di-
abetologie
(Internist und Endokrinologe und Diabetologe / Internistin und Endokrinologin und Diabe-
tologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Endokrinologie und Diabetologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiter-
bildungszeiten und Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im
Gebiet enthaltenen Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie, davon

- 58 -
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- 6 Monate in einem endokrinologischen Labor
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung endokriner Erkrankungen der hormonbil-
denden Drüsen
- des endokrinen Pankreas, insbesondere des Diabetes mellitus gemäß Zusatz-
Weiterbildung,
- sämtlicher hormonbildender, orthotop oder heterotop gelegener Drüsen, Tumoren
oder paraneoplastischer Hormonproduktionsstellen
- der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Stoffwechselleiden einschließlich des
metabolischen Syndroms
- Diabetes-assoziierten Erkrankungen wie arterielle Hypertonie, koronare Herzerkrankung,
Fettstoffwechselstörung
- der Behandlung der sekundären Diabetesformen und des Diabetes mellitus in der Gravi-
dität
- der Früherkennung, Behandlung und Vorbeugung von Diabeteskomplikationen ein-
schließlich des diabetischen Fußsyndroms
- der Insulinbehandlung einschließlich der Insulinpumpenbehandlung
- der Ernährungsberatung und Diätetik bei Stoffwechsel- und endokrinen Erkrankungen
- der Indikationsstellung, Methodik, Durchführung und Einordnung der Laboruntersuchun-
gen von Hormon-, Diabetes- und stoffwechselspezifischen Parametern einschließlich de-
ren Vorstufen, Abbauprodukten sowie Antikörpern
- der Erkennung und Behandlung andrologischer Krankheitsbilder
- strukturierten Schulungskursen für Typ 1- und Typ 2-Diabetiker mit und ohne Komplikati-
onen, für schwangere Diabetikerinnen sowie Schulungen zur Hypoglykämiewahrneh-
mung
- der Berufswahl- und Familienberatung bei endokrinen Erkrankungen
- der Indikationsstellung und Bewertung nuklearmedizinischer in-vivo Untersuchungen en-
dokriner Organe
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und
nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen einschließlich Duplex-Sonographien an endokrinen Organen
sowie Feinnadelpunktionen
- endokrinologische Labordiagnostik
- Osteodensitometrie
- Belastungsteste einschließlich Stimulations- und Suppressionsteste
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Gastroenterologie
(Internist und Gastroenterologe / Internistin und Gastroenterologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Gastroenterologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten

- 59 -
und Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im Gebiet enthal-
tenen Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Gastroenterologie, davon
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Erkennung und Behandlung der Krankheiten der Verdauungsorgane einschließlich
Leber und Pankreas sowie der schwerpunktbezogenen Infektionskrankheiten, z. B. Vi-
rushepatitis, bakterielle Infektionen des Intestinaltraktes
- der Endoskopie einschließlich interventioneller Verfahren
- der Ernährungsberatung und Diätetik bei Erkrankungen der Verdauungsorgane ein-
schließlich enteraler und parenteraler Ernährung
- der gebietsbezogenen medikamentösen Tumortherapie als integraler Bestandteil des
Schwerpunkts
- der Indikationsstellung, Durchführung und Überwachung der zytostatischen, immunmo-
dulatorischen, antihormonellen sowie supportiven Therapie bei soliden Tumorerkrankun-
gen des Schwerpunkts einschließlich der Beherrschung auftretender Komplikationen
- der Mitwirkung bei interdisziplinären interventionellen Verfahren, z. B. radiologische und
kombiniert radiologisch-endoskopische Verfahren wie transjuguläre Leberpunktion, trans-
jugulärer portosystemischer Shunt (TIPSS), perkutane transhepatische Cholangiographie
(PTC) und Drainage (PTD), PTD im Rendez-vouz-Verfahren mit ERCP und bei endoso-
nographischen Untersuchungen des Verdauungstraktes
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und
nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren
- der Erkennung proktologischer Erkrankungen und der Indikationsstellung zur weiterfüh-
renden Behandlung
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Duplex-Sonographien der abdominellen und retroperitonealen Gefäße
- Ösophago-Gastro-Duodenoskopie einschließlich interventioneller Maßnahmen, z. B.
Blutstillung, Varizensklerosierung, perkutane-endoskopische Gastrostomie, Mukosare-
sektion
- endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie einschließlich Papillotomie,
Steinextraktionen und Endoprothesenimplantation sowie radiologischer Interpretation
- Intestinoskopie
- Koloskopie einschließlich koloskopischer Polypektomie
- Prokto-/ Rekto-/ Sigmoidoskopie einschließlich therapeutischer Eingriffe
- interventionelle Maßnahmen im oberen und unteren Verdauungstrakt einschließlich en-
doskopische Blutstillung, Varizentherapie, Thermo- und Laserkoagulation, Stent- und
Endoprothesenimplantation, Polypektomie
- Mitwirkung bei Laparoskopien einschließlich Minilaparoskopien
- Leberpunktionen

- 60 -
- sonographisch gesteuerte interventionelle Verfahren an gastrointestinalen Organen
- manometrische Untersuchungen des oberen und unteren Verdauungstraktes
- Funktionsprüfungen, z. B. Langzeit-pH-Metrie des Ösophagus, H2-Atemteste, C13-
Atemteste
- mikroskopischer Nachweis von Protozoen (Lamblien, Amöben) oder Wür-
mern/Wurmeiern im Stuhl oder Duodenalsaft
- abgeschlossene und dokumentierte zytostatische Therapien
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Hämatologie und Onko-
logie
(Internist und Hämatologe und Onkologe / Internistin und Hämatologin und Onkologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Hämatologie und Onkologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im
Gebiet enthaltenen Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, davon
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- 6 Monate in einem hämatologisch-onkologischen Labor
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Erkennung, Behandlung und Stadieneinteilung der Erkrankungen des Blutes, der
blutbildenden Organe und des lymphatischen Systems einschließlich der hämatologi-
schen Neoplasien, der soliden Tumoren, humoraler und zellulärer Immundefekte, hä-
morrhagischer Diathesen und Hyperkoagulopathien sowie der systemischen chemothe-
rapeutischen Behandlung
- der Indikationsstellung, Methodik, Durchführung und Bewertung spezieller Laboruntersu-
chungen einschließlich Funktionsprüfungen des peripheren Blutes, des Knochenmarks,
anderer Körperflüssigkeiten sowie zytologischer Feinnadelaspirate
- hämostaseologischen Untersuchungen und Beratungen einschließlich der Beurteilung
der Blutungs- und Thromboemboliegefährdung
- der Behandlung angeborener oder erworbener hämorrhagischer Diathesen
- der zytostatischen, immunmodulatorischen, supportiven und palliativen Behandlung bei
soliden Tumorerkrankungen und hämatologischen Neoplasien einschließlich der Hoch-
dosistherapie sowie der Durchführung und Überwachung von zellulären und immunologi-
schen Therapieverfahren
- der Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und
nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren sowie deren prognostischer Beurteilung
- der intensivmedizinischen Basisversorgung

- 61 -
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- morphologische, zytochemische und immunologische Zelldifferenzierung und Zellzählung
- hämatologisch-onkologische Labordiagnostik
- mikroskopische Untersuchung eines Präparates nach differenzierender Färbung ein-
schließlich des Ausstrichs, Tupf- und Quetschpräparates des Knochenmarks
- koagulometrische, amidolytische und immunologische Analyseverfahren
- Globalteste der Blutgerinnung und zur Kontrolle des Fibrinolysesystems sowie Einzelfak-
torbestimmungen
- sonographische Untersuchungen bei hämatologisch-onkologischen Erkrankungen
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Kardiologie
(Internist und Kardiologe / Internistin und Kardiologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Kardiologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im Gebiet enthaltenen
Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Kardiologie, davon
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Erkennung sowie konservativen und interventionellen Behandlung von angeborenen
und erworbenen Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs, der herznahen Gefäße, des
Perikards
- Beratung und Führung von Herz- Kreislaufpatienten in der Rehabilitation sowie ihre sozi-
almedizinische Beurteilung hinsichtlich beruflicher Belastbarkeit
- der Durchführung und Beurteilung diagnostischer Herzkatheteruntersuchungen
- der Mitwirkung und Beurteilung therapeutischer Koronarinterventionen (z. B. PTCA, Sten-
timplantationen, Atherektomie, Rotablation, Brachytherapie)
- der Durchleuchtung, Aufnahmetechnik und Beurteilung von Röntgenbefunden bei Angio-
kardiographien und Koronarangiographien
- der Beurteilung von Valvuloplastien und interventionellen Therapien von erworbenen und
kongenitalen Erkrankungen des Herzens und der herznahen Venen
- der medikamentösen und apparativen antiarrhythmischen Therapie einschließlich De-
fibrillation
- der Schrittmachertherapie und -nachsorge
- der Indikationsstellung und Nachsorge von Kardioverter-Defibrillatoren und Ablationen
zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen
- der interdisziplinären Indikationsstellung und Beurteilung nuklearmedizinischer Untersu-
chungen sowie chirurgischer Behandlungsverfahren

- 62 -
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Echokardiographie einschließlich Streßechokardiographie und Echokontrastuntersu-
chung sowie Doppler- / Duplex-Untersuchungen des Herzens, der herznahen Venen
- transoesophageale Echokardiographie
- Rechtsherzkatheteruntersuchungen gegebenenfalls einschließlich Belastung
- Spiro-Ergometrie
- Linksherzkatheteruntersuchungen einschließlich der dazugehörigen Linksherz- Angio-
kardiographien und Koronarangiographien
- Langzeituntersuchungsverfahren,
z. B. ST-Segmentanalysen, Herzfrequenzvariabilität, Spätpotentiale
- Applikation von Schrittmachersonden
- Schrittmacherkontrollen
- Kontrollen von internen Cardiovertern bzw. Defibrillatoren (ICD)
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Nephrologie
(Internist und Nephrologe / Internistin und Nephrologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Nephrologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im Gebiet enthaltenen
Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt, davon
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- 6 Monate in der Dialyse
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Erkennung und konservativen Behandlung der akuten und chronischen Nieren- und
renalen Hochdruckerkrankungen sowie deren Folgeerkrankungen
- der Betreuung von Patienten mit Nierenersatztherapie
- den Dialyseverfahren und analogen Verfahren bei akutem Nierenversagen und chroni-
scher Niereninsuffizienz sowie bei gestörter Plasmaproteinzusammensetzung und Vergif-
tungen einschließlich extrakorporale Eliminationsverfahren und Peritonealdialyse
- der Indikationsstellung und Mitwirkung bei Nierenbiopsien sowie Einordnung des Befun-
des in das Krankheitsbild
- der Indikationsstellung zu interventionellen Eingriffen bei Nierenarterienstenose und Stö-
rungen des Harnabflusses einschließlich Nierensteinen
- der interdisziplinären Indikationsstellung nuklearmedizinischer Untersuchungen sowie
chirurgischer und strahlentherapeutischer Behandlungsverfahren einschließlich Nieren-
transplantation
- der Betreuung von Patienten vor und nach Nierentransplantation

- 63 -
- der Ernährungsberatung und Diätetik bei Nierenerkrankungen
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Hämodialysen oder analoge Verfahren
- Doppler- / Duplex-Untersuchungen der Nierengefäße einschließlich bei Transplantatnie-
ren
- Mikroskopien des Urins einschließlich Quantifizierung und Differenzierung der Zellen
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Pneumologie
(Internist und Pneumologe / Internistin und Pneumologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Pneumologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und
Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im Gebiet enthaltenen
Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Pneumologie, davon
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Erkennung und Behandlung der Erkrankungen der Lunge, der Atemwege, des Medi-
astinums, der Pleura sowie der extrapulmonalen Manifestationen pulmonaler Erkrankun-
gen
- der Patientenschulung einschließlich der Tabakentwöhnung
- den Krankheiten durch inhalative Umwelt-Noxen und durch Arbeitsplatzeinflüsse
- den Grundlagen schlafbezogener Atemstörungen
- der gebietsbezogenen medikamentösen Tumortherapie als integraler Bestandteil des
Schwerpunkts
- der Indikationsstellung, Durchführung und Überwachung der zytostatischen, immunmo-
dulatorischen, antihormonellen sowie supportiven Therapie bei soliden Tumorerkrankun-
gen des Schwerpunkts einschließlich der Beherrschung auftretender Komplikationen
- den heriditären Erkrankungen der Atmungsorgane
- den infektiologischen Erkrankungen der Atmungsorgane einschließlich Tuberkulose
- der Erkennung und Behandlung gebietsbezogener allergischer Erkrankungen
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und
nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

- 64 -
- sonographische Diagnostik des rechten Herzens und des Lungenkreislaufes sowie tran-
soesophageale Untersuchungen des Mediastinums
- Fiberbronchoskopie einschließlich broncho-alveolärer Lavage
- Mitwirkung bei Thorakoskopien und bei Bronchoskopien mit starrem Instrumentarium bei
interventionellen Verfahren
- Funktionsuntersuchungen der Atmungsorgane, wie
- Ganzkörperplethysmographien
- Bestimmungen des CO-Transfer-Faktors
- Untersuchungen von Atempump-Funktion und Atemmechanik
- Spiro-Ergometrie
- Untersuchungen des Lungenkreislaufs einschließlich Rechtsherzkatheter
- Sauerstofflangzeittherapie und Beatmungstherapie einschließlich der Heimbeatmung
12.2 Facharzt / Fachärztin für Innere Medizin und Schwerpunkt Rheumatologie
(Internist und Rheumatologe / Internistin und Rheumatologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen Innere
Medizin und Rheumatologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten
und Weiterbildungsinhalte einschließlich der gemeinsamen Inhalte für die im Gebiet enthal-
tenen Facharzt-/Schwerpunktkompetenzen.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung
und
• 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Rheumatologie, davon
- 6 Monate internistische Intensivmedizin
- 6 Monate in einem rheumatologisch-immunologischen Labor
- können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den gemeinsamen Inhalten für die im Gebiet enthaltenen Facharzt- und Schwerpunkt-
kompetenzen
- der Erkennung und konservativen Behandlung der rheumatischen Erkrankungen ein-
schließlich der entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen wie Kollagenosen, der
Vaskulitiden, der entzündlichen Muskelerkrankungen und Osteopathien
- der Verordnung und Funktionsüberprüfung von Orthesen und Hilfsmitteln bei rheumati-
schen Erkrankungen
- der Indikationsstellung radiologischer Untersuchungen und Einordnung der Befunde in
das Krankheitsbild
- der Indikationsstellung, Methodik, Durchführung und Einordnung der Laboruntersuchun-
gen von immunologischen Parametern in das Krankheitsbild
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und
nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Sonographien des Bewegungsapparates einschließlich Arthrosonographien

- 65 -
- lokale und intraartikuläre Punktionen und Injektionsbehandlungen
- mikroskopische Differenzierung eines Ausstrichs, Tupf- und Quetschpräpartes von Or-
ganpunktaten einschließlich Untersuchung nach differenzierender Färbung und Zellzäh-
lung
- rheumatologisch-immunologische Labordiagnostik einschließlich Synovialanalyse
- Kapillarmikroskopie
Übergangsbestimmungen für das Gebiet Innere und Allgemeinmedizin anstelle von §
20 Abs. 8, der keine Anwendung findet
1) Kammerangehörige, die eine Facharztanerkennung im Gebiet Innere Medizin, eine
Schwerpunktbezeichnung der Inneren Medizin oder die Facharztbezeichnung Allgemeinme-
dizin besitzen, behalten diese bei.
2) Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung Facharzt für All-
gemeinmedizin sind, können die Anerkennung der neuen Bezeichnung beantragen, wenn sie
mindestens 24 Monate Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin nachweisen.
Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung Facharzt für Allge-
meinmedizin sind und mindestens 18 Monate Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin nach-
weisen, können die Anerkennung der neuen Bezeichnung beantragen, wenn sie mindestens
fünf Jahre hauptberufliche hausärztliche Tätigkeit in eigener Praxis nachweisen.
Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung Facharzt für Innere
Medizin sind, können die Anerkennung der neuen Bezeichnung beantragen, wenn sie min-
destens 5 Jahre hauptberufliche hausärztliche Tätigkeit in eigener Praxis nachweisen.
3) Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung eine Weiterbildung
im Gebiet Innere Medizin sowie deren Schwerpunkten oder in Allgemeinmedizin begonnen
haben, können diese nach den Bestimmungen der bisherigen Weiterbildungsordnung inner-
halb einer Frist von 7 Jahren abschließen.
4) Kammerangehörige, die die Schwerpunktbezeichnung Endokrinologie besitzen, sind be-
rechtigt, stattdessen die Schwerpunktbezeichnung Endokrinologie und Diabetologie zu füh-
ren.
5) Bei Anträgen nach Abs. 2 finden die §§ 12 bis 16 dieser Weiterbildungsordnung Anwen-
dung. Soweit keine anderweitigen Fristen genannt sind, findet § 20 Abs. 4 bis 7 Anwendung.

- 66 -
13. Gebiet Kinder- und Jugendmedizin
Definition:
Das Gebiet Kinder- und Jugendmedizin umfasst die Erkennung, Behandlung, Prävention,
Rehabilitation und Nachsorge aller körperlichen, neurologischen, psychischen und psycho-
somatischen Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen und Behinde-
rungen des Säuglings, Kleinkindes, Kindes und Jugendlichen von Beginn bis zum Abschluss
seiner somatischen Entwicklung einschließlich pränataler Erkrankungen, Neonatologie, So-
zialpädiatrie und der Schutzimpfungen.
Facharzt / Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
(Kinderarzt / Kinderärztin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Kinder- und Jugendmedizin ist die Erlangung der Facharzt-
kompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsin-
halte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen
• können bis zu 12 Monate im Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -
psychotherapie und/oder Kinderchirurgie oder 6 Monate in anderen Gebieten ange-
rechnet werden
• können bis zu 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes abgeleis-
tet werden
• können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in:
- der Beurteilung der körperlichen, sozialen, psychischen und intellektuellen Entwicklung
des Kindes und Jugendlichen
- der Erkennung und koordinierten Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes-
und Jugendalter
- der Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen und der Gesundheitsberatung ein-
schließlich ihrer Bezugspersonen
- Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsmaßnahmen einschließlich orientierende
Hör- und Sehprüfungen
- der Prävention einschließlich Impfungen
- der Behandlung im familiären und weiteren sozialen Umfeld und häuslichen Milieu ein-
schließlich der Hausbesuchstätigkeit und sozialpädiatrischer Maßnahmen
- der Einleitung und Durchführung rehabilitativer Maßnahmen sowie der Nachsorge
- der Erkennung und Behandlung angeborener und im Kindes- und Jugendalter auftreten-
der Störungen und Erkrankungen einschließlich der Behandlung von Früh- und Reifgebo-
renen
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung
- der Erkennung und Behandlung von bakteriellen, viralen, mykotischen und parasitären
Infektionen einschließlich epidemiologischer Grundlagen

- 67 -
- altersbezogenen neurologischen Untersuchungsmethoden und der Differentialdiagnostik
neurologischer Krankheitsbilder
- der Reifebeurteilung von Früh- und Neugeborenen und Einleitung neonatologischer Be-
handlungsmaßnahmen
- Durchführung und Beurteilung entwicklungs- und psychodiagnostischer Testverfahren
und Einleitung therapeutischer Verfahren
- orientierenden Untersuchungen des Sprechens, der Sprache und der Sprachentwicklung
- der Entwicklung des kindlichen Immunsystems
- der Erkennung und Behandlung gebietsbezogener allergischer Erkrankungen
- der Erkennung und Behandlung von Störungen des Wachstums und der Pubertätsent-
wicklung
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- ernährungsbedingten Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung und
Schulung
- der Betreuung und Schulung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankun-
gen, z. B. Asthmaschulung, Diabetesschulung
- der Gewalt- und Suchtprävention
- der Sexualberatung
- der Erkennung und Bewertung von Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen, von
sozial- und umweltbedingten Gesundheitsstörungen
- der Behandlung akuter und chronischer Schmerzzustände
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- der Indikationsstellung und Überwachung logopädischer, ergo- und physiotherapeuti-
scher sowie physikalischer Therapiemaßnahmen
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnah-
men zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung einschließlich bei
Früh- und Neugeborenen
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- interdisziplinärer Koordination einschließlich der Einbeziehung weiterer ärztlicher, pflege-
rischer und sozialer Hilfen in Behandlungs- und Betreuungskonzepte
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Kinder- und Jugendlichen-Vorsorgeuntersuchungen
- Elektrokardiogramm einschließlich Langzeit-EKG
- Langzeit-Blutdruckmessung
- spirometrische Untersuchungen der Lungenfunktion
- orientierende Hör- und Seh-Screening-Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchungen des Abdomens, des Retroperitoneums, der Urogenitalorgane,
des Gehirns, der Schilddrüse, der Nasennebenhöhlen sowie der Gelenke einschließlich
der Säuglingshüfte
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
- Phototherapie
Übergangsbestimmung:
Kammerangehörige, die die Facharztbezeichnung Kinderheilkunde besitzen, sind berechtigt,
stattdessen die Facharztbezeichnung Kinder- und Jugendmedizin zu führen.

- 68 -
Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der
Schwerpunktkompetenz Kinder-Hämatologie und -Onkologie nach Ableistung der vorge-
schriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 6 Monate in einem hämatologisch-onkologischen Labor
• können bis zu 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• können bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung, konservativen Behandlung und Stadieneinteilung solider Tumoren und
maligner Systemerkrankungen, Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe,
des lymphatischen Systems bei Kindern und Jugendlichen von Beginn bis zum Ab-
schluss ihrer somatischen Entwicklung
- der gebietsbezogenen medikamentösen Tumortherapie als integraler Bestandteil des
Schwerpunktes
- der chemotherapeutischen Behandlung einschließlich Hochdosistherapie maligner Tumo-
ren und Systemerkrankungen im Rahmen kooperativer Behandlungskonzepte
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und
nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren sowie deren prognostischer Beurteilung
- der Indikationsstellung zur Knochenmarktransplantation
- der Erkennung und Behandlung von bakteriellen, viralen und mykotischen Infektionen bei
hämatologisch-onkologischen Erkrankungen
- der Nachsorge, Rehabilitation, Erkennung und Behandlung von Rezidiven und Therapie-
Folgeschäden
- der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung angeborener und erworbener Blutgerin-
nungsstörungen einschließlich hämorrhagischer Diathesen und Beurteilung von Blu-
tungs- und Thromboemboliegefährdungen
- der Durchführung von Biopsien und Punktionen einschließlich zytologischer Befundung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Punktionen und mikroskopische Untersuchung eines Präparates nach differenzierender
Färbung einschließlich des Ausstrichs, Tupf- und Quetschpräparates des Knochenmarks
- Punktion des Liquorraums mit Instillation chemotherapeutischer Medikamente
- sonographische Untersuchungen bei hämato-onkologischen Erkrankungen
Schwerpunkt Kinder-Kardiologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der
Schwerpunktkompetenz Kinder-Kardiologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiter-
bildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:

- 69 -
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, invasiven und nicht invasiven Erkennung, konservativen und medika-
mentösen Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von angeborenen und erworbenen
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs einschließlich des Perikards, der großen
Gefäße und der Gefäße des kleinen Kreislaufs bei Kindern und Jugendlichen von Beginn
bis zum Abschluss ihrer somatischen Entwicklung
- der Erkennung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen einschließlich Mitwirkung
bei invasiven elektrophysiologischen Untersuchungen und interventionellen, ablativen
Behandlungen
- der medikamentösen und apparativen antiarrhythmischen Therapie einschließlich De-
fibrillation
- der Schrittmachertherapie und -nachsorge
- der Indikationsstellung und Mitwirkung bei Katheterinterventionen wie Atrioseptostomien,
Dilatationen von Klappen und Gefäßen, Verschluss des Ductus arteriosus und anderer
Gefäße, Septumdefekte
- der Durchleuchtung, Aufnahmetechnik und Beurteilung von Röntgenbefunden bei Angio-
kardiographien und Koronarangiographien
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu nuklearmedizinischen Untersuchungen sowie
chirurgischen Behandlungsverfahren
- der Indikationsstellung und Möglichkeiten zu operativen Eingriffen und ihren kurz- und
langfristigen Auswirkungen
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ergometrie einschließlich Spiro-Ergometrie
- Echokardiographie einschließlich Streßechokardiographie, Echo-Kontrastuntersuchung
und fetale Echokardiographie
- transoesophageale Echokardiographie
- Doppler- / Duplex-Untersuchungen des Herzens und der großen Gefäße
- Rechtsherzkatheteruntersuchungen einschließlich Belastung und der dazugehörigen
Rechtsherz-Angiokardiographien
- Linksherzkatheteruntersuchungen einschließlich der dazugehörigen Linksherz-
Angiokardiographien und Koronarangiographien
- Langzeit-EKG
- Langzeit-Blutdruckmessungen
Schwerpunkt Neonatologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der
Schwerpunktkompetenz Neonatologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:

- 70 -
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• bis zu 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 6 Monate in Anästhesiologie oder Frauenheilkunde und Geburtshilfe angerechnet
werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung, Überwachung und Behandlung von Störungen und Erkrankungen der
postnatalen Adaptation und Unreife bei Früh- und Neugeborenen
- der Erkennung und Behandlung von Störungen der Kreislaufumstellung, der Temperatur-
regulation, der Ausscheidungsfunktion und des Säure-Basen-, Wasser- und Elektrolyt-
haushaltes sowie des Bilirubinstoffwechsels mit Indikation zur Austauschtransfusion
- den Besonderheiten der medikamentösen Therapie bei Früh- und Neugeborenen
- der Erkennung und Behandlung prä-, peri- und postnataler Infektionen und Stoffwechsel-
störungen des Neugeborenen
- der Erkennung und Behandlung der Störungen des Sauerstofftransportes und der Sauer-
stoffaufnahme einschließlich der Frühgeborenen-Retinopathie und des Atemnotsyndroms
- der enteralen und parenteralen Ernährung von Früh- und Neugeborenen
- der Erstversorgung und Transportbegleitung von schwerkranken und vital gefährdeten
Früh- und Neugeborenen
- der Primärversorgung und Reanimation des Früh- und Neugeborenen
- intensivmedizinischen Messverfahren und Maßnahmen einschließlich zentralvenösen
Katheterisierungen und Pleuradrainagen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Kreißsaalerstversorgung von Früh- und Neugeborenen mit vitaler Bedrohung
- Behandlung von komplizierten neonatologischen Krankheitsbildern einschließlich unter-
gewichtiger Frühgeborener (< 1.500 g), z. B. Surfactantmangel, Sepsis, nekrotisierende
Enterokolitis, intrakranielle Blutung, Hydrops fetalis
- entwicklungsneurologische Diagnostik
- differenzierte Beatmungstechnik und Beatmungsentwöhnung einschließlich Surfactant-
behandlung
- Stickoxidtherapie
Schwerpunkt Neuropädiatrie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der
Schwerpunktkompetenz Neuropädiatrie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

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- der Vorbeugung, Erkennung, konservativen Behandlung und Rehabilitation von Störun-
gen und Erkrankungen einschließlich Neoplasien des zentralen, peripheren und vegetati-
ven Nervensystems und der Muskulatur
- der Erkennung angeborener Fehlbildungen des zentralen Nervensystems, der Störungen
der Motorik und der Sinnesfunktionen sowie assoziierter Erkrankungen
- der Erkennung und Behandlung entzündlicher, traumatischer und toxischer Erkrankun-
gen und Schäden des Nervensystems und ihrer Folgen
- der Behandlung zerebraler Anfälle und Epilepsien
- neuromuskulären Erkrankungen
- vaskulären Erkrankungen des zentralen Nervensystems und der Muskulatur
- neurometabolischen, -degenerativen und -genetischen Erkrankungen
- der Behandlung von Zerebralparesen
- Stadieneinteilung und Verlauf der intrakraniellen Drucksteigerung und des zerebralen
Komas sowie der Hirntoddiagnostik
- der Beurteilung mentaler, motorischer, sprachlicher und psychischer Entwicklungsstö-
rungen
- der Indikationsstellung zur neuroradiologischen Untersuchung des Nervensystems und
der Muskulatur
- der Erstellung von Therapie-, Rehabilitations- und Förderplänen und deren Koordination,
z. B. im medizinisch-funktionstherapeutischen, psychologisch-pädagogischen und sozia-
len Bereich
- der Bewertung der Anwendung von Rehabilitationsverfahren, Bewegungstherapien,
krankengymnastischen Verfahren, Logopädie, Ergotherapie, Sozialmaßnahmen und neu-
ropsychologischem Training
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Elektroenzephalogramm, Polygraphie und elektrophysiologische Untersuchungen, z. B.
Elektromyographie, Elektroneurographie, visuell, somatosensibel, motorisch und akus-
tisch evozierte Potenziale
- Ultraschalluntersuchungen des zentralen Nervensystems und der Muskulatur einschließ-
lich Doppler- und Duplex-Sonographien

- 72 -
14. Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Definition:
Das Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie umfasst die Erkennung, Be-
handlung, Prävention und Rehabilitation bei psychischen, psychosomatischen, entwick-
lungsbedingten und neurologischen Erkrankungen oder Störungen sowie bei psychischen
und sozialen Verhaltensauffälligkeiten im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter und bei He-
ranwachsenden auch unter Beachtung ihrer Einbindung in das familiäre und soziale Lebens-
umfeld.
Facharzt / Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist die
Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit
und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie und/oder
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, davon können
- 6 Monate in Neurologie oder Neuropädiatrie angerechnet werden
• können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- allgemeiner und spezieller Psychopathologie einschließlich der biographischen Anamne-
seerhebung, Verhaltensbeobachtung und Explorationstechnik
- Abklärung und Gewichtung der Entstehungsbedingungen psychischer Erkrankungen und
Störungen im Kindes- und Jugendalter einschließlich der Aufstellung eines Behand-
lungsplanes
- (entwicklungs-)neurologischen Untersuchungsmethoden
- psychodiagnostischen Testverfahren
- Früherkennung, Krankheitsverhütung, Rückfallverhütung und Verhütung unerwünschter
Therapieeffekte
- der Krankheitslehre und Differentialdiagnostik psychosomatischer, psychiatrischer und
neurologischer Krankheitsbilder
- sozialpsychiatrischen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen
- wissenschaftlichen psychotherapeutischen Verfahren
- der Indikationsstellung und Technik der Übungsbehandlung, z. B. funktionelle Entwick-
lungstherapie, systematische sensomotorische Übungsbehandlung, insbesondere heil-
pädagogische, sprachtherapeutische, ergotherapeutische, bewegungstherapeutische
und krankengymnastische Maßnahmen, sowie indirekte kinder- und jugendpsychiatrische
Behandlung durch Verhaltensmodifikationen von Bezugspersonen
- der Indikationsstellung und Methodik neuroradiologischer und elektrophysiologischer Ver-
fahren einschließlich der Beurteilung und der Einordnung in das Krankheitsbild
Weiterbildung im speziellen Neurologie-Teil

- 73 -
- Krankheitslehre neurologischer Krankheitsbilder, Diagnostik und Therapie von Schmerz-
syndromen, neurophysiologische und neuropathologische Grundlagen kinder- und ju-
gendpsychiatrischer Erkrankungen
- Methodik und Technik der neurologischen Anamnese
- Methodik und Technik der neurologischen Untersuchung
- Indikationsstellung, Durchführung und Beurteilung neurophysiologischer und neuropsy-
chologischer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
- Indikationsstellung, Durchführung und Bewertung der Elektroenzephalographie sowie
evozierte Potentiale
- Grundlagen der Somato- und Pharmakotherapie neurologischer Erkrankungen des Kin-
des- und Jugendalters
Strukturierte Weiterbildung im allgemeinen Psychiatrie-Teil
(Die strukturierten Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung
oder im Weiterbildungsverbund erworben.)
- Behandlung psychischer Krankheiten und Störungen mit der Definition von Behand-
lungszielen, der Indikationsstellung für verschiedene Behandlungsverfahren einschließ-
lich Anwendungstechnik und Erfolgskontrolle sowie der Festlegung eines Behandlungs-
planes, dabei sind insbesondere somato-, sozio- und psychotherapeutische Verfahren
unter Einbeziehung der Bezugspersonen zu berücksichtigen
- sozialpsychiatrische Behandlung und Rehabilitation unter Berücksichtigung extramuraler,
komplementärer Versorgungsstrukturen, der Kooperation mit Jugendhilfe, Sozialhilfe und
Schule
- Diagnostik und Therapie bei geistiger Behinderung
- 60 supervidierte und dokumentierte Erstuntersuchungen unter Berücksichtigung biolo-
gisch-somatischer, psychologischer, psychodynamischer und sozialpsychiatrischer Ge-
sichtspunkte und unter Beachtung einer diagnostischen Klassifikation und der Einbezie-
hung symptomatischer Erscheinungsformen sowie familiärer, epidemiologischer, schich-
tenspezifischer und transkultureller Gesichtspunkte
- 10 Stunden Seminar zur standardisierten Diagnostik
- Methodik der psychologischen Testverfahren und der Beurteilung psychologischer und
psychopathologischer Befunderhebung in der Entwicklungs- , Leistungs- und Persönlich-
keitsdiagnostik (Durchführung von je 10 Testen)
- Methodik neuropsychologischer Verfahren einschließlich Fremd- und Selbstbeurteilungs-
skalen
- 40 Stunden Fallseminar über Kontraindikation und Indikation medikamentöser Behand-
lungen und anderer somatischer Therapieverfahren in Wechselwirkung mit der Psycho-
und Soziotherapie einschließlich praktischer Anwendungen
- Gutachten zu Fragestellungen aus den Bereichen der Straf-, Zivil-, Sozial- und freiwilli-
gen Gerichtsbarkeit, insbesondere nach dem Jugendhilferecht, Sozialhilferecht, Familien-
recht und Strafrecht
- Durchführung der Befundung und Dokumentation von 20 abgeschlossenen Therapien
unter kontinuierlicher Supervision einschließlich des störungsspezifischen psychothera-
peutischen Anteils der Behandlung und sozialpsychiatrischer Behandlungsformen bei
komplexen psychischen Störungsbildern
- Durchführung von Befundung und Dokumentation von 20 abgeschlossenen Therapien in
der Gruppe unter kontinuierlicher Supervision und unter Berücksichtigung störungsspezi-
fischer Anteile bei komplexen psychischen Störungsbildern
Strukturierte Weiterbildung im speziellen Psychotherapie-Teil
(Die Psychotherapie-Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung
oder im Weiterbildungsverbund erworben.)
- 100 Stunden Seminarweiterbildung, Kurse, Praktika und Fallseminare über theoretische
Grundlagen der Psychotherapie, insbesondere allgemeine spezielle Neurosenlehre, Ent-
wicklungspsychologie und Entwicklungspsychopathologie sowie der Theorie und Metho-
dik der Verhaltenstherapie, Theorie und Therapie in der Psychosomatik

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- Kenntnisse in Therapien unter Einschluss der Bezugspersonen, davon 5 Doppelstunden
Familientherapie, 10 Behandlungsstunden Krisenintervention unter Supervision und
8 Behandlungsstunden supportive Psychotherapie unter Supervision
- 16 Doppelstunden autogenes Training oder progressive Muskelentspannung oder Hyp-
nose
- 10 Stunden Seminar und 6 Behandlungen unter Supervision in Kriseninterventionen,
supportive Verfahren und Beratung
- 10 Stunden Seminar in psychiatrisch-psychotherapeutischer Konsil- und Liaisonarbeit un-
ter Supervision
- 240 Therapiestunden mit Supervision nach jeder 4. Stunde in einem wissenschaftlich an-
erkannten Psychotherapieverfahren im gesamten Bereich psychischer Erkrankungen
einschließlich Suchterkrankungen, bei denen die Psychotherapie im Vordergrund des
Behandlungsspektrums steht
- 35 Doppel-Stunden Balintgruppenarbeit
Selbsterfahrung
- 150 Stunden Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung in einem wissenschaftlich anerkann-
ten Verfahren

- 75 -
15. Gebiet Laboratoriumsmedizin
Definition:
Das Gebiet Laboratoriumsmedizin umfasst die Beratung und Unterstützung der in der Vor-
sorge und Krankenbehandlung Tätigen bei der Vorbeugung, Erkennung und Risikoabschät-
zung von Krankheiten und ihren Ursachen, bei der Überwachung des Krankheitsverlaufes
sowie bei der Prognoseabschätzung und Bewertung therapeutischer Maßnahmen durch die
Anwendung morphologischer, chemischer, physikalischer, immunologischer, biochemischer,
immunchemischer, molekularbiologischer und mikrobiologischer Untersuchungsverfahren
von Körpersäften, ihrer morphologischen Bestandteile sowie Ausscheidungs- und Sekreti-
onsprodukten, einschließlich der dazu erforderlichen Funktionsprüfungen sowie der Erstel-
lung des daraus resultierenden ärztlichen Befundes.
Facharzt / Fachärztin für Laboratoriumsmedizin
(Laborarzt / Laborärztin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Laboratoriumsmedizin ist die Erlangung der Facharztkom-
petenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhal-
te.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung in Innere Medizin und Allgemein-
medizin und/oder Kinder- und Jugendmedizin
• 6 Monate in einem mikrobiologischen Labor
• 6 Monate in einem infektionsserologischen Labor
• 6 Monate in einem immunhämatologischen Labor
• können bis zu 12 Monate in Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie an-
gerechnet werden
• können bis zu 6 Monate in Transfusionsmedizin angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Grundsätzen eines Labor- und Qualitätsmanagements einschließlich der Beachtung
und Minimierung von Einflussgrößen, Störfaktoren und der Standardisierung der Unter-
suchungsverfahren
- der Auswahl, Anwendung, Beurteilung und Befundung morphologischer, physikalischer,
klinisch-chemischer, biochemischer, immunchemischer und mikrobiologischer Untersu-
chungsverfahren von Körpersäften einschließlich molekulargenetischer Analytik zur Er-
kennung und Verlaufskontrolle physiologischer Eigenschaften und krankhafter Zustände
sowie Prognoseabschätzung und Bewertung therapeutischer Maßnahmen einschließlich
technischer und medizinischer Validierung
- der Gewinnung und Eingangsbeurteilung des Untersuchungsmaterials
- der Probenvorbereitung
- immunologischen Routineverfahren und der Blutgruppenserologie
- Grundlagen der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik einschließlich Drug-Monitoring
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Mikroskopier- und Färbeverfahren

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- Bestimmung und Bewertung von
- Enzymen und Substraten
- Plasmaproteinen und Tumormarkern
- Spurenelementen, toxischen Substanzen und Vitaminen
- harnpflichtigen morphologischen Bestandteilen und Substanzen
- Entzündungsparametern
- Entzündungsmediatoren, Antigenen, Antikörpern und Autoantikörpern
- Parametern der Infektionsserologie
- Bestimmung und Bewertung von Parametern des
- Fett-, Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsels
- Hormon- und Knochenstoffwechsels
- Wasser-, Elektrolyt- und Mineralhaushalts
- Säure-Basen-Haushaltes
- Liquors, Urins und Punktats
- Bestimmung und Bewertung von Parametern der hämatologischen, immunhämatologi-
schen, immunologischen und hämostaseologischen Analytik
- bakteriologische und virologische Untersuchung einschließlich Keimdifferenzierung und
Resistenztestung, z. B. aus Blut, Sputum, Eiter, Urin, Gewebe, Abstrichen
- Drug-Monitoring, Drogenscreening
- molekulargenetische Analytik
- Radioimmunoassay

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16. Gebiet Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
Definition:
Das Gebiet Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie umfasst die Laboratoriums-
diagnostik der durch Mikroorganismen, Viren und andere übertragbare Agenzien bedingten
Erkrankungen und die Aufklärung ihrer Pathogenese, epidemiologischen Zusammenhänge
und Ursachen sowie die Unterstützung der in der Vorsorge, in der Krankenbehandlung und
im öffentlichen Gesundheitsdienst tätigen Ärzte bei der Vorbeugung, Erkennung, Behand-
lung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten.
Facharzt / Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemilogie ist die
Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszei-
ten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung
• können bis zu 12 Monate in Hygiene und Umweltmedizin und/oder Laboratoriumsme-
dizin angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den diagnostischen Verfahren der Bakteriologie, Virologie, Parasitologie, Mykologie, Se-
rologie und Immunologie von Infektionskrankheiten und ihren Folgezuständen einschließ-
lich mikrobiologisch-virologischer Stufendiagnostik und molekularbiologischen Methoden
- der Symptomatologie, Laboratoriumsdiagnostik und Verlaufsbeurteilung der durch infek-
tiöse Agenzien verursachten Erkrankungen
- der Auswahl geeigneter Untersuchungsmaterialien sowie deren Gewinnung, Transport,
Qualitätsbeurteilung und Aufbereitung
- mikroskopischen, biochemischen, immunologischen und molekularbiologischen Metho-
den zum Nachweis von Bakterien, Viren, Pilzen und anderen übertragbaren Agenzien
einschließlich Bewertung und Befundinterpretation
- den Kriterien zur Unterscheidung von pathologischer und Normalflora
- den Grundsätzen eines Labor- und Qualitätsmanagements einschließlich der Beachtung
und Minimierung von Einflussgrößen und Störfaktoren sowie der Evaluation und Stan-
dardisierung von Untersuchungsverfahren
- Methoden zum Anzüchten, Anreichern, Differenzieren und Typisieren von Erregern ein-
schließlich Zellkulturtechniken
- der genotypischen Charakterisierung nachgewiesener Krankheitserreger
- der Beratung bei der Behandlung einschließlich klinischer Konsiliartätigkeit
- der allgemeinen Epidemiologie und Infektionsepidemiologie
- der Infektionsprävention einschließlich der Immunprophylaxe
- der Krankenhaus- und Praxishygiene einschließlich der Hygiene von Lebensmitteln,
Gebrauchs- und Bedarfsgegenständen
- der mikrobiologischen, virologischen und hygienischen Überwachung von Operations-,
Intensivpflege- und sonstigen Krankenhausbereichen

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- der Erstellung von Hygieneplänen und der Erfassung nosokomialer Infektionen sowie zur
Erreger- und Resistenzüberwachung
- der Erkennung, Vorbeugung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen und Auswer-
tung epidemiologischer Erhebungen einschließlich klinisch-mikrobiologischer Konsiliartä-
tigkeit
- der mikrobiologischen und virologischen Bewertung therapeutischer und desinfizierender
Substanzen einschließlich Empfindlichkeitsbestimmungen von Mikroorganismen und Vi-
ren gegenüber Arznei- und Desinfektionsmitteln
- der Erkennung, Bekämpfung und Verhütung von Seuchen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- bakteriologische und virologische Untersuchung einschließlich Keimdifferenzierung und
Resistenztestung, z. B. aus Blut, Sputum, Eiter, Urin, Gewebe, Abstrichen
- infektionsserologischer Nachweis von Antigenen und Antikörpern
- mikroskopischer Nachweis von Bakterien, Protozoen, Helminthen einschließlich deren
Genom-Nachweis mittels molekularbiologischer Methoden
- kulturelle Anzüchtungen
- Zellkultur zum Antigennachweis von Viren
- Auto-Antikörpernachweis einschließlich Lymphozytentypisierung und Nachweis von
Lymphokinen
- Bestimmung von Bestandteilen des Immunsystems, Immunglobulinen und Komplement-
faktoren
Übergangsbestimmungen:
Kammerangehörige, die die Facharztbezeichnung Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
besitzen, sind berechtigt, stattdessen die Facharztbezeichnung Mikrobiologie, Virologie und
Infektionsepidemiologie zu führen.

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17. Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Der Abschluss in der Facharztweiterbildung Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie setzt auch die zahnärzltiche Approba-
tion voraus.
Definition:
Das Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, konservati-
ve und operative Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzun-
gen, Frakturen, Tumoren, Fehlbildungen und Formveränderungen des Zahnes, des Zahnhal-
teapparates, der Alveolarfortsätze, des Gaumens, der Kiefer, der Mundhöhle, der Speichel-
drüsen sowie des Gesichtsschädels und der bedeckenden Weichteile einschließlich der chi-
rurgischen Kieferorthopädie, prothetischen Versorgung und Implantologie.
Facharzt / Fachärztin für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
(Mund-Kiefer-Gesichtschirurg / Mund-Kiefer-Gesichtschirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ist die Erlangung der Fach-
arztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate im Gebiet Chirurgie und/oder in Anästhesiologie, Hals-Nasen-
Ohrenheilkunde und/oder Neurochirurgie angerechnet werden
• 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Gesundheitsberatung, Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Erkrankungen
des Zahnes, des Zahnhalteapparates, der Alveolarfortsätze einschließlich der Implanto-
logie
- der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen der Kiefer, Kiefergelenke und des
Jochbeins einschließlich der chirurgischen Kieferorthopädie und Korrekturen der Biss-
und Kaufunktionen
- der Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen einschließlich Tumoren
des Gaumen, der Lippen, der Zunge, der Mundhöhlenwandungen, der Speicheldrüsen,
des Naseneingangs, der Weichteile des Gesichtsschädels einschließlich der gebietsbe-
zogenen Nerven und regionalen Lymphknoten
- den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der Indikationsstellung, Durchführung und Interpretation gebietsbezogener Röntgenun-
tersuchungen einschließlich Strahlenschutz
- der prothetischen Versorgung
- den Grundlagen der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung
einschließlich der Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
- der Behandlung akuter und chronischer Schmerzzustände, die keinen eigenständigen
Krankheitswert erlangt haben
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen

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- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- sonographische Untersuchungen der Gesichts- und Halsweichteile sowie der Nasenne-
benhöhlen und Doppler-/ Duplex-Sonographien der extrakraniellen hirnversorgenden Ge-
fäße
- Lokal- und Regionalanästhesie
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial
- operative Eingriffe in der
- dentoalveolären Chirurgie,z. B. Wurzelspitzenresektionen, parodontalchirurgische
Maßnahmen
- septischen Chirurgie,z. B. Kieferhöhlenoperationen, Speichelsteinentfernungen
- Chirurgie bei Verletzungen,z. B. operative Versorgung von kombinierten Weichteil-
und Knochenverletzungen
- Fehlbildungschirurgie, z. B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Operationen
- kieferorthopädischen und Kiefergelenkschirurgie, z. B. Osteotomien bei skelettalen
Dysgnathien
- präprothetischen Chirurgie, z. B. Mundvorhofplastik, enossale Implantationen
- Tumorchirurgie, z. B. Probeexzisionen, Tumorresektionen
- Chirurgie an peripheren Gesichtsnerven, z. B. Dekompressionen, Nerven-
Verlagerungen
- plastischen und Wiederherstellungschirurgie, z. B. Umschneidung von Fern- und
Nahlappen, Überpflanzung von Haut, Knochen und Knorpel
- sonstige Eingriffe im Zusammenhang mit Mund-Kiefer und Gesichtsoperationen, z. B.
mikrochirugische Transplationen einschließlich des Präparierens von Gefäßanschlüssen

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18. Gebiet Neurochirurgie
Definition:
Das Gebiet Neurochirurgie umfasst die Erkennung, operative, perioperative und konservative
Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Verletzungs-
folgen und Fehlbildungen des zentralen Nervensystems, seiner Gefäße und seiner Hüllen,
des peripheren und vegetativen Nervensystems.
Facharzt / Fachärztin für Neurochirurgie
(Neurochirurg / Neurochirurgin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Neurochirurgie ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 48 Monate in der stationären Patientenversorgung
• 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurochirurgischer Patienten
• können bis zu 12 Monate im Gebiet Chirurgie und/oder in Neurologie, Neuropatholo-
gie und/oder Neuroradiologie oder 6 Monate in Anästhesiologie, Augenheilkunde,
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin oder Mund-Kiefer-
Gesichtschirurgie angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung, konservativen, operativen Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation
von Krankheiten einschließlich Tumoren des Schädels, des Gehirns, der Wirbelsäule,
des Rückenmarks, deren Gefäße und zuführenden Gefäße, der peripheren Nerven, des
vegetativen Nervensystems und des endokrinen Systems
- der Erkennung, operativen Behandlung und Nachsorge neuroonkologischer Erkrankun-
gen einschließlich den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- der Erkennung und Behandlung von Schmerzsyndromen
- der Erkennung psychogener Syndrome
- der interdisziplinären Zusammenarbeit, z. B. bei radiochirurgischen Behandlungen
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnah-
men zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
- der Hirntoddiagnostik einschließlich der Organisation von Organspende
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer, ergotherapeutischer und logo-
pädischer Therapiemaßnahmen
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

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- neurophysiologische Untersuchungen, z. B. Elektroenzephalogramm einschließlich evo-
zierten Potenzialen, Elektromyogramm
- sonographische Untersuchungen und Doppler-/ Duplex-Untersuchungen extrakranieller
hirnversorgender und intrakranieller Gefäße
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial
- einfache Beatmungstechniken einschließlich der Beatmungsentwöhnung
- Lokal- und Regionalanästhesie
- neurochirurgische Eingriffe einschließlich minimalinvasiver, stereotaktischer und endo-
skopischer Methodik, auch unter Anwendung der Neuronavigation
- an peripheren und vegetativen Nerven, z. B. Verlagerung, Naht, Neurolyse, Tumor-
entfernung
- an der zervikalen, thorakalen und lumbalen Wirbelsäule, z. B. Nervenwurzel-, Rü-
ckenmarksdekompression, Versorgung von Wirbelsäulenverletzungen
- bei Schädel-Hirn-Verletzungen, z. B. von intra- und extraduralen Hämatomen, Li-
quorfisteln, Impressionsfrakturen
- bei supra- und infratentoriellen intrazerebralen Prozessen, z. B. Tumor-Operationen
- bei Schädel-, Hirn- und spinalen Fehlbildungen, z. B. Liquorableitungen, Operationen
bei Spaltmissbildungen
- bei Schmerzsyndromen, z. B. augmentative, destruierende, Implantations-Verfahren
- bei diagnostischen Eingriffen, z. B. Myelographie, lumbale und ventrikuläre Li-
quordrainage mit und ohne Druckmessung, Biopsien
- bei sonstigen chirurgischen Maßnahmen, z. B. Eingriffe an extrakraniellen Gefäßen,
Tracheotomien

- 83 -
19. Gebiet Neurologie
Definition:
Das Gebiet Neurologie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, konservative Behandlung und
Rehabilitation der Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems
einschließlich der Muskulatur.
Facharzt / Fachärztin für Neurologie
(Neurologe / Neurologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Neurologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 24 Monate in der stationären neurologischen Patientenversorgung
• 12 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie
• 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten
• können bis zu 12 Monate im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin und/oder in
Neurochirurgie, Neuropathologie, Neuroradiologie und/oder Psychosomatische Medi-
zin und Psychotherapie angerechnet werden
• können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation neurologischer
Krankheitsbilder und Defektzustände
- der neurologisch-psychiatrischen Anamneseerhebung einschließlich biographischer und
psychosozialer Zusammenhänge, psychogener Symptome sowie somatopsychischer
Reaktionen
- der Indikationsstellung und Überwachung neurologischer und physikalischer Behand-
lungsverfahren
- der Indikationsstellung und Auswertung neuroradiologischer Verfahren
- der interdisziplinären diagnostischen und therapeutischen Zusammenarbeit auch mit an-
deren Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung wie der Krankengymnastik, Logopädie,
Neuropsychologie und Ergotherapie einschließlich ihrer Indikationsstellung und Überwa-
chung entsprechender Maßnahmen
- der Indikationstellung soziotherapeutischer Maßnahmen
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- neurologisch-geriatrischen Syndromen und Krankheitsfolgen einschließlich der Pharma-
kotherapie im Alter
- den Grundlagen neurolgisch relevanter Schlaf- und Vigilanzstörungen
- den Grundlagen der Verhaltensneurologie und der medizinischen Neuropsychologie
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung
- der Hirntoddiagnostik

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- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- der intensivmedizinischen Basisversorgung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Elektroenzephalographie
- Elektromyographie
- Elektroneurographie einschließlich der kortikalen Magnetstimulation
- visuelle, somatosensible, akustisch evozierte Potentiale
- Funktionsdiagnostik des autonomen Nervensystems
- Funktionsanalysen bei peripheren und zentralen Bewegungsstörungen und Gleichge-
wichtsstörungen
- Funktionsanalysen bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen
- neuro-otologische Untersuchungen, z. B. experimentelle Nystagmusprovokation, spino-
vestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests
- verhaltensneurologische und neuropsychologische Testverfahren
- sonographische Untersuchungen und Doppler-/ Duplex-Untersuchungen extrakranieller
hirnversorgender Gefäße und intrakranieller Gefäße
- neurologische Befunderhebung bei Störungen der höheren Hirnleistungen, z. B. der
Selbst- und Defizitwahrnehmungen, der Motivation, des Antriebs, der Kommunikation,
der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der räumlichen Fähigkeiten, des Denkens, des
Handelns, der Kreativität
- Erstellung von Rehabilitationsplänen, Überwachung und epikritische Bewertung der An-
wendung von Rehabilitationsverfahren
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial aus dem Liquorsystem
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung

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20. Gebiet Nuklearmedizin
Definition:
Das Gebiet Nuklearmedizin umfasst die Anwendung radioaktiver Substanzen und kernphysi-
kalischer Verfahren zur Funktions- und Lokalisationsdiagnostik von Organen, Geweben und
Systemen sowie offener Radionuklide in der Behandlung.
Facharzt / Fachärztin für Nuklearmedizin
(Nuklearmediziner / Nuklearmedizinerin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Nuklearmedizin ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung, davon können
- 6 Monate in einem anderen Gebiet angerechnet werden
• können bis zu 12 Monate in Radiologie angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik in der Anwendung ionisierender
Strahlen am Menschen
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der
Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Messtechnik einschließlich Datenverarbeitung
- der Indikationsstellung, Untersuchung und Behandlung mit Radiodiagnostika und
-therpeutika
- der nuklearmedizinischen in-vivo- und in-vitro-Diagnostik unter Verwendung von organ-/
zielgerichteten Radiodiagnostika und -therapeutika einschließlich Befundanalyse, Schwe-
regrad-, Prognose- und Therapieeffizienz-Bestimmungen
- der molekularen Bildgebung, insbesondere mit Radiopharmazeutika
- der nuklearmedizinischen Therapie einschließlich der damit verbundenen Nachsorge
- der Therapieplanung unter Berücksichtigung der Dosisberechnung
- der Radiochemie und der gebietsbezogenen Immunologie und Radiopharmakologie
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der interdisziplinären Zusammenarbeit zwecks Kombination mit anderen Behandlungs-
verfahren
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen von Abdomen, Retroperitoneum und Urogenitalorganen,
Schilddrüse, Gesichtsweichteilen und Weichteilen des Halses
- nuklearmedizinische Untersuchungen einschließlich tomographischer SPECT-Technik
und PET-Technik
- am Zentralnervensystem
- am Skelett- und Gelenksystem
- am kardiovaskulären System
- am Respirationssystem
- am Gastrointestinaltrakt

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- am Urogenitalsystem
- an endokrinen Organen
- am hämatopoetischen und lymphatischen System
- nuklearmedizinische Behandlungsverfahren bei
- benignen und malignen Schilddrüsenerkrankungen
- anderen soliden oder systemischen malignen Tumoren und/oder benignen Erkran-
kungen

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21. Gebiet Öffentliches Gesundheitswesen
Definition:
Das Gebiet Öffentliches Gesundheitswesen umfasst die Beobachtung, Begutachtung und
Wahrung der gesundheitlichen Belange der Bevölkerung und die Beratung der Träger öffent-
licher Aufgaben in gesundheitlichen Fragen einschließlich Planungs- und Gestaltungsaufga-
ben, Gesundheitsförderung und der gesundheitlichen Versorgung, der öffentlichen Hygiene,
der Gesundheitsaufsicht sowie der Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten.
Facharzt / Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Öffentliches Gesundheitswesen ist die Erlangung der Fach-
arztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 24 Monate entsprechend Rechtsverordnung nach § 46 HeilBerG NW
• 36 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung, davon
- 6 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Verfahren, Normen und Standards der öffentlichen Gesundheitssicherung und der
Gesundheitsverwaltung
- Epidemiologie, Statistik, Gesundheitsindikatoren und Gesundheitsberichterstattung
- der medizinischen Beratung von Einrichtungen, Institutionen und öffentlichen Trägern bei
der Gesundheitsplanung, Gesundheitssicherung und beim Gesundheitsschutz
- der Erstellung von amtlichen / amtsärztlichen Gutachten
- Umsetzung und Sicherstellung der bevölkerungsbezogenen rechtlichen und fachlichen
Normen der Gesundheitssicherung und des Gesundheitsschutzes
- der Gewährleistung von Qualitätsmaßnahmen zur Sicherung der gesundheitlichen Ver-
sorgung der Bevölkerung und Verbesserung des Gesundheitsschutzniveaus
- hygienischem Qualitätsmanagement in Institutionen und öffentlichen Einrichtungen
- der Priorisierung, Initiierung, Koordination und Evaluation von Strategien und Maßnah-
men zur Krankheitsvorbeugung, Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung von Bevöl-
kerungsgruppen
- der Indikationsstellung, Initiierung, ggf. subsidiäre Sicherstellung von Gesundheitshilfen
für Menschen und Bevölkerungsgruppen, deren ausreichende gesundheitliche Versor-
gung nicht gewährleistet ist
- der Beratung, Vorbeugung, dem Monitoring, der Surveillance und Durchführung von
Maßnahmen zur Reduktion übertragbarer Erkrankungen bei Einzelnen und in definierten
Bevölkerungsgruppen
- der Risikoanalyse, -bewertung, -kommunikation und -management infektiöser Erkran-
kungen und umweltbedingter gesundheitlicher Belastungen und Schädigungen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Analyse und gesundheitliche Bewertung gemeindebezogener Planungen

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- Bewertung der gesundheitlichen Versorgung und des Gesundheitszustandes bestimmter
Bevölkerungsgruppen
- Methodik von Gesundheitsförderungsmaßnahmen und Präventionsprogrammen
- bevölkerungsbezogenes gesundheitliches Monitoring und Surveillance übertragbarer und
nicht übertragbarer Erkrankungen
- Analyse und Bewertung von Gesundheitsbeeinträchtigungen und -gefahren
- hygienische Begehungen, Bewertungen und Gefährdungsanalysen

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22. Gebiet Pathologie
Definition:
Das Gebiet Pathologie umfasst die Erkennung von Krankheiten, ihrer Entstehung und ihrer
Ursachen durch die morphologiebezogene Beurteilung von Untersuchungsgut oder durch
Obduktion und dient damit zugleich der Beratung und Unterstützung der in der Behandlung
tätigen Ärzte.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Pathologie ist die Erlangung von Facharztkompetenzen
22.1 und 22.2 nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbil-
dungsinhalte, die auf der Basisweiterbildung (gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbildun-
gen) aufbauen.
Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 22.1 und 22.2:
Weiterbildungszeit :
24 Monate Basisweiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungs-
stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Obduktionstätigkeit einschließlich histologischer Untersuchungen und epikritischer
Auswertungen
- der makroskopischen Beurteilung und der Entnahme morphologischen Materials für die
histologische und zytologische Untersuchung einschließlich der Methoden der techni-
schen Bearbeitung und Färbung
- der Aufbereitung und Befundung histologischer und zytologischer Präparate einschließ-
lich bioptischer Schnellschnittuntersuchungen
- den speziellen Methoden der morphologischen Diagnostik einschließlich der Immun-
histochemie, der Morphometrie, der Molekularpathologie, z. B. Nukleinsäure- und Prote-
inuntersuchungen und der Zytogenetik
- der Asservierung von Untersuchungsgut für ergänzende Untersuchungen
- der fotografischen Dokumentation
- der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Erkennung von Krankheiten und ihren Ur-
sachen, der Überwachung des Krankheitsverlaufes und Bewertung therapeutischer
Maßnahmen einschließlich der Durchführung von klinisch-pathologischen Konferenzen

- 90 -
22.1 Facharzt / Fachärztin für Neuropathologie
(Neuropathologe / Neuropathologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Neuropathologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten
und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Pathologie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Neuropathologie bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
können bis zu
• 12 Monate in Neurochirurgie, Neurologie, Neuropädiatrie, Neuroradiologie und/oder
Psychiatrie und Psychotherapie angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Obduktionstätigkeit insbesondere von Gehirnen, Rückenmarkspräparaten, Spinal-
ganglien, peripheren Nervenanteilen und Skelettmuskulatur
- der Aufbereitung und diagnostischen Auswertung neurohistologischer, histochemischer,
elektronenmikroskopischer, neurozytologischer und molekularbiologischer Präparate
- der molekularen Neuropathologie
- der klinisch-experimentellen oder vergleichenden Anatomie und Pathologie des Nerven-
systems
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Obduktionen des Zentralnervensystems einschließlich histologischer Untersuchungen,
epikritischer Auswertungen und Dokumentation
- histopathologische, insbesondere neurohistologische Untersuchung einschließlich
Schnellschnittuntersuchungen
- Liquorzytologie
- neuromorphologische Diagnostik mittels z. B. Histochemie, Elektronenmikroskopie, Ge-
webekultur
- molekularpathologische Untersuchungen, z. B. DNA- und RNA-Analysen

- 91 -
22.2 Facharzt / Fachärztin für Pathologie
(Pathologe / Pathologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung im Gebiet die Erlangung der
Facharztkompetenz Pathologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten
und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Pathologie
und
48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie bei einem Weiterbildungsbefugten
an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung angerechnet wer-
den
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Obduktionstätigkeit einschließlich spezieller Präparations- und Nachweismethoden
der makroskopischen und mikroskopischen Diagnostik
- der Herrichtung von obduzierten Leichen und der Konservierung von Leichen
- der diagnostischen Histopathologie aus verschiedenen Gebieten der Medizin
- der diagnostischen Zytopathologie
- der gynäkologischen Exfoliativ-Zytologie als integraler Bestandteil der Facharztweiterbil-
dung
- der Dermatohistologie als integraler Bestandteil der Facharztweiterbildung
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Obduktionen einschließlich histologischer Untersuchungen, epikritischer Auswertung und
Dokumentation
- histopathologische Untersuchungen an Präparaten aus verschiedenen Gebieten der Me-
dizin einschließlich Dermatohistologie sowie Schnellschnittuntersuchungen
- zytopathologische Untersuchungen an Präparaten aus verschiedenen Gebieten der Me-
dizin einschließlich gynäkologischer Exfoliativzytologie
- molekularpathologische Untersuchungen, z. B. DNA- und RNA-Analysen

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23. Gebiet Pharmakologie
Definition:
Das Gebiet Pharmakologie umfasst die Erforschung von Arzneimittelwirkungen, Entwicklung
und Anwendung von Arzneimitteln, die Erforschung der Wirkung von Fremdstoffen im Tier-
experiment und am Menschen, die Bewertung des therapeutischen Nutzens, der Erkennung
von Nebenwirkungen sowie die Beratung und Unterstützung der in der Vorsorge und Kran-
kenbehandlung Tätigen bei der Anwendung substanzbasierter therapeutischer und diagnos-
tischer Maßnahmen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Pharmakologie ist die Erlangung von Facharztkompetenzen
23.1 und 23.2 nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbil-
dungsinhalte, die auf der Basisweiterbildung (gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbil-
dung) aufbauen.
Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 23.1 und 23.2:
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungs-
stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den pharmakologischen, toxikologischen, klinischen und experimentellen Grundlagen bei
der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln
- der Erkennung unerwünschter Arzneimittelwirkungen einschließlich dem Arzneimittel-
recht und dem Meldesystem
- der Risikobewertung einschließlich Risikomanagement und -kommunikation bei der Ver-
wendung von Wirk- und Schadstoffen
- der Beratung und Unterstützung der in der Vorsorge und Behandlung tätigen Ärzte in
Fragen der therapeutischen und diagnostischen Anwendung von Arzneimitteln und der
klinischen Toxikologie
- der Biometrie / Biomathematik, Arzneimittel-Epidemiologie und -Anwendungsforschung
- der Pharmako- und Toxikokinetik sowie -dynamik relevanter Wirk- und Schadstoffe
- den Grundlagen der biochemischen, chemischen, immunologischen, mikrobiologischen,
molekular-biologischen, physikalischen und physiologischen Arbeits- und Nachweisme-
thoden
- den Grundlagen der tierexperimentellen Forschungstechnik zur Wirkungsanalyse von
Arzneimitteln und Giften einschließlich der tierexperimentellen Erzeugung von Krank-
heitszuständen zur Wirkungsanalyse von Arzneimitteln und für die Prüfung von Arznei-
mitteln
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle und Vergiftungen einschließlich lebens-
rettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
23.1 Facharzt / Fachärztin für Klinische Pharmakologie
(Klinischer Pharmakologe / Klinische Pharmakologin)
Weiterbildungsziel:

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Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Klinische Pharmakologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungs-
zeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Pharmakologie
und
36 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Klinische Pharmakologie bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
können bis zu
• 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung angerechnet wer-
den
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den ethischen und rechtlichen Grundlagen für klinische Arzneimittelprüfungen am Men-
schen
- den Grundlagen der klinischen Pharmakologie sowie biometrischer Methoden, der Mel-
desysteme und der unterschiedlichen Formen von Studien
- der Wirkungsanalyse von Arzneimitteln am Menschen einschließlich der klinischen Prüf-
phasen
- der Erprobung neuer Arzneimittel am Menschen und den hierzu erforderlichen Untersu-
chungen in den Phasen I bis IV einschließlich der Erstellung von Prüfplänen
- der Bewertung von Arzneimitteln in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt oder
dem Prüfarzt
- der Beratung in arzneimitteltherapeutischen Fragen und bei Vergiftungen
- der Planung multizentrischer Langzeitprüfungen sowie klinischer Untersuchungsverfah-
ren und Bewertungskriterien für die Wirksamkeitsprüfung
- der Arzneimittelbestimmungen in Körperflüssigkeiten und deren Bewertung
- der Zulassung von Arzneimitteln
- der Arzneimittelsicherheit und der Nutzen-Risiko-Bewertung
- der Anwendung der Good Clinical and Laboratory Practice (GCP, GLP)-Leitlinien in klini-
schen Prüfungen
- der pharmazeutischen, präklinischen und klinischen Entwicklung neuer Substanzen
- der Evaluation von Therapieverfahren und Forschungsberichten
- der Erstellung, Beurteilung und Implementierung von Therapieleitlinien
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Teilnahme an klinischer Erprobung, Planung und Durchführung von kontrollierten klini-
schen Prüfungen von Arzneimitteln an Menschen in den Phasen I-IV
- pharmakokinetische Untersuchungen am Menschen einschließlich biologischer Verfüg-
barkeit, Metabolismus, Ausscheidung und pharmakokinetische Interaktionsstudien
- Beurteilung von Dosis-/Konzentrations-Wirkungsbeziehungen
- Beurteilung von Meldungen zur Arzneimittelsicherheit einschließlich Nutzen-Risiko-
Abschätzung
- therapeutisches Drug Monitoring, pharmakogenetische Analysen
23.2 Facharzt / Fachärztin für Pharmakologie und Toxikologie
(Pharmakologe und Toxikologe / Pharmakologin und Toxikologin)
Weiterbildungsziel:

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Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharzt-
kompetenz Pharmakologie und Toxikologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Pharmakologie
und
36 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den rechtlichen Grundlagen für Entwicklung, Zulassung und Umgang mit Arzneimitteln
- der Versuchsplanung, -durchführung und -auswertung von Studien einschließlich den e-
thischen Grundlagen zur Durchführung von Versuchen am Menschen und beim Tier
- biologischen Test- und Standardisierungsverfahren sowie den gebräuchlichen Untersu-
chungsverfahren und Messmethoden der Pharmakologie und Toxikologie einschließlich
chemisch-analytischer, elektrophysiologischer, zell- und molekularbiologischer Verfahren
- der Analyse und Bewertung toxikologischer Wirkungen am Menschen einschließlich der
medizinisch wichtigen Giften und deren Antidote
- der klinisch toxikologischen Beratung
- den theoretischen Grundlagen der (tier-)experimentellen Forschung zur Analyse der er-
wünschten bzw. schädlichen Wirkungen von Arzneistoffen und Fremdstoffen
- der experimentellen Erzeugung von kurativen und schädlichen Wirkungen beim Tier
- der experimentellen Erzeugung von Krankheiten sowie deren Beeinflussung durch Arz-
neistoffe und Fremdstoffe und deren Erfassung und Bewertung mit biochemischen, che-
mischen, immunologischen, mikrobiologischen, molekularbiologischen und physikali-
schen und physiologischen Methoden
- der Narkose und Analgesie von Versuchstieren
- verhaltenspharmakologischen Untersuchungsverfahren
- in-vitro-Methoden zur Untersuchung der Wirkung von Arzneistoffen und Fremdstoffen an
isolierten Organen, Zellkulturen und subzellulären Reaktionssystemen
- Grundlagen morphologischer und histologischer Untersuchungsverfahren
- gebräuchlichen Isolations- und Analysemethoden zur Identifizierung und Quantifizierung
von Arzneistoffen und Fremdstoffen und deren Metaboliten, z. B. in Körperflüssigkeiten
und Umweltmedien
- Grundlagen der Analyse von Versuchsdaten, Biostatistik, Biometrie und Bioinformatik
- Dosis- Wirkungsbeziehungen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Mitwirkung an experimentellen-pharmakologisch- toxikologischen Studien
- pharmakologsch-toxikologische Experimente mit molekularbiologisch-biochemischen und
integrativ-physiologischen Methoden
- Arzneimittelbewertungen

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24. Gebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin
Definition:
Das Gebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin umfasst die sekundäre Prävention, die
interdisziplinäre Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von körperlichen Beeinträchti-
gungen, Struktur- und Funktionsstörungen mit konservativen, physikalischen, manuellen und
naturheilkundlichen Therapiemaßnahmen sowie den Verfahren der rehabilitativen Interventi-
on.
Facharzt / Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin ist die Erlangung
der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Wei-
terbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Chirurgie und/oder in
Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Neurochirurgie und/oder Urologie
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Innere Medizin und All-
gemeinmedizin und/oder in Anästhesiologie, Kinder- und Jugendmedizin und/oder
Neurologie
• können bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Rehabilitationsabklärung und Rehabilitationssteuerung
- der Klassifikation von funktionalen Gesundheitsstörungen
- der Durchführung von Rehabilitationsmaßnahmen einschließlich der Frührehabilitation
mit dem Ziel der Beseitigung bzw. Verminderung von Krankheitsfolgen, der Verbesse-
rung und Kompensation gestörter Funktionen und der Integration in die Gesellschaft ein-
schließlich der Langzeitrehabilitation
- den Grundlagen der Diagnostik von Rehabilitation erfordernden Krankheiten und deren
Verlaufskontrolle
- der Funktionsdiagnostik, Indikationsstellung, Verordnung, Steuerung, Kontrolle und Do-
kumentation von Maßnahmen und Konzepten der physikalischen Medizin einschließlich
der Heil- und Hilfsmittel unter kurativer und rehabilitativer Zielsetzung
- den physikalischen Grundlagen, physiologischen und pathophysiologischen Reaktions-
mechanismen einschließlich der Kinesiologie und der Steuerung von Gelenk- und Mus-
kelfunktionen, der therapeutischen Wirkung und praktischen Anwendung von Physiothe-
rapiemethoden
- der Besonderheit von angeborenen Leiden und von Erkrankungen des Alters
- der physikalischen Therapie wie Krankengymnastik, Ergotherapie, medizinische Trai-
ningstherapie, manuelle Therapie, Massagetherapie, Elektro- und Ultraschalltherapie,
Hydrotherapie, Inhalationstherapie, Wärme- und Kälteträgertherapie, Balneotherapie,
Phototherapie
- der Behandlung im multiprofessionellen Team einschließlich Koordination der interdis-
ziplinären Zusammenarbeit
- den Grundlagen und der Anwendung von Verfahren zur Bewertung der Aktivitätsstö-
rung/Partizipationsstörung einschließlich Kontextfaktoren (Assessments)

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- der Erstellung von Rehabilitationsplänen einschließlich Steuerung, Überwachung und
Dokumentation des Rehabilitationsprozesses im Rahmen der Sekundär-, Tertiärpräventi-
on und Nachsorge
- der Patienteninformation und Verhaltensschulung sowie in der Angehörigenbetreuung
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- der Bewertung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, der Arbeitsfähigkeit, der Berufs-
und Erwerbsfähigkeit sowie der Pflegebedürftigkeit
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Erstellung von Rehabilitationsplänen einschließlich deren epikritischer Bewertung
- spezielle Verfahren der rehabilitativen Diagnostik, z. B. sensomotorische Tests,
Leistungs-, Verhaltens- und Funktionsdiagnostiktests, neuropsychologische Tests
- rehabilitative Interventionen, z. B. Rehabilitationspflege, Dysphagietherapie, neuropsy-
chologisches Training, Biofeedbackverfahren, Musik- und Kunsttherapie, rehabilitative
Sozialpädagogik, Diätetik, Entspannungsverfahren
- funktionsbezogene apparative Messverfahren, z. B. Muskelfunktionsanalyse, Stand- und
Ganganalyse, Bewegungsanalyse, Algometrie, Thermometrie

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25. Gebiet Physiologie
Definition:
Das Gebiet Physiologie umfasst die Lehre der normalen Lebensvorgänge des Bewegungs-
apparates, Kreislaufsystems, Sinnessystems und zentralen Nervensystems.
Facharzt / Fachärztin für Physiologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Physiologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
48 Monate bei einer Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monaten in anderen Gebieten angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Grundlagen der Physik, Physikalischen Chemie, Biochemie, Mathematik und Biosta-
tistik einschließlich der Datenverarbeitung, Kybernetik und Bionik sowie Anatomie, Histo-
logie und Zytologie
- der Physiologie des Blutes, des Herzens und Blutkreislaufs sowie der Atmung der Phy-
siologie des Stoffwechsels, des Energie- und Wärmehaushaltes, der Ernährung und Ver-
dauung des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes und des endokrinen Systems sowie der
homöostatischen Mechanismen und Regulationen
- der Physiologie der peripheren Nerven und der Rezeptoren, des Muskels, des zentralen
Nervensystems und des vegetativen Nervensystems
- der Physiologie der Sinnesorgane
- der Physiologie der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit in allen Lebensalters-
stufen
- den elektrophysiologischen Methoden zur Untersuchung der Eigenschaften des zentralen
Nervensystem sowie der neuralen und muskulären Elemente
- den Methoden der Herz-Kreislauf- und Atmungsphysiologie
- den Methoden der Leistungsphysiologie
- den tierexperimentellen Arbeitstechniken

- 98 -
26. Gebiet Psychiatrie und Psychotherapie
Definition:
Das Gebiet Psychiatrie und Psychotherapie umfasst die Vorbeugung, Erkennung und soma-
totherapeutische, psychotherapeutische sowie sozial-psychiatrische Behandlung und Reha-
bilitation primärer psychischer Erkrankungen und Störungen in Zusammenhang mit körperli-
chen Erkrankungen und toxischen Schädigungen einschließlich ihrer sozialen Anteile, psy-
chosomatischen Bezüge und forensischen Aspekte.
Facharzt / Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
(Psychiater und Psychotherapeut / Psychiaterin und Psychotherapeutin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Psychiatrie und Psychotherapie ist die Erlangung der Fach-
arztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 24 Monate in der stationären psychiatrischen und psychotherapeutischen Patienten-
versorgung
• 12 Monate in Neurologie
• können bis zu 12 Monate in der Schwerpunktweiterbildung des Gebietes abgeleistet
werden
• können bis zu 12 Monate Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
und/oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder 6 Monate im Gebiet
Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder in Neurochirurgie oder Neuropathologie
angerechnet werden
• können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der psychiatrischen Anamnese und Befunderhebung
- der allgemeinen und speziellen Psychopathologie
- psychodiagnostischen Testverfahren
- den Entstehungsbedingungen, Verlaufsformen und der Behandlung psychischer Erkran-
kungen und Störungen
- Krankheitsverhütung, Früherkennung, Rückfallverhütung und Verhütung unerwünschter
Therapieeffekte (primäre, sekundäre, tertiäre und quartäre Prävention) unter Einbezie-
hung von Familienberatung, Krisenintervention, Sucht- und Suizidprophylaxe
- Erkennung und Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter
- der Erkennung und Behandlung von Suchterkrankungen einschließlich Intoxikationen
und Entgiftungen, Motivationsbehandlung und Substitutionstherapie bei Opiatabhängig-
keit sowie Indikationsstellung zur Langzeitbehandlung
- der Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen bei lern- und geistig- behin-
derten Menschen
- der Soziotherapie sowie Indikation zu ergotherapeutischen, sport- und bewegungsthera-
peutischen, musik- und kunsttherapeutischen Maßnahmen
- der Behandlung von chronisch psychisch kranken Menschen, insbesondere in Zusam-
menarbeit mit komplementären Einrichtungen und der Gemeindepsychiatrie

- 99 -
- der praktischen Anwendung von wissenschaftlich anerkannten Psychotherapie-Verfahren
- der Erkennung und Behandlung gerontopsychiatrischer Erkrankungen unter Berücksich-
tigung interdisziplinärer Aspekte
- den Grundlagen der neuro-psychiatrischen Differentialdiagnose und klinisch-
neurologischer Diagnostik einschließlich Elektrophysiologie
- der Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie und -psychotherapie
- der Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen aufgrund Störungen der
Schlaf-Wach-Regulation, der Schmerzwahrnehmung und der Sexualentwicklung und
-funktionen einschließlich Störungen der sexuellen Identität
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich der Probleme der Mehrfach-
verordnungen und der Risiken des Arzneimittelmissbrauchs
- der Krisenintervention, supportiven Verfahren und Beratung
- der Anwendung von Rechtsvorschriften bei der Unterbringung und Behandlung psy-
chisch Kranker
Weiterbildung im speziellen Neurologie-Teil
- Krankheitslehre neurologischer Krankheitsbilder, Diagnostik und Therapie von Schmerz-
syndromen, neurophysiologische und neuropathologische Grundlagen
- Methodik und Technik der neurologischen Anamnese
- Methodik und Technik der neurologischen Untersuchung
- Indikationsstellung, Durchführung und Beurteilung neurophysiologischer und neuropsy-
chologischer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
- Indikationsstellung, Durchführung und Bewertung der Elektroenzephalographie sowie
evozierte Potentiale
- Grundlagen der Somato- und Pharmakotherapie neurologischer Erkrankungen
Strukturierte Weiterbildung im allgemeinen Psychiatrie-Teil
(Die strukturierten Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung
oder im Weiterbildungsverbund erworben.)
- 60 supervidierte und dokumentierte Erstuntersuchungen
- 60 Doppelstunden Fallseminar in allgemeiner und spezieller Psychopathologie mit Vor-
stellung von 10 Patienten
- 10 Stunden Seminar über standardisierte Befunderhebung unter Anwendung von Fremd-
und Selbstbeurteilungsskalen und Teilnahme an einem Fremdrater-Seminar
- Durchführung, Befundung und Dokumentation von 40 abgeschlossenen Therapien unter
kontinuierlicher Supervision einschließlich des störungsspezfisichen psychotherapeuti-
schen Anteils der Behandlung aus den Bereichen primär psychischer Erkrankungen, or-
ganisch bedingter psychischer Störungen und Suchterkrankungen
- 40 Stunden Fallseminar über die pharmakologischen und anderen somatischen Thera-
pieverfahren einschließlich praktischer Anwendungen
- 2-monatige Teilnahme an einer Angehörigengruppe unter Supervision
- 40 Stunden praxisorientiertes Seminar über Sozialpsychiatrie einschließlich somatischer,
pharmakologischer und psychotherapeutischer Verfahren
- Gutachten aus den Bereichen Sozial-, Zivil- und Strafrecht
Strukturierte Weiterbildung im speziellen Psychotherapie-Teil
(Die Psychotherapie-Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung
oder im Weiterbildungsverbund erworben.)
- 100 Stunden Seminare, Kurse, Praktika und Fallseminare über theoretische Grundlagen
der Psychotherapie insbesondere allgemeine und spezielle Neurosenlehre, Ent-
wicklungs- und Persönlichkeitspsychologie, Lernpsychologie und Tiefenpsychologie, Dy-
namik der Gruppe und Familie, Gesprächspsychotherapie, Psychosomatik, entwick-
lungsgeschichtliche, lerngeschichtliche und psychodynamische Aspekte von Persönlich-
keitsstörungen, Psychosen, Süchten und Alterserkrankungen

- 100 -
- 16 Doppelstunden autogenes Training oder progressive Muskelentspannung oder Hyp-
nose
- 10 Stunden Seminar und 6 Behandlungen unter Supervision in Kriseninterventionen,
supportive Verfahren und Beratung
- 10 Stunden Seminar in psychiatrisch-psychotherapeutischer Konsil- und Liaisonarbeit un-
ter Supervision
- 240 Therapie-Stunden mit Supervision nach jeder vierten Stunde in einem wissenschaft-
lich anerkannten Psychotherapieverfahren im gesamten Bereich psychischer Erkrankun-
gen einschließlich Suchterkrankungen, bei denen die Psychotherapie im Vordergrund
des Behandlungsspektrums steht, z. B. Patient mit Schizophrenie, affektiven Erkrankun-
gen, Angst- und Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen und Suchterkrankungen
Selbsterfahrung:
- 150 Stunden Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung in einem wissenschaftlich anerkann-
ten Verfahren
- 35 Doppelstunden Balintgruppenarbeit oder interaktionsbezogene Fallarbeit
Schwerpunkt Forensische Psychiatrie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Schwerpunkt Forensische Psychiatrie ist aufbauend auf der Fach-
arztweiterbildung die Erlangung der Schwerpunktkompetenz nach Ableistung der vorge-
schriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- ethischen und rechtlichen Fragen, die den Umgang mit psychisch kranken, gestörten und
behinderten Menschen betreffen
- der Erkennung und Behandlung psychisch kranker und gestörter Straftäter
- gerichtlich angeordneter psychiatrisch-psychotherapeutischer Therapie, auch im Maßre-
gel- und Justizvollzug
- der Beurteilung der Schuldfähigkeit, der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen und Zeu-
gentüchtigkeit
- den Grundlagen der Einweisung in den Maßregelvollzug einschließlich subsidiärer Maß-
nahmen unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften
- der Beurteilung der Rückfall- und Gefährlichkeitsprognose
- der Beurteilung der Verhandlungs-, Haft- und Vernehmungsfähigkeit
- der Beurteilung der Reife von Heranwachsenden nach Jugendgerichtsgesetz sowie ihrer
Anwendung im Straf-, Zivil- und Sorgerecht
- Fragen des Zivil-, Betreuungs- und Unterbringungsrechtes einschließlich Geschäftsfähig-
keit, Testierfähigkeit, Prozessfähigkeit
- forensischen Gutachten aus den Bereichen Sozial-, Zivil- und Strafrecht
- verwaltungs- und verkehrsrechtlichen Zusammenhangsfragen
- der Beurteilung und Behandlung von Störungsbildern wie aggressives Verhalten, sexuell
abweichendes Verhalten, Suizidalität, Intoxikationssyndrome

- 101 -
27. Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Definition:
Das Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie umfasst die Erkennung, psycho-
therapeutische Behandlung, Prävention und Rehabilitation von Krankheiten und Leidenszu-
ständen, an deren Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren einschließ-
lich dadurch bedingter körperlich-seelischer Wechselwirkungen maßgeblich beteiligt sind.
Facharzt / Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
(Psychosomatiker und Psychotherapeut / Psychosomatikerin und Psychotherapeutin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist die Er-
langung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszei-
ten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 davon
• 12 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie, davon können
- 6 Monate Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie angerechnet wer-
den
• 12 Monate im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin, davon können
- 6 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung angerechnet
werden
• können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Prävention, Erkennung, psychotherapeutischen Behandlung und Rehabilitation psy-
chosomatischer Erkrankungen und Störungen einschließlich Familienberatung, Sucht-
und Suizidprophylaxe
- der praktischen Anwendung von wissenschaftlich anerkannten Psychotherapie-Verfahren
- der Indikationsstellung zu soziotherapeutischen Maßnahmen
- Erkennung und Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter
- Grundlagen der Erkennung und Behandlung innerer Erkrankungen, die einer psychoso-
matischen Behandlung bedürfen
- der psychiatrischen Anamnese und Befunderhebung
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie unter besonderer Berücksichtigung der Risi-
ken des Arzneimittelmissbrauchs
- der Erkennung und psychotherapeutischen Behandlung von psychogenen Schmerzsyn-
dromen
- 16 Doppelstunden autogenes Training oder progressive Muskelentspannung oder Hyp-
nose
- 10 Fälle Durchführung supportiver und psychoedukativer Therapien bei somatisch Kran-
ken
- Grundlagen in der Verhaltenstherapie und psychodynamisch/tiefenpsychologisch fundier-
ten Psychotherapie
- 10 Kriseninterventionen unter Supervision
- 35 Doppelstunden Balintgruppenarbeit bzw. interaktionsbezogene Fallarbeit
- 20 Fälle psychosomatisch-psychotherapeutische Konsiliar- und Liaisonarbeit

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Theorievermittlung: 240 Stunden in
- psychodynamischer Theorie: Konfliktlehre, Ich-Psychologie, Objektbeziehungstheorie,
Selbstpsychologie
- Entwicklungspsychologie, Psychotraumatologie, Bindungstheorie
- allgemeiner und spezieller Psychopathologie, psychiatrischer Nosologie
- allgemeiner und spezieller Neurosen-, Persönlichkeitslehre und Psychosomatik
- den theoretischen Grundlagen in der Sozial-, Lernpsychologie sowie allgemeiner und
spezieller Verhaltenslehre zur Pathogenese und Verlauf
- psychodiagnostischen Testverfahren und der Verhaltensdiagnostik
- Dynamik der Paarbeziehungen, der Familie und der Gruppe einschließlich systemische
Theorien
- den theoretischen Grundlagen der psychoanalytisch begründeten und verhaltensthera-
peutischen Psychotherapiemethoden
- Konzepten der Bewältigung von somatischen Erkrankungen sowie Technik der psychoe-
dukativen Verfahren
- Prävention, Rehabilitation, Krisenintervention, Suizid- und Suchtprophylaxe, Organisati-
onspsychologie und Familienberatung
Diagnostik
(Die Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung oder im Weiter-
bildungsverbund erworben.)
- 100 dokumentierte und supervidierte Untersuchungen (psychosomatische Anamnese
einschließlich standardisierter Erfassung von Befunden, analytisches Erstinterview, tie-
fenpsychologisch-biographische Anamnese, Verhaltensanalyse, strukturierte Interviews
und Testdiagnostik)
Behandlung
(Die Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung oder im Weiter-
bildungsverbund erworben.)
- 1500 Stunden Behandlungen und Supervision nach jeder vierten Stunde (Einzel- und
Gruppentherapie einschließlich traumaorientierter Psychotherapie, Paartherapie ein-
schließlich Sexualtherapie sowie Familientherapie) bei mindestens 40 Patienten aus dem
gesamten Krankheitsspektrum des Gebietes mit besonderer Gewichtung der psychoso-
matischen Symptomatik unter Einschluss der Anleitung zur Bewältigung somatischer und
psychosomatischer Erkrankungen und Techniken der Psychoedukation
Von den 1500 Behandlungsstunden sind wahlweise in einer der beiden Grundorientierungen abzuleisten:
- in den psychodynamischen/tiefenpsychologischen Behandlungsverfahren
- 6 Einzeltherapien über 50 bis 120 Stunden pro Behandlungsfall
- 6 Einzeltherapien über 25 bis 50 Stunden pro Behandlungsfall
- 4 Kurzzeittherapien über 5 bis 25 Stunden pro Behandlungsfall
- 2 Paartherapien über mindestens 10 Stunden
- 2 Familientherapien über 5 bis 25 Stunden
- 100 Sitzungen Gruppenpsychotherapien mit 6 bis 9 Patienten
oder
- in verhaltenstherapeutischen Verfahren
- 10 Langzeitverhaltenstherapien mit 50 Stunden
- 10 Kurzzeitverhaltenstherapien mit insgesamt 200 Stunden
- 4 Paar- oder Familientherapien
- 6 Gruppentherapien (differente Gruppen wie indikative Gruppe oder Problemlö-
sungsgruppe), davon ein Drittel auch als Co-Therapie

- 103 -
Selbsterfahrung in der gewählten Grundorientierung wahlweise
-
150 Stunden psychodynamische / tiefenpsychologische oder psychoanalytische Einzel-
selbsterfahrung und 70 Doppelstunden Gruppenselbsterfahrung
oder
-
70 Doppelstunden verhaltenstherapeutische Selbsterfahrung einzeln oder in der Gruppe
Übergangsbestimmung:
Kammerangehörige, die die Facharztbezeichnung Psychotherapeutische Medizin besitzen,
sind berechtigt, stattdessen die Facharztbezeichnung Psychosomatische Medizin und Psy-
chotherapie zu führen.

- 104 -
28. Gebiet Radiologie
Definition:
Das Gebiet Radiologie umfasst die Erkennung von Krankheiten mit Hilfe ionisierender Strah-
len, kernphysikalischer und sonographischer Verfahren und die Anwendung interventioneller,
minimal-invasiver radiologischer Verfahren
Facharzt / Fachärztin für Radiologie
(Radiologe / Radiologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Radiologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung angerechnet wer-
den
• 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Indikation der mit ionisierenden Strahlen und kernphysikalischen Verfahren zu unter-
suchenden Erkrankungen
- den radiologischen Untersuchungsverfahren mit ionisierenden Strahlen einschließlich ih-
rer Befundung
- der Magnetresonanzverfahren und Spektroskopie einschließlich ihrer Befundung
- der Sonographie einschließlich ihrer Befundung
- den interventionell-radiologischen Verfahren auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit
- Analgesierungs- und Sedierungsmaßnahmen einschließlich der Behandlung akuter
Schmerzzustände
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnah-
men zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
- den Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei Anwendung ionisierender
Strahlen am Menschen
- den physikalischen Grundlagen der Magnetresonanzverfahren und Biophysik einschließ-
lich den Grundlagen der Patientenüberwachung sowie der Sicherheitsmaßnahmen für
Patienten und Personal
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der
Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Gerätekunde
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen, einschließlich Doppler- / Duplex-Untersuchungen, an allen
Organen und Organsystemen
- radiologische Diagnostik einschließlich Computertomographie, z. B. an
- Skelett und Gelenken
- Schädel einschließlich Spezialaufnahmen, Rückenmark und Nerven
- Thorax und Thoraxorganen

- 105 -
- Abdomen und Abdominalorganen
- Urogenitaltrakt
- der Mamma
- Gefäßen (Arterio-, Phlebo- und Lymphographien)
- Magnetresonanztomographien,
z. B. an Hirn, Rückenmark, Nerven, Skelett, Gelenken, Weichtteilen einschließlich der
Mamma, Thorax, Abdomen, Becken, Gefäßen
- interventionelle und minimal-invasive radiologische Verfahren, davon
- Gefäßpunktionen, -zugänge und -katheterisierungen
- rekanalisierende Verfahren, z. B. PTA, Lyse, Fragmentation, Stent
- perkutane Einbringung von Implantaten
- gefäßverschließende Verfahren, z. B. Embolisation, Sklerosierung
- Punktionsverfahren zur Gewinnung von Gewebe und Flüssigkeiten sowie Drainagen von
pathologischen Flüssigkeitsansammlungen
- perkutane Therapie bei Schmerzzuständen und Tumoren sowie ablative und gewebesta-
bilisierende Verfahren
Übergangsbestimmung:
Kammerangehörige, die die Facharztbezeichnung Diagnostische Radiologie oder Radiologi-
sche Diagnostik besitzen, sind berechtigt, stattdessen die Facharztbezeichnung Radiologie
zu führen.
Schwerpunkt Kinderradiologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der
Schwerpunktkompetenz Kinderradiologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung in Kinderchirurgie und/oder Kinder-
und Jugendmedizin angerechnet werden
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der radiologischen Diagnostik bei Kindern unter besonderer Berücksichtigung der Strah-
lenschutzmaßnahmen
- den Besonderheiten in der Indikationsstellung und Anwendung ionisierender Strahlen
und kernphysikalischer Verfahren im Kindesalter einschließlich der Strahlenbiologie und
der Strahlenphysik
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen einschließlich Doppler- / Duplex-Untersuchungen an den Or-
ganen und Organsystemen beim Kind
- radiologische Diagnostik einschließlich Computertomographie beim Kind, davon
- am wachsenden Skelett

- 106 -
- am Schädel einschließlich Teilaufnahmen
- an der Wirbelsäule, am Becken, an den Extremitäten
- an Thorax und Thoraxorganen
- am Abdomen einschließlich Magen-Darm-Trakt
- am Urogenitaltrakt
- Magnetresonanztomographien und Spektroskopie beim Kind, z. B. an Hirn, Rückenmark,
Skelett, Gelenken, Weichteilen, Thorax, Abdomen, Becken, Gefäßen
- Mitwirkung bei interventionellen und minimal-invasiven radiologischen Verfahren beim
Kind
Schwerpunkt Neuroradiologie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Facharztweiterbildung die Erlangung der
Schwerpunktkompetenz Neuroradiologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbil-
dungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung in Neurochirurgie und/oder Neuro-
logie angerechnet werden
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Grundlagen neurologisch-neurochirurgischer und psychiatrischer Erkrankungen
- den Untersuchungen des zentralen Nervensystems einschließlich der Schädelbasis und
ihrer benachbarten Räume, des autonomen Nervensystems, der peripheren Nerven mit-
tels Computertomographie und Magnetresonanztomographie
- den Untersuchungen der Liquorräume des Kopfes und Spinalkanals mit intrathekalem
Kontrastmittel wie Myelographie, Zisternographie
- der Kontrastmittel-Katheter-Angiographie von hirnversorgenden und spinalen Gefäßen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Ultraschalluntersuchungen einschließlich Doppler-/Duplex-Untersuchungen der extrakra-
niellen hirnversorgenden und intrakraniellen Gefäße
- neuroradiologische Untersuchungen einschließlich Computertomographie an Gehirn, Li-
quorräumen, Schädelbasis und Rückenmark
- diagnostische Angiographien der hirnversorgenden und spinalen Gefäße
- diagnostische, dynamische und funktionelle Magnetresonanztomographie einschließlich
Spektroskopie des Gehirns, Rückenmarks und muskulo-skelettalen Systems
- interventionelle neuroradiologische Verfahren, z. B.
- rekanalisierende Eingriffe (Lyse, PTA, Stent)
- gefäßverschließende Eingriffe (Embolisation, Coiling)
- perkutane Therapie oder Biopsie bei Gefäßmissbildungen, Tumoren oder Schmerz-
zuständen

- 107 -
29. Gebiet Rechtsmedizin
Definition:
Das Gebiet Rechtsmedizin umfasst die Entwicklung, Anwendung und Beurteilung medizini-
scher und naturwissenschaftlicher Kenntnisse für die Rechtspflege sowie die Vermittlung
arztrechtlicher und ethischer Kenntnisse für die Ärzteschaft.
Facharzt / Fachärztin für Rechtsmedizin
(Rechtsmediziner / Rechtsmedizinerin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Rechtsmedizin ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 6 Monate im Gebiet Pathologie
• 6 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie oder Forensische Psychiatrie
• können 6 Monate im Gebiet Pathologie oder in Öffentliches Gesundheitswesen,
Pharmakologie und Toxikologie, Psychiatrie und Psychotherapie oder Forensische
Psychiatrie angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Durchführung der Leichenschau
- der rechtsmedizinischen Sektionstechnik und Bewertung der makroskopischen und mik-
roskopischen Befunde einschließlich histologischer Untersuchungen
- der Darstellung des Kausalzusammenhangs im Rahmen der Todesermittlung unter Aus-
wertung der Ermittlungsakten und Untersuchungsergebnisse
- der Erstattung von schriftlichen und mündlichen Gutachten über Kausalzusammenhänge
im Rahmen der Todesermittlung und zu forensisch-psychopathologischen Fragestellun-
gen
- der Asservierung, Auswertung und Beurteilung von Spuren
- der Beurteilung von Verletzungen bei Lebenden, insbesondere in Fällen von Kindes-
misshandlung und Sexualdelikten
- der Beurteilung von Intoxikationen bei Lebenden und Leichen einschließlich der Material-
sicherung
- den Grundlagen der forensischen Molekulargenetik unter spezieller Berücksichtigung der
Paternität und Identifizierung
- strafrechtlichen, verkehrs- und versicherungsmedizinischen Fragestellungen einschließ-
lich forensischer Biomechanik
- forensischer Traumatologie
- forensischer Anthropologie einschließlich forensischer Odontologie
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Beschreibung und Bewertung von Leichenschaubefunden
- Befunddokumentation und -beurteilung von Tat- und Fundorten
- gerichtliche Obduktionen mit Begutachtung des Zusammenhangs zwischen morphologi-
schem Befund und Geschehensablauf

- 108 -
- histologische Untersuchungen
- Beurteilung von Spurenbildern und Spurenasservierung
- mündliche und schriftliche Gutachten für das Gericht
- forensisch-osteologische bzw. -odontologische Expertisen

- 109 -
30. Gebiet Strahlentherapie
Definition:
Das Gebiet Strahlentherapie umfasst die Strahlenbehandlung maligner und benigner Erkran-
kungen einschließlich der medikamentösen und physikalischen Verfahren zur Radiosensibili-
sierung und Verstärkung der Strahlenwirkung am Tumor unter Berücksichtigung von
Schutzmaßnahmen der gesunden Gewebe.
Facharzt / Fachärztin für Strahlentherapie
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Strahlentherapie ist die Erlangung der Facharztkompetenz
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte
gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 12 Monate in der stationären Patientenversorgung, davon können
- 6 Monate in einem anderen Gebiet angerechnet werden
• können bis zu 12 Monate in Radiologie angerechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Grundlagen der Strahlenphysik und Strahlenbiologie von Tumoren und gesunden
Geweben bei diagnostischer und therapeutischer Anwendung ionisierender Strahlen
- den Grundlagen der für die Bestrahlungsplanung erforderlichen bildgebenden Verfahren
zur Therapieplanung
- der Strahlentherapie einschließlich der Indikationsstellung und Bestrahlungsplanung
- der medikamentösen und physikalischen Begleitbehandlung zur Verstärkung der Strah-
lenwirkung im Tumor und zur Protektion gesunder Gewebe
- den Grundlagen der intracavitären und interstitiellen Brachytherapie
- der Behandlung von Tumoren im Rahmen von Kombinationsbehandlungen und interdis-
ziplinärer Therapiekonzepte einschließlich der medikamentösen Tumortherapie als inte-
graler Bestandteil der Facharztweiterbildung
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der Nachsorge und Rehabilitation von Tumorpatienten
- den Grundlagen der Ernährungsmedizin einschließlich diätetischer Beratung
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der
Personalüberwachung
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Umgang mit offenen und geschlossenen ra-
dioaktiven Strahlern einschließlich des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Gerätekunde
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Anwendung bildgebender Verfahren zur Therapieplanung, z. B. Röntgensimulator, Com-
putertomographie, Ultraschalluntersuchungen

- 110 -
- Erstellung strahlentherapeutischer Behandlungspläne auch unter Einbeziehung von
Kombinationstherapien und interdisziplinärer Behandlungskonzepte
- externe Strahlentherapie (Teilchenbeschleuniger, radioaktive Quellen, Röntgentherapie)
einschließlich mit Linearbeschleunigern
- Brachytherapie einschließlich bei Tumoren des weiblichen Genitale
- Bestrahlungsplanungen mit einem Simulator einschließlich Einbezug von Rechnerplänen
und Computertomographie
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung

- 111 -
31. Gebiet Transfusionsmedizin
Definition:
Das Gebiet Transfusionsmedizin umfasst als klinisches Fach die Auswahl und medizinische
Betreuung von Blutspendern, die Herstellung, Prüfung und Weiterentwicklung allogener und
autologer zellulärer und plasmatischer Blutpräparate und alle Aufgabenbereiche in der Vor-
bereitung, Durchführung und Bewertung hämotherapeutischer Massnahmen am Patienten.
Facharzt / Fachärztin für Transfusionsmedizin
(Transfusionsmediziner / Transfusionsmedizinerin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharztkompetenz Transfusionsmedizin nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
• 24 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Chirurgie und/oder Inne-
re Medizin und Allgemeinmedizin und/oder in Anästhesiologie, Frauenheilkunde und
Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Neurochirurgie und/oder Urologie ange-
rechnet werden, davon können
- 6 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
• können bis zu 12 Monate in Laboratoriumsmedizin angerechnet werden,
davon können
- 6 Monate in Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie angerechnet
werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den für die Produktsicherheit erforderlichen laboranalytischen Methoden und deren Inter-
pretation
- der Blutgruppenserologie einschließlich Verträglichkeitsprobe vor Transfusionen
- der Vorbeugung, Erkennung, Präparateauswahl und Behandlungsempfehlung auch im
Rahmen der perinatalen Hämotherapie und immunhämatologischen Diagnostik der Mut-
terschaftsvorsorge
- der Patienteninformation und Patientenkommunikation über Indikation, Durchführung und
Risiken von hämotherapeutischen Behandlungen
- der Planung, Organisation und Durchführung von Blutspendeaktionen
- der Spenderauswahl und medizinischen Betreuung von Blutspendern
- der Immunprophylaxe
- der Gewinnung, Herstellung, Prüfung, Bearbeitung und Weiterentwicklung zellulärer,
plasmatischer und spezieller Blutkomponenten sowie deren Lagerung und Transport
- der präparativen und therapeutischen Hämapherese sowie analoger Verfahren
- der Indikation, Spenderauswahl und Durchführung der autologen Blutspende
- der Indikation, Spenderauswahl, Spenderkonditionierung und Gewinnung von allogenen
und autologen Stammzellen einschließlich der Produktbearbeitung
- der Präparation und Expansion autologer und allogener Zellen
- der Langzeitlagerung und -kryokonservierung von Blutkomponenten
- der Freigabe und Entsorgung der Blutkomponenten
- der Durchführung und Bewertung von Rückverfolgungsverfahren

- 112 -
- der Erfassung und Bewertung von transfusionsmedizinischen Nebenwirkungen ein-
schließlich Therapiemaßnahmen bei einem Transfusionszwischenfall und einer serologi-
schen Notfallsituation
- der primären Notfallversorgung einschließlich der Schockbehandlung und der Herz-
Lungen-Wiederbelebung
- den Grundlagen der Organisation der Blutversorgung im Katastrophenfall
- der diagnostischen und therapeutischen Konsiliartätigkeit
- der Gewinnung von Untersuchungsmaterial sowie Probentransport,
-eingangsbegutachtung, -aufbereitung und -untersuchung
- der Erkennung, Bewertung und Steuerung von Einflußgrößen auf Messergebnisse
- der Durchführung und Bewertung von immunhämatologischen Untersuchungen an kor-
puskulären und plasmatischen Bestandteilen des Blutes sowie an Blut bildenden Zellen
- den Grundlagen der Transplantationsimmunologie und Organspende
- der Therapie mit Hämotherapeutika
- den Grundlagen für die Zulassung von Blut und Blutprodukten nach dem Arzneimittelge-
setz
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Bearbeitung der Blutkomponenten, z. B. Separationstechnik, Filtration, Waschen, Kryo-
konservierung, Bestrahlung mit ionisierenden Strahlen, Einengen, Zusammenfügen und
andere Techniken
- produktbezogene immunhämatologische, klinisch-chemische, hämostaseologische, in-
fektiologische und Laboranalytik
- serologische, zytometrische und molekularbiologische Bestimmungen von Antigenen so-
wie von Allo- und Auto-Antikörpern gegen korpuskuläre Blutbestandteile des Blutes ein-
schließlich Verträglichkeitsproben
- präparative und therapeutische Hämapherese

- 113 -
32. Gebiet Urologie
Definition:
Das Gebiet Urologie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Re-
habilitation von Erkrankungen, Funktionsstörungen, Fehlbildungen und Verletzungen des
männlichen Urogenitalsystems und der weiblichen Harnorgane.
Facharzt / Fachärztin für Urologie
(Urologe / Urologin)
Weiterbildungsziel:
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Urologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ab-
leistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Weiterbildungszeit:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• bis zu 12 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Chirurgie ange-
rechnet werden
• 6 Monate in einem anderen Gebiet angerechnet werden
• bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankun-
gen, Infektionen, Verletzungen und Fehlbildungen des männlichen Urogenitalsystems
und der weiblichen Harnorgane sowie Notfallversorung
- der Vorbeugung, (Früh-)Erkennung, Behandlung und Nachsorge von urologischen Tu-
morerkrankungen
- den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie einschließlich der Indikationsstel-
lung zur urologischen Strahlentherapie
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- den umwelthygienischen Aspekten der Entstehung urologischer Tumore
- der Erkennung und Behandlung der erektilen Dysfunktion einschließlich der Erkennung
andrologischer Störungen und Indikationsstellung zur weiterführenden Behandlung
- der Familienplanung und Sexualberatung des Mannes und des Paares
- der Sterilisation und (Re-)Fertilisierung des Mannes
- der Erkennung und Behandlung gebietsbezogener endokrin bedingten Alterungsprozes-
se
- der Erkennung proktologischer Erkrankungen und der Indikationsstellung zur weiterfüh-
renden Behandlung
- der Ernährungsberatung und Diätetik bei urologischen Erkrankungen
- der Indikationsstellung zur operativen Behandlung und der Risikoeinschätzung und prog-
nostischen Beurteilung einschließlich der Nierentransplantation
- den Prinzipien der perioperativen Diagnostik und Behandlung
- endoskopischen und minimal-invasiven Operationsverfahren
- der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichti-
gung des Strahlenschutzes
- instrumentellen und funktionellen Untersuchungsmethoden einschließlich urodynami-
scher Verfahren

- 114 -
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen einschließlich den Grundlagen zytodiagnostischer Verfahren sowie Einord-
nung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- Wundversorgung, Wundbehandlung und Verbandslehre
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnah-
men zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
- der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- urologische Früherkennungsuntersuchungen
- Ejakulatuntersuchungen
- kulturelle bakteriologische und mykologische Untersuchung im Nativmaterial (Urin, Pros-
tatasekret, Ejakulat) unter Verwendung eines Trägers mit einem oder mehreren vorgefer-
tigten Nährböden (z. B. Eintauchnährböden)
- Keimzahlschätzung
- Nachweis antimikrobieller Wirkstoffe mittels Hemmstofftest
- Ultraschalluntersuchungen der Urogenitalorgane, des Retroperitoneums und Abdomens
einschließlich Doppler-/Duplex-Sonographien der Gefäße des Urogenitaltraktes
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich suprapubischer Zystostomie,
Harnleiterschienung und Legen von Drainagen sowie der Gewinnung von Untersu-
chungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
einschließlich Sondentechnik
- Lokal- und Regionalanästhesien
- urodynamische Untersuchungen einschließlich Provokationstests und Uroflowmetrie
- extrakorporale Stoßwellenbehandlung
- urologische Eingriffe einschließlich endoskopischer, laparoskopischer, lasertherapeuti-
scher, ultraschallgesteuerter und sonstiger physikalischer Verfahren,
- an Niere, Harnleiter, Retroperitonealraum, z. B. Nephrektomie, Ureteroskopie, Nie-
renbeckenplastik
- an Harnblase und Prostata, z. B. Harn-Inkontinenzoperation, Prostataadenomekto-
mie einschließlich transurethraler Prostata- und/oder Blasentumoroperationen
- am äußeren Genitale und Harnröhre z. B. Hodenbiopsie, Zirkumzision, Orchidopexie,
Varikozelen/Hydrozelen-Operation, Urethrotomie
- Mitwirkung bei operativen Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade, z. B. Radikaloperation
bei urologischen Krebserkrankungen

- 115 -
Abschnitt C
Zusatz-Weiterbildungen
1. Ärztliches Qualitätsmanagement
2. Akupunktur
3. Allergologie
4. Andrologie
5. Betriebsmedizin
6. Dermatohistologie
7. Diabetologie
8. Flugmedizin
9. Geriatrie
10. Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie
11. Hämostaseologie
12. Handchirurgie
13. Homöopathie
14. Infektiologie
15. Intensivmedizin
16. Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie
17. Kinder-Gastroenterologie
18. Kinder-Nephrologie
19. Kinder-Orthopädie
20. Kinder-Pneumologie
21. Kinder-Rheumatologie
22. Labordiagnostik - fachgebunden -
23. Magnetresonanztomographie - fachgebunden -
24. Manuelle Medizin / Chirotherapie
25. Medikamentöse Tumortherapie
26. Medizinische Informatik
27. Naturheilverfahren
28. Notfallmedizin
29. Orthopädische Rheumatologie
30. Palliativmedizin
31. Phlebologie
32. Physikalische Therapie und Balneologie
33. Plastische und Ästhetische Operationen
34. Proktologie
35. Psychoanalyse
36. Psychotherapie - fachgebunden -
37. Rehabilitationswesen
38. Röntgendiagnostik - fachgebunden -
39. Schlafmedizin
40. Sozialmedizin
41. Spezielle Orthopädische Chirurgie
42. Spezielle Schmerztherapie
43. Spezielle Unfallchirurgie
44. Sportmedizin
45. Suchtmedizinische Grundversorgung
46. Tropenmedizin

- 116 -
1. Ärztliches Qualitätsmanagement
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Ärztliches Qualitätsmanagement umfasst die Grundlagen für eine
kontinuierliche Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen in der medizini-
schen Versorgung.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Ärztliches Qua-
litätsmanagement nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
36 Monate Weiterbildungszeit bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungs-
stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1
Weiterbildungszeit:
200 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Ärztliches Qualitätsmanagement
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
-
der Methodik des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen
-
der Anwendung gesundheitsökonomischer Konzepte einschließlich Abschätzung von
Kosten-Nutzen-Relationen
-
der Darlegung und Anwendung von Qualitätsmanagement-Modellen
-
den Grundlagen der Evidence-based Medicine
-
der Moderation von Qualitätsprozessen
-
der Evaluation von Qualitätssicherungsverfahren
-
der Implementierung und Überprüfung der Einhaltung von ärztlichen Leitlinien“
2. Akupunktur
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Akupunktur umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die
therapeutische Beeinflussung von Körperfunktionen über definierte Punkte und Areale der
Körperoberfläche durch Akupunkturtechniken, für die eine Wirksamkeit nachgewiesen ist.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in der Akupunktur
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:

- 117 -
• 120 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 mit praktischen Übungen in Aku-
punktur
und anschließend unter Anleitung eines Weiterbildungsbefugten
• 60 Stunden praktische Akupunkturbehandlungen
• 20 Stunden Fallseminare in mindestens 5 Sitzungen innerhalb von mindestens 24
Monaten
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den neurophysiologischen und humoralen Grundlagen und klinischen Forschungser-
gebnissen zur Akupunktur
- der Systematik und Topographie der Leitbahnen und ausgewählter Akupunktur-
Punkte einschließlich Extra- und Triggerpunkte sowie Punkte außerhalb der Leitbah-
nen
- der Indikationsstellung und Einbindung der Akupunktur in Behandlungskonzepte
- der Punktauswahl und -lokalisation unter akupunkturspezifischen differentialdiagnos-
tischen Gesichtspunkten
- Stichtechniken und Stimulationsverfahren
- der Durchführung der Akupunktur einschließlich der Mikrosystemakupunktur,
z. B. im Rahmen der Schmerztherapie
- der Teilnahme an Fallseminaren einschließlich Vertiefung und Ergänzung der Theo-
rie und Praxis der Akupunktur anhand eigener Fallvorstellungen
3. Allergologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Allergologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die
Vorbeugung, Erkennung und Behandlung der durch Allergene und Pseudoallergene ausge-
lösten Erkrankungen verschiedener Organsysteme einschließlich der immunologischen As-
pekte.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Allergologie
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Weiterbildung in Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Ge-
schlechtskrankheiten, Innere Medizin und Pneumologie und/oder Kinder- und Ju-
gendmedizin abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Biologie, chemischen und physikalischen Eigenschaften und der Ökologie der Aller-
gene und der Allergenextrakte sowie deren umweltmedizinischer Bedeutung

- 118 -
- der Allergieprävention einschließlich Allergenkarenz und Allergen-Elimination
- der Indikationsstellung und Bewertung von serologischen, zellulären und pharmakologi-
schen in-vitro-Testverfahren
- der Ernährungsberatung einschließlich Eliminationsdiäten
- der spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) einschließlich der Erstellung des
Behandlungsplans
- der Notfallbehandlung des anaphylaktischen Schocks
- psychosozialer Problematik einschließlich berufsbedingter Aspekte
- der Diagnostik psychogener Symptome und somatopsychischer Reaktionen
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Erhebung und Dokumentation der speziellen allergologischen Anamnese
- Kutan- und Epikutanteste bei Soforttyp- und Spättyp-Reaktionen
- Bestimmung hautsensibilisierender Antikörper vom Soforttyp (Ig E)
- gebietsbezogene Provokationsteste, z. B. nasal, bronchial, oral, parenteral
- zelluläre in-vitro-Testverfahren, z. B. Antigen-abhängige Lymphozytenstimulation, Durch-
flußzytometrie, Histamin- und Leukotrien-Freisetzung
- Stichprovokationstestung zur Therapiekontrolle
- Auswertung von Pollen-, Schimmelpilz- oder Hausstaubproben
- Durchführung der spezifischen Immuntherapie
- besondere Methoden der spezifischen Immuntherapie mit Hymenopterengiften
4. Andrologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Andrologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die
Vorbeugung, Erkennung, konservative Behandlung und Rehabilitation von männlichen Ferti-
litätsstörungen einschließlich partnerschaftlicher Störungen und männlicher Kontrazeption,
der erektilen Dysfunktion einschließlich Libido-, Ejakulations- und Kohabitationsstörungen,
des primären und sekundären Hypogonadismus, der Pubertas tarda sowie der Seneszenz
des Mannes.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Andrologie nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder Urologie oder Schwer-
punktanerkennung für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
• 6 Monate während der Weiterbildung in Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere
Medizin und Endokrinologie und Diabetologie oder Urologie abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der andrologischen Beratung auch onkologischer Patienten einschließlich Kryokonservie-
rung von Spermatozoen und Hodengewebe

- 119 -
- Störungen der Erektion und Ejakulation
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu den Verfahren der assistierten Reproduktion
- den entzündlichen Erkrankungen des männlichen Genitale
- den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für ei-
ne humangenetische Beratung
- der Gynäkomastie
- den psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und der psychologischen
Führung andrologischer Patienten
- der Ejakulatuntersuchungen einschließlich Spermaaufbereitungsmethoden
- den sonographischen Untersuchungen des männlichen Genitale
- Nachweis von andrologischen Behandlungsfällen
- der Hodenbiopsie mit Einordnung der Histologie in das Krankheitsbild
5. Betriebsmedizin
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Betriebsmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Fachkompetenz
die Wechselbeziehung zwischen Arbeit und Beruf einerseits sowie Gesundheit und Krank-
heiten andererseits, die Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des arbeitenden
Menschen, die Vorbeugung, Erkennung und Begutachtung arbeits- und umweltbedingter Er-
krankungen und Berufskrankheiten.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Betriebsmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs.
1, davon
12 Monate Innere Medizin und Allgemeinmedizin
6 Monate in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung
18 Monate Betriebsmedizin / Arbeitsmedizin
360 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8, die während der 18 Monate in betriebs-
medizinischer/arbeitsmedizinischer Weiterbildung abgeleistet werden sollen
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
-
der Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen und Berufskrankheiten sowie der
auslösenden Noxen einschließlich epidemiologischer Grundlagen
-
der Gesundheitsberatung einschließlich Impfungen
-
der betrieblichen Gesundheitsförderung einschließlich der individuellen und gruppen-
bezogenen Schulung
-
der Beratung und Planung in Fragen des technischen, organisatorischen und personen-
bezogenen Arbeits- und Gesundheitsschutzes
-
der Unfallverhütung und Arbeitssicherheit
-
der Organisation und Sicherstellung der Ersten Hilfe und notfallmedizinischen Versorgung
am Arbeitsplatz
-
der Mitwirkung bei medizinischer, beruflicher und sozialer Rehabilitation
-
der betrieblichen Wiedereingliederung und dem Einsatz chronisch Kranker und schutzbe-
dürftiger Personen am Arbeitsplatz

- 120 -
-
der Bewertung von Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit einschließlich
der Arbeitsphysiologie
-
der Arbeitshygiene einschließlich der arbeitsmedizinischen Toxikologie
-
der Arbeits- und Betriebspsychologie einschließlich psychosozialer Aspekte
-
allgemeinen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen (einschließlich verkehrs-
medizinischer Fragestellungen)
-
der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen einschließlich des Biomonitorings und der betriebsmedizinischen Bewer-
tung der Ergebnisse
-
der Entwicklung betrieblicher Präventionskonzepte
-
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
-
arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Rechtsvorschriften
-
Arbeitsplatzbeurteilungen und Gefährdungsanalysen
-
Beratungen zur ergonomischen Arbeitsgestaltung
-
Ergometrie
-
Lungenfunktionsprüfungen
-
Beurteilung des Hör- und Sehvermögens mittels einfacher apparativer Techniken
-
Arbeitsumgebungsfaktoren, z. B. Lärm, Klimagrößen, Beleuchtung, Gefahrstoffe
6. Dermatohistologie
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Dermatohistologie sind integraler Bestandteil der Weiterbildung zum Fach-
arzt für Pathologie.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Dermatohistologie umfasst in Ergänzung zur Facharztkompetenz
die Durchführung von histologischen Untersuchungen an der normalen und pathologischen
Haut, Unterhaut, deren Anhangsgebilde und der hautnahen Schleimhäute.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Dermatohisto-
logie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterbildungszeit:
24 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Dermatohistologie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
oder Pathologie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• 6 Monate während der Weiterbildung in Haut- und Geschlechtskrankheiten abgeleistet
werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Methoden der technischen Bearbeitung, der Färbung sowie der dazu erforderlichen
Apparatekunde
- der morphologischen Diagnostik einschließlich der Spezialfärbungen der Histochemie,
Immunhistologie und optischer Sonderverfahren
- der photographischen Dokumentation

- 121 -
- der interdisziplinären Zusammenarbeit auch durch regelmäßige Teilnahme an klinischen
dermatohistologischen Demonstrationen
- der Befundung von histologischen Präparaten von Krankheitsfällen aus dem Gebiet
Haut- und Geschlechtskrankheiten einschließlich Schnellschnittuntersuchungen
7. Diabetologie
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Diabetologie sind integraler Bestandteil der Schwerpunkt-Weiterbildung in
Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Diabetologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Erkennung, Behandlung und Rehabilitation aller Formen der diabetischen Stoffwechsel-
störung
einschließlich
ihrer
Komplikationen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Diabetologie
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder für Kinder- und
Jugendmedizin
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Diabetologie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder
Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon kön-
nen
• 6 Monate während der Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin
oder in Kinder- und Jugendmedizin abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung und konservativen Behandlung des Diabetes mellitus aller
Typen, Formen und Schweregrade einschließlich assoziierter metabolischer Störungen
und Erkrankungen
- der Behandlung der sekundären Diabetesformen und des Diabetes mellitus in der Gravi-
dität
- strukturierten Schulungskursen für Typ 1- und Typ 2-Diabetiker mit und ohne Komplikati-
onen, für schwangere Diabetikerinnen sowie Schulungen zur Hypoglykämiewahrneh-
mung
- der Berufswahl- und Familienberatung bei Diabetikern
- der Früherkennung, Behandlung und Vorbeugung von Diabeteskomplikationen ein-
schließlich des diabetischen Fußsyndroms
- der Ernährungsberatung und Diätetik bei Diabetes mellitus
- der Insulinbehandlung einschließlich der Insulinpumpenbehandlung
8. Flugmedizin
Definition:

- 122 -
Die Zusatz-Weiterbildung Flugmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Luft- und Raumfahrtmedizin einschließlich der physikalischen und medizinischen Beson-
derheiten des Aufenthaltes in Luft und Weltraum sowie des Wohlergehens des fliegenden
Personals und der Passagiere.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Flugmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder für Arbeitsmedi-
zin
Weiterbildungszeit:
• 6 Monate Weiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
• 180 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Flugmedizin
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der klinischen Flugphysiologie
- der Beurteilung der Leistungsfähigkeit und Fliegerverwendungsfähigkeit
- der Flugpsychologie
- den Flugreisetauglichkeitsbestimmungen
- Prinzipien des Primär- und Sekundärtransportes von Kranken und Behinderten in
Flugzeugen und Hubschrauber
- der medizinischen Ausrüstung an Bord von Verkehrsflugzeugen
- flugmedizinischer Beratung von Fernreisenden über Malariaprophylaxe, Impfungen
und Einreisebestimmungen, Hygienemaßnahmen und Medikamentenanpassung bei
Zeitzonenverschiebung
- Cockpit-Erfahrung (bei einem Besatzungsumlauf) in großen Verkehrsflugzeugen mit
Zeitzonenverschiebung (mindestens 6 Zeitzonen)
- FREMEC- und MEDA-Formularen der IATA für kranke und behinderte Passagiere
9. Geriatrie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Geriatrie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die
Vorbeugung, Erkennung, konservative und interventionelle Behandlung und Rehabilitation
körperlicher und seelischer Erkrankungen im biologisch fortgeschrittenen Lebensalter mit
dem Ziel der Erhaltung und Wiederherstellung größtmöglicher Selbstständigkeit.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Geriatrie nach
Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:

- 123 -
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Symptomatologie und funktionellen Bedeutung von Altersveränderungen sowie Er-
krankungen und Behinderungen des höheren Lebensalters
- geriatrisch diagnostischen Verfahren zur Erfassung organbezogener und übergreifender
motorischer, emotioneller und kognitiver Funktionseinschränkungen
- Vorbeugung und Erkennung sowie Stadieneinteilung, Indikationsstellung und prognosti-
sche Einschätzung konservativer und invasiver Therapiemaßnahmen geriatrischer Syn-
drome, einschließlich Indikationsstellung sowie ggf. Durchführung interventioneller The-
rapieformen wie
- Gebrechlichkeit
- lokomotorische Probleme und Stürze
- verzögerte Remobilität/Immobilität
- metabolische Instabilität einschließlich des Delirs
- Inkontinenz
- Dekubitus
- kognitiv-neuropsychologische Störungen einschließlich Depression und Demenz
- der Durchführung des geriatrischen Assessments einschließlich Testungen der Hirnleis-
tungsfähigkeit und Untersuchungen des Verhaltens und der emotionellen Befindlichkeit
mit Hilfe von Schätzskalen
- der geriatrischen Therapie von körperlichen und seelischen Erkrankungen einschließlich
der Erstellung interdisziplinärer Therapiepläne und der Verlaufskontrolle
- den speziellen pharmakodynamischen Besonderheiten und der Dosierung von Arzneimit-
teln, Medikamenteninteraktionen bei Mehrfachverordnungen unter besonderer Berück-
sichtigung von Compliance und der Medikamentenhandhabung im höheren Lebensalter
- der altersadäquaten Ernährung und Diätetik
- physio- und ergotherapeutischen, prothetischen und logopädischen Maßnahmen
- Reintegrationsmaßnahmen und Nutzung externer Hilfen und sozialer Einrichtungen zur
Wiedereingliederung unter Berücksichtigung von Multimorbidität und körperlich-
seelischen Wechselwirkungen
- der Hygieneberatung
- der Anleitung eines interdisziplinären therapeutischen Teams
- dem gezielten Einsatz von Akuttherapie und (Früh-)Rehabilitation unter Berücksichtigung
ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgungsangebote und der qualifizierten
Überleitung
- der Beratung bezüglich sozialmedizinischer, pflege- und betreuungsrechtlicher Fragestel-
lungen sowie besonderer Aspekte der Heil- und Hilfsmittelverordnung
- der Durchführung geriatrischer Konsile einschließlich Screening, geriatrischen Assess-
ment und Festlegung eines vorläufigen Therapieziels
- der Planung und Durchführung von strukturierter (Akut-)Diagnostik einschließlich geriati-
schen Assessment bei Patienten mit
- Sturzkrankheit
- Hemiplegiesyndrom
- Hirnleistungsstörung einschließlich der Differentialdiagnostik Delir, Depression und
Demenz
- Inkontinenz
- protrahierter Remobilisation
- Tumorerkrankungen und nicht malignen Begleiterkrankungen
- geriatrietypischen Syndromen und/oder chronischen Schmerzen

- 124 -
Übergangsbestimmung:
Kammerangehörige, die sich bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung nach Facharzt-
anerkennung in der Fakultativen Weiterbildung Klinische Geriatrie befinden, können diese
innerhalb einer Frist von 2 Jahren nach der bisher gültigen Weiterbildungsordnung abschlie-
ßen und erhalten nach bestandener Prüfung die Zusatzbezeichnung Geriatrie.
Kammerangehörige, die die Fakultative Weiterbildung Klinische Geriatrie besitzen, sind be-
rechtigt, stattdessen die Zusatzbezeichnung Geriatrie zu führen.
10. Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie sind integraler Bestandteil der Weiter-
bildung zum Facharzt für Pathologie.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie umfasst in Ergänzung zu einer
Facharztkompetenz die Durchführung und Befundung gynäkologischer Abstrichuntersu-
chungen zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Gynäkologische
Exfoliativ-Zytologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Weiterbildungszeit:
Der Nachweis einer zusätzlichen Mindestweiterbildungzeit ist nicht erforderlich.
Die Weiterbildung findet unter Anleitung eines Weiterbildungsbefugten für Gynäkologische
Exfoliativ-Zytologie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder Pathologie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 statt.
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der sachgerechten Abstrichentnahme
- der Aufbereitung des Präparates
- der Erhebung des Befundes und Erstellung des Befundberichtes
- der Erkennung, Bewertung und Steuerung von Einflussgrößen und Störfaktoren auf die
Untersuchungsergebnisse
- der Begutachtung und Klassifizierung des Zellausstriches, auch bei Zervixkarzinomen
und deren Vorstufen
Übergangsbestimmung:
Kammerangehörige, die die Fachkunde Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie zum Zeitpunkt
des Inkrafttretens dieser Weiterbildungsordnung besitzen, sind berechtigt, diese als Zusatz-
bezeichnung zu führen.

- 125 -
11. Hämostaseologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Hämostaseologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompe-
tenz die Erkennung und Behandlung von okkulten und manifesten Thromboembolien und
Blutungsstörungen bei vererbten und erworbenen Hämostasestörungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Hämostaseolo-
gie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung in den Gebieten Chirurgie, Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder
für Anästhesiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Labora-
toriumsmedizin, Neurologie oder Transfusionsmedizin
Weiterbildungszeit:
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
• 6 Monate in Innere Medizin und Angiologie, Innere Medizin und Hämatologie und On-
kologie oder Transfusionsmedizin abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Symptomatologie und Diagnostik von arteriellen und venösen Thrombosen
- der antithrombotischen Therapie mit Antikoagulanzien, Thrombozytenfunktionshemmern
und Fibrinolytika
- der Symptomatologie und Differentialdiagnostik von Störungen der zellulären und plas-
matischen Hämostase
- der Therapie mit Gerinnungsfaktoren, Thrombozyten, anderen Blutkomponenten und
Hämostyptika
- der Diagnostik thrombophiler und hämorrhagischer Diathesen
- der Prophylaxe von Hämostasestörungen bei hereditären und erworbenen Diathesen
- der Diagnostik und Therapiesteuerung bei disseminierter intravasaler Koagulopathie und
anderen komplexen Hämostasestörungen
- der Therapieüberwachung und Chargendokumentation
12. Handchirurgie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Vorbeugung, Erkennung, operative und nicht operative Behandlung, Nachsorge und Re-
habilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Fehlbildungen und Tumoren der Hand und des
distalen Unterarms sowie die Rekonstruktion nach Erkrankungen oder Verletzungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Handchirurgie
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

- 126 -
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung im Gebiet Chirurgie
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Weiterbildung in Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie, Or-
thopädie und Unfallchirurgie oder Plastische und Ästhetische Chirurgie abgeleistet
werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, (Früh-) Erkennung, operativen und nichtoperativen Behandlung der Er-
krankungen, Verletzungen und Fehlbildungen der Hand einschließlich der mikrochirurgi-
schen Technik zur Replantation und der Bildung freier Lappen zur Deckung postraumati-
scher und tumorbedingter Haut- Weichteildefekte
- der Rehabilitation und Nachsorge der Verletzungen und Erkrankungen der Hand
- der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen
- der Lokal- und Regionalanästhesie an der oberen Extremität
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Operative Eingriffe an
- Haut und Subkutis, einschließlich freier Hauttransplantation und gestielter Nah- und
Fernlappenplastiken sowie freien Transplantationen mit mikrovaskulärem Anschluss
- Sehnen,
einschließlich Beuge- und Strecksehnennähten, -transplantationen und -lösungen
sowie Synovialektomien, Wiederherstellungseingriffen und Ringbandspaltungen so-
wie Sehnenumlagerungen als motorische Ersatzoperation und Operationen der Du-
puytren’schen Kontraktur
- Knochen, einschließlich geschlossener Frakturbehandlungen, Osteosynthesen und
Korrekturosteotomien sowie Behandlungen von Pseudarthrosen und Knochentrans-
plantationen
- Gelenken, einschließlich Luxationsbehandlung, Nähten der Seitenbänder, der pal-
maren Platte, sekundären Bandrekonstruktionen, Denervierungen sowie Arthrolysen,
Arthroplastiken, Arthrodesen und Synovialektomien
- Nerven, einschließlich mikrochirurgische Wiederherstellungen, Nerventransplantatio-
nen und Neurolysen
- Blutgefäßen,einschließlich mikrochirurgischer Arterien- und Venennähte und Vene-
ninterponate
- Lokalbehandlungen, einschließlich besonderer Verletzungen, z. B. Brandverletzun-
gen, chemische Verletzungen, Elektrotraumen, Spritzpistolenverletzungen, Kom-
partmentsyndrome und Volkmannsche Kontrakturen
- Eingriffe bei Nervenkompressionssyndromen einschließlich des Karpaltunnel-
syndroms
- Tumorresektionen der Weichteile und der Knochen
- Eingriffe bei Infektionen
- Amputationen an der Hand
- Operationen angeborener Fehlbildungen an Hand und distalem Unterarm
13. Homöopathie
Definition:

- 127 -
Die Zusatz-Weiterbildung Homöopathie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die konservative Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln, die aufgrund individueller
Krankheitszeichen als Einzelmittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip angewendet werden.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Homöopathie
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte sowie des Weiterbildungskur-
ses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 6 Monate Weiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
oder auch ersetzbar durch 100 Stunden Fallseminare einschließlich Supervision
• 160 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Homöopathie
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- dem Therapieansatz der Homöopathie
- der Herstellung, Prüfung und Wirkung homöopathischer Arzneimittel
- der homöopathischen Lehre der akuten und chronischen Krankheiten und ihrer spezifi-
schen homöopathischen Behandlung
- der individuellen Arzneimittelwahl nach dem Ähnlichkeitsprinzip
- der strukturierten homöopathischen Erstanamnese und Folgeanamnesen
- der Indikationsstellung, der Durchführung und den Grenzen homöopathischer Behand-
lung
- der Fallanalyse akuter und chronischer homöopathischer Behandlungsfälle mit wahlan-
zeigenden Symptomen, Repertorisation und Differentialdiagnose unter Zuhilfenahme
verschiedener Repertorien und Arzneimittellehren
- der Verlaufsanalyse akuter und chronischer Krankheitsfälle einschließlich Bewertung der
Reaktion und Begründung für einen Wechsel des Mittels oder der Potenz
- der Dosierungslehre: Potenzwahl, Potenzhöhe, Repetition in Abhängigkeit vom Fallver-
lauf
14. Infektiologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Vorbeugung, Erkennung und konservative Behandlung erregerbedingter Erkrankungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Infektiologie
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:

- 128 -
Facharztanerkennung im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder für Kinder- und
Jugendmedizin
Weiterbildungszeit:
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
• 6 Monate im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder in Kinder- und Ju-
gendmedizin oder Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie abgeleistet
werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Epidemiologie, Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von septischen, zyklischen
und lokalen Infektionen einschließlich deren Manifestationen und Komplikationen
- der antimikrobiellen Chemotherapie
- der Erkennung und Behandlung importierter und einheimischer Infektionskrankheiten
insbesondere nosokomialer und opportunistischer Infektionen einschließlich schwerer
Organinfektionen und der Sepsis
- der Erkennung und Behandlung assoziierter Infektionssyndrome bei immunsuppressiven
Zuständen
- der Seuchenmedizin einschließlich Impfprophylaxe
15. Intensivmedizin
Dieser Bezeichnung kann der adjektivische Zusatz der jeweiligen Facharztbezeichnung zugefügt werden, z. B.
Anästhesiologische, Chirurgische, Internistische, Pädiatrische, Neurochirurgische, Neurologische Intensivmedizin.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompe-
tenz die Intensivüberwachung und Intensivbehandlung von Patienten, deren Vitalfunktionen
oder Organfunktionen in lebensbedrohlicher Weise gestört sind und durch intensive thera-
peutische Verfahren unterstützt oder aufrechterhalten werden müssen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Intensivmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung in den Gebieten Chirurgie, Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder
für Anästhesiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Neurochirurgie oder Neurologie
Weiterbildungszeit:
24 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
• 6 Monate - für das Gebiet Anästhesiologie: 12 Monate - während der Facharztweiter-
bildung abgeleistet werden
• 6 Monate in der Intensivmedizin eines anderen Gebietes abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:

- 129 -
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Versorgung von Funktionsstörungen lebenswichtiger Organsysteme
- der Intensivbehandlung des akuten Lungen- und Nierenversagens, von akuten Störun-
gen des zentralen Nervensystems, von Schockzuständen, der Sepsis und des Sepsis-
syndroms sowie des Multiorganversagens
- interdisziplinärer Behandlungskoordination
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
- der Anwendung von intensivmedizinischen Score-Systemen
- Transport von Intensivpatienten
- der Hirntoddiagnostik einschließlich der Organisation von Organspende
- krankenhaushygienischen und organisatorischen Aspekten der Intensivmedizin
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Punktions-, Katheterisierungs- und Drainagetechniken einschließlich radiologischer Kon-
trolle
- kardio-pulmonale Wiederbelebung
- Mess- und Überwachungstechniken
- Bronchoskopie
- atmungsunterstützende Maßnahmen bei nicht intubierten Patienten
- differenzierte Beatmungstechniken einschließlich Beatmungsentwöhnung
- Analgesierungs- und Sedierungsverfahren
- enterale und parenterale Ernährung einschließlich Sondentechnik
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie
- Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
- Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
- Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle
Zusätzlich zu den Inhalten der Zeilen 34 - 58 gebietsbezogener Einsatz intensivmedizinischer Be-
handlungsverfahren in:
Anästhesiologie:
- perioperative intensivmedizinische Behandlung
- intensivmedizinische Überwachung und Behandlung nach Traumen
- differenzierte Diagnostik und Therapie kardialer und pulmonaler Erkrankungen
- Behandlung intensivmedizinischer Krankheitsbilder in Zusammenarbeit mit den das
Grundleiden behandelnden Ärzten
Chirurgie:
- intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder, insbesondere bei
oder nach Operationen und Verletzungen
- differenzierte Diagnostik und Therapie bei vital bedrohlichen chirurgischen Erkrankungen
Innere Medizin und Allgemeinmedizin:
- intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder
- differenzierte Diagnostik und Therapie bei vital bedrohlichen internistischen Erkrankun-
gen
- differenzierte Elektrotherapie des Herzens und spezielle Pharmakotherapie der akut vital
bedrohlichen Herz-Rhythmusstörungen
- differenzierter Einsatz von extrakorporalen Nierenersatzverfahren
Kinder- und Jugendmedizin:
- intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder
- prä- und postoperative Intensivbehandlung von Kindern und Jugendlichen

- 130 -
- Erstversorgungen von vital gefährdeten Früh- und Neugeborenen
- Transportbegleitung kritisch kranker Kinder
Neurochirurgie:
- intensivmedizinische Behandlung bei oder nach neurochirurgischen Operationen und
Verletzungen
- intensivmedizinische Behandlung bei intrakraniellen und intraspinalen Prozessen,
- intrakranielle Hirndruckmessung, Überwachung von intrakraniellem Druck und cerebra-
lem Perfusionsdruck
- Überwachung und Bewertung insbesondere neurophysiologischer Monitoringverfahren
Neurologie:
- intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder einschließlich le-
bensbedrohlicher entzündlicher, neuromuskulärer, myogener, extrapyramidaler und neu-
ropsychiatrischer Erkrankungen
- Intensivbehandlung von raumfordernden intrakraniellen Prozessen und Liquorzirkulati-
onsstörungen
- Langzeit-Neuromonitoring
16. Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie umfasst in Ergänzung zu
einer Facharztkompetenz die Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen
der inneren Sekretion einschließlich ihrer Komplikationen bei Kindern und Jugendlichen von
Beginn bis zum Abschluss ihrer somatischen Entwicklung.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Kinder-
Endokrinologie und -Diabetologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit
und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung und Behandlung endokriner Erkrankungen und Folgeerscheinungen ein-
schließlich Störungen des Wachstums, der Gewichtsentwicklung sowie der Geschlechts-
und der Pubertätsentwicklung
- den unterschiedlichen Formen der Insulinbehandlung einschließlich Insulinpumpenbe-
handlung bei Kindern und Jugendlichen
- der Früherkennung, Behandlung und Vorbeugung von Diabeteskomplikationen

- 131 -
- der multidisziplinären Betreuung chronischer endokriner Erkrankungen einschließlich
dem Management komplexer Störungen unter Berücksichtigung psychosozialer Auswir-
kungen bei Kindern und Jugendlichen einschließlich der Berufswahl- und Familienbera-
tung
- Funktions- und Belastungstesten einschließlich Stimulations- und Suppressionsteste
- der Schulung und Beratung von Patienten und ihrer Familien sowie in der psychosozialen
Begleitung
- den endokrinen Störungen des Calciums-, Phosphat- und Knochenstoffwechsels
- der Ernährungsberatung und Diätetik bei endokrinen Erkrankungen und Diabetes mellitus
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu weiterführenden diagnostischen und thera-
peutischen Maßnahmen
- auxologischen Methoden zur Erfassung von Wachstumsstörungen, der Bestimmung der
Skelettreifung und der Knochendichte sowie der Berechnung von prospektiven Endgrös-
sen
- Ultraschalluntersuchungen endokriner Organe einschließlich Feinnadelpunktion
17. Kinder-Gastroenterologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Gastroenterologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharzt-
kompetenz die Vorbeugung, Erkennung, konservative Behandlung und Rehabilitation von
angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Verdauungstraktes einschließlich Leber,
Gallenwege und Bauchspeicheldrüse bei Kindern und Jugendlichen von Beginn bis zum Ab-
schluss ihrer somatischen Entwicklung.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Kinder-
Gastroenterologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in:
- der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Verdau-
ungstraktes einschließlich der Leber, Gallenwege, Bauchspeicheldrüse
- der Erkennung und Behandlung von hormonellen und Stoffwechsel-Störungen in der
Folge von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber und der Bauchspeichel-
drüse, insbesondere von Wachstumsstörungen
- der Erkennung und Behandlung von Ernährungsstörungen
- Funktionstesten der Verdauungsorgane
- der Endoskopie des oberen Verdauungstraktes einschließlich interventioneller Verfahren
wie Fremdkörperextraktion, Ösophagusdilatation, blutstillende Maßnahmen in Ösopha-
gus und Magen
- der Endoskopie des unteren Verdauungstraktes einschließlich interventioneller Verfahren
- der Leberbiopsie

- 132 -
- der Sonographie des Verdauungstraktes einschließlich Doppler-/Duplex-Sonographien
der Gefäße des Verdauungstraktes
- der Vorbereitung, Nachsorge und Langzeitbetreuung von Kindern mit Lebertransplantati-
on einschließlich Steuerung und Überwachung der immunsuppressiven Therapie
- der Indikation, Steuerung und Überwachung enteraler und parenteraler Ernährungsver-
fahren
18. Kinder-Nephrologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Nephrologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkom-
petenz die Vorbeugung, Erkennung, konservative Akut- und Langzeitbehandlung und Reha-
bilitation von Erkrankungen der Niere und ableitenden Harnwege bei Kindern und Jugendli-
chen von Beginn bis zum Abschluss ihrer somatischen Entwicklung.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Kinder-
Nephrologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungs-
inhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung und Behandlung der angeborenen und erworbenen einschließlich glome-
rulären und tubulären Funktionsstörungen und Erkrankungen von Niere und Harntrakt
- der Erkennung und Behandlung der akuten und chronischen Nierenfunktionsstörung ein-
schließlich des beginnenden und manifesten Nierenversagens und deren metabolischen
Folgen sowie der Durchführung und Langzeitsteuerung der Nierenersatztherapie
- der Erkennung und Behandlung der arteriellen renalen Hypertonie sowie der renalen
Osteopathie und Anämie
- den hormonellen Veränderungen einschließlich Wachstumsstörungen bei Kindern und
Jugendlichen mit Nierenerkrankungen
- der interdisziplinären Indikationsstellung zu urologisch-chirurgischen Behandlungsverfah-
ren
- der Vorbereitung, prä- und postoperativen Versorgung von Kindern mit Nierentransplan-
tation sowie deren Langzeitbetreuung einschließlich Steuerung und Überwachung der
immunsuppressiven Medikation
- Doppler- / Duplex-Untersuchungen der Nierengefäße einschließlich bei Transplantatnie-
ren
- der Nierenbiopsie
- extrakorporalen Blutreinigungsverfahren bei Intoxikationen, Stoffwechselerkrankungen
und Stoffwechselkrisen
- der Peritonealdialyse

- 133 -
- der Hämodialyse und verwandten Techniken wie Filtration, Adsorption und Separation
19. Kinder-Orthopädie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Orthopädie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompe-
tenz die Vorbeugung, Erkennung, konservative und operative Behandlung von Erkrankun-
gen, Verletzungen höherer Schwierigkeitsgrade, Verletzungsfolgen sowie angeborenen und
erworbenen Formveränderungen und Fehlbildungen der Stütz- und Bewegungsorgane im
Säuglings-, Kindes- und Jugendalter.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Kinder-
Orthopädie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsin-
halte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Orthopädie und Unfallchirurgie oder Orthopädie oder Chirurgie mit
Schwerpunkt Unfallchirurgie oder Kinderchirurgie
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 6 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Durchführung konservativer und operativer Behandlungen von Erkrankungen, Verlet-
zungen, Verletzungsfolgen, angeborenen und erworbenen Formveränderungen sowie
Fehlbildungen an der Wirbelsäule und den Extremitäten
- der differentialdiagnostischen Bewertung bei komplexen syndromalen Fehlbildungen so-
wie der Indikationsstellung zu verschiedenen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren
- den orthopädischen Rehabilitations- und Behandlungsverfahren im Kindesalter bei neu-
roorthopädischen Erkrankungen
- Planung, Durchführung und Überwachung bei der Anpassung von orthopädischen Hilfs-
mitteln, Orthesen, Prothesen im Wachstumsalter

- 134 -
20. Kinder-Pneumologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkom-
petenz die Vorbeugung, Erkennung, konservative Behandlung und Rehabilitation von ange-
borenen und erworbenen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, der Lunge, des
Mediastinums und der Pleura bei Kindern und Jugendlichen von Beginn bis zum Abschluss
ihrer somatischen Entwicklung sowie der hiermit verbundenen allergischen Erkrankungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Kinder-
Pneumologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungs-
inhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung und Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen der
oberen Atemwege, Lunge, Bronchien, Pleura und Mediastinum höheren Schwierigkeits-
grades wie Asthma bronchiale Grad III und IV, Tuberkulose, angeborene Lungenfehlbil-
dung, cystische Fibrose, interstitielle Lungenerkrankung, bronchopulmonale Dysplasie,
schlafbezogene Atemregulationsstörung
- pulmonal bedingten Erkrankungen des kleinen Kreislaufs
- der pulmonologischen Allergologie
- Asthmaschulungen im Kindes- und Jugendalter
- der Sauerstofflangzeittherapie und Beatmungstherapie einschließlich der Heimbeatmung
- speziellen physiotherapeutischen Maßnahmen einschließlich autogener Drainage und
Inhalationsbehandlung
- sonographischen Untersuchungen der Lunge und Pleura
- Funktionsuntersuchungen der Atmungsorgane wie Ganzkörperplethysmographie ein-
schließlich Mitwirkung bei Babybodyplethysmographie, CO-Diffusion, Compliance-
Messung, Bestimmung der funktionellen Residualkapazität (FRC) mit einer Gasmischme-
thode
- der Spiro-Ergometrie
- der Mitwirkung bei Bronchoskopien mit starrem Instrumentarium bei interventionellen
Verfahren
- der Fiberbronchoskopie einschließlich broncho-alveolärer Lavage
- Pilocarpin-Iontophorese

- 135 -
21. Kinder-Rheumatologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Rheumatologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharzt-
kompetenz die Vorbeugung, Erkennung, konservative Behandlung und Rehabilitation von
Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises einschließlich der entzündlich-
rheumatischen Systemerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen von Beginn bis zum Ab-
schluss ihrer somatischen Entwicklung.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Kinder-
Rheumatologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung, konservativen Behandlung und Rehabilitation der rheumatischen Erkran-
kungen wie juveniler idiopathischer Arthritis und der entzündlich-rheumatischen System-
erkrankungen wie Kollagenosen, Vaskulitiden und entzündlichen Muskelerkrankungen
sowie der reaktiven Arthritiden und der Schmerzverstärkungssyndrome
- der Langzeitbetreuung von Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Erkrankungen
unter Berücksichtigung der Auswirkungen chronisch-rheumatischer Erkrankungen auf
Wachstum und Entwicklung
- den physikalischen, krankengymnastischen und ergotherapeutischen Behandlungsprin-
zipien
- der psychosozialen Versorgung und der Patientenschulung
- der Verordnung und Funktionsüberprüfung von Orthesen und Hilfsmitteln bei rheumati-
schen Erkrankungen
- der Indikationsstellung und Einordnung der Laboruntersuchungen von immunologischen
Parametern in das Krankheitsbild
- Gelenkpunktion und intraartikulärer Injektion
- der Sonographie des Bewegungsapparates einschließlich Arthrosonographie

- 136 -
22. Labordiagnostik – fachgebunden –
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung fachgebundene Labordiagnostik umfasst in Ergänzung zu einer
Facharztkompetenz die Durchführung und Befundung gebietsbezogener labordiagnostischer
Verfahren.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in fachgebundener
Labordiagnostik nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
6 Monate Labordiagnostik bei einem Weiterbildungsbefugten für Laboratoriumsmedizin ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1 oder bei einem Weiterbildungsbefugten für fachgebundene Labordia-
gnostik gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Grundsätzen eines Labor- und Qualitätsmanagements einschließlich der Beachtung
und Minimierung von Einflussgrößen, Störfaktoren und der Standardisierung der Unter-
suchungsverfahren
- der Gewinnung und Eingangsbeurteilung des Untersuchungsmaterials
- der Probenvorbereitung
- der Lagerung von Blutbestandteilkonserven
- der klinisch-chemischen Diagnostik mittels weitgehend vollmechanisierter Analysensys-
teme
- von Analyten, wie Enzyme, Substrate, Metabolite, Elektrolyte, Plasmaproteine, Medi-
kamente, Drogen
- von globalen Gerinnungs- und Blutbildparametern
- des Elektrolythaushaltes
- einzelner Organfunktionsparameter, z. B. für Leber, Niere, Pankreas, Herz- und
Skelettmuskulatur
- immunologischen und bakteriologischen Routineverfahren
- der mikroskopischen Diagnostik von Körperflüssigkeiten und Punktaten
- der Blutgruppenbestimmung einschließlich Antikörpersuchtest und blutgruppenserologi-
scher Verträglichkeitstestung
23. Magnetresonanztomographie – fachgebunden –
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung fachgebundene Magnetresonanztomographie sind integraler Bestandteil der
Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie.
Definition:

- 137 -
Die Zusatz-Weiterbildung fachgebundene Magnetresonanztomographie (MRT) umfasst in
Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Durchführung und Befundung gebietsbezogener
Bildgebungsverfahren mittels Magnetresonanztomographie.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in fachgebundener
Magnetresonanztomographie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und
Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
24 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Radiologie gemäß § 5 Abs. 1, davon kön-
nen bis zu
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 abgeleistet
werden
• 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Durchführung und Befundung gebietsbezogener Untersuchungen mittels Magnetre-
sonanztomographie
- der Indikation und Differentialindikation mit anderen diagnostischen radiologischen Ver-
fahren
- der Anwendung von Arznei- und Kontrastmittel bei MRT-Untersuchungen
- den physikalischen Grundlagen der Magnetresonanzverfahen und Biophysik einschließ-
lich den Grundlagen der Patientenüberwachung incl. der Sicherheitsmaßnahmen für Pa-
tienten und Personal bei Anwendung von Magnetresonanzverfahren
- der Gerätekunde
24. Manuelle Medizin / Chirotherapie
Die Bezeichnung Manuelle Medizin oder Chirotherapie kann wahlweise geführt werden.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Manuelle Medizin/Chirotherapie umfasst in Ergänzung zu einer
Facharztkompetenz die Erkennung und Behandlung reversibler Funktionsstörungen des Be-
wegungssystems mittels manueller Untersuchungs- und Behandlungstechniken.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Manuelle Medi-
zin/Chirotherapie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte sowie der Weiterbildungskurse.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung

- 138 -
Weiterbildungszeit:
• 120 Stunden Grundkurs gemäß § 4 Abs. 8 in Manuelle Medizin/Chirotherapie
• 200 Stunden Aufbaukurs gemäß § 4 Abs. 8 in Manuelle Medizin/Chirotherapie
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der manuellen Befunderhebung mit Untersuchungs- und Weichteiltechniken an Wirbel-
säule, Schädel, Schulter- und Beckengürtel und Extremitäten
- der Indikation und Kontraindikation manualmedizinischer Maßnahmen
- der Erkennung der reflektorisch gesteuerten Wechselbeziehungen zwischen Bewe-
gungssystem und anderen Funktionssystemen einschließlich den Grundlagen somati-
scher Dysfunktionen im Konzept parietaler und visceraler Komponenten
- der Einordnung von funktionspathologischen Befunden einschließlich hypo- und hyper-
mobiler Funktionsstörungen zu pathologischen Strukturveränderungen
- der Mobilisation, Manipulation und Übungsbehandlung an den Extremitätengelenken, am
Beckengürtel, den Wirbelgelenken und am Schädel
Übergangsbestimmungen:
Kammerangehörige, die die Zusatzbezeichnung Chirotherapie besitzen, sind berechtigt,
stattdessen die Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin zu führen.
25. Medikamentöse Tumortherapie
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie sind integraler Bestandteil der Facharztwei-
terbildung in Strahlentherapie, der Schwerpunktweiterbildungen in Gynäkologische Onkologie, Innere Medizin
und Gastroenterologie / Hämatologie und Onkologie / Pneumologie und Kinder-Hämatologie und
-Onkologie.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie umfasst in Ergänzung zu einer
Facharztkompetenz die Anwendung und Überwachung der medikamentösen Therapie soli-
der Tumorerkrankungen des jeweiligen Gebietes einschließlich supportiver Maßnahmen und
der Therapie auftretender Komplikationen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Medikamentöse
Tumortherapie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung im Gebiet Chirurgie oder für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-
Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie,
Neurochirurgie, Neurologie oder Urologie oder Anerkennung einer Schwerpunktbezeichnung
im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin.
Weiterbildungszeit:
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Medikamentöse Tumortherapie ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können

- 139 -
• 6 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Indikationsstellung, Durchführung und Überwachung der zytostatischen, immunmo-
dulatorischen, antihormonellen sowie supportiven Therapie bei soliden Tumorerkrankun-
gen des Gebietes einschließlich der Beherrschung auftretender Komplikationen
- der Durchführung von Chemotherapiezyklen einschließlich nachfolgender Überwachung
26. Medizinische Informatik
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Medizinische Informatik umfasst die systematische Verarbeitung
von Informationen in der Medizin durch die Modellierung und Realisierung von informations-
verarbeitenden Systemen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Medizinischer
Informatik nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsin-
halte sowie des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
24 Monate Weiterbildung in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate in einer an die Patientenversorgung angeschlossenen Einrichtung der Me-
dizinischen Informatik bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
oder auch ersetzbar durch
• 360 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Medizinische Informatik
• 480 Stunden Praktikum oder Projektarbeit bei einem Weiterbildungsbefugten ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 2
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der angewandten Informatik: Aufbau und Funktionsweise von Rechenanlagen inkl.
Betriebssystemen; Programmierung, Algorithmen und Datenstrukturen, Prinzipien der
Planung, Entwicklung und Auswahl von Anwendungssystemen, Nutzungserfahrung
bei Standardanwendungen
- der medizinischen Dokumentation: Begriffs- und Ordnungssysteme in der Medizin;
Standardisierung und Formalisierung medizinischer Dokumentationen, Planung und
Konfiguration von Dokumentenarchivierungssystemen; medizinische Register
- Informations- und Kommunikationssystemen im Gesundheitswesen:Abbildung und
Management von Informationen und Arbeitsabläufen, Systeme in der ambulanten
und stationären Versorgung, vernetzte und sektorenübergreifende Systeme; Auswahl
und Managements von Informations- und Kommunikationssystemen im Gesund-
heitswesen, Erfahrungen mit Anwendungssystemen

- 140 -
- medizinischen Wissensbasen und wissensbasierten Systeme: Modelle und Anwen-
dungen zur Abbildung und Verarbeitung von Wissen, praktische Erfahrung mit einem
elektronischen Lernsystem
- Telemedizin und Telematik im Gesundheitswesen: organisatorische, rechtliche und
technische Grundlagen; Anforderungen, Modelle, Bewertung; Anwendungen
- Datensicherheit und Datenschutz in der Medizin: rechtliche Vorschriften; Prinzipien
und Maßnahmen zur Gewährleistung des Datenschutzes
- Qualitätssicherung und -management:Rechtsgrundlagen, Normen und Zertifizie-
rungssysteme; Begriffe und Methoden in Qualitätsprüfung, -sicherung und -
management; Aufbau und Organisation von Qualitätssicherungs- und Qualitätsma-
nagementsystemen; Risikoanalyse und Technologiebewertung; Erfahrungen aus der
Mitarbeit in einem Qualitätssicherungsprojekt
- computergestützten medizintechnischen und bildverarbeitenden Verfah-
ren:Grundlagen der Bild- und Biosignalverarbeitung; mehrdimensionale Rekonstrukti-
onen und Darstellungen; Steuerung diagnostischer und therapeutischer Systeme;
Robotik
- medizinischen Biometrie: Methoden und Anwendungen bei experimentellen und klini-
schen Studien, Statistik - Software
- Evidence Based Medicine
- Epidemiologie:
Methoden und Anwendungen bei bevölkerungsbezogenen und klinischen Studien;
Planungs- und Auswertungsverfahren; rechtliche Rahmenbedingungen
- Gesundheitsökonomie, Betriebswirtschaftslehre und medizinisches Controlling: Or-
ganisationsformen der Leistungserbringer und Kostenträger; Finanzierungs- und Ab-
rechnungsstrukturen
27. Naturheilverfahren
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Naturheilverfahren umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompe-
tenz die Anregung der individuellen körpereigenen Ordnungs- und Heilkräfte durch Anwen-
dung nebenwirkungsarmer oder -freier natürlicher Mittel.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Naturheilverfah-
ren nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte so-
wie des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 3 Monate Weiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
oder auch ersetzbar durch80 Stunden Fallseminare einschließlich Supervision
• 160 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Naturheilverfahren
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
-
balneo-, klimatherapeutischen und verwandten Maßnahmen
-
bewegungs-, atem- und entspannungstherapeutischen Maßnahmen

- 141 -
-
der Massagebehandlung und reflexzonentherapeutischen Maßnahmen einschließlich ma-
nueller Diagnostik
-
den Grundlagen der Ernährungsmedizin und Fastentherapie
-
der Phytotherapie und Anwendung weiterer Medikamente aus Naturstoffen
-
der Ordnungstherapie und Grundlagen der Chronobiologie
-
physikalischen Maßnahmen einschließlich Elektro- und Ultraschalltherapie
-
den ausleitenden und umstimmenden Verfahren
-
Heilungshindernissen und Grundlagen der Neuraltherapie
28. Notfallmedizin
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin umfasst die Erkennung drohender oder eingetrete-
ner Notfallsituationen und die Behandlung von Notfällen sowie die Wiederherstellung und
Aufrechterhaltung akut bedrohter Vitalfunktionen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Notfallmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses und der Notarzt-Einsätze.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
24 Monate Weiterbildung in einem Gebiet der stationären Patientenversorgung bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs.1 Satz 1
Weiterbildungszeit:
• 6 Monate Weiterbildung in Intensivmedizin, Anästhesiologie oder in der Notfallauf-
nahme unter Anleitung eines Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1
• 80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in allgemeiner und spezieller Not-
fallbehandlung
und anschließend unter Anleitung eines verantwortlichen Notarztes
• 50 Einsätze im Notarztwagen oder Rettungshubschrauber
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den rechtlichen und organisatorischen Grundlagen des Rettungsdienstes
- der Erkennung und Behandlung akuter Störungen der Vitalfunktionen einschließlich der
dazu erforderlichen instrumentellen und apparativen Techniken wie
- endotracheale Intubation
- manuelle und maschinelle Beatmung
- kardio-pulmonale Wiederbelebung
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich Anlage zentralvenöser Zu-
gänge und Thoraxdrainage
- der Notfallmedikation einschließlich Analgesierungs- und Sedierungsverfahren
- der sachgerechten Lagerung von Notfallpatienten
- der Herstellung der Transportfähigkeit
- den Besonderheiten beim Massenanfall Verletzter und Erkrankter einschließlich Sichtung

- 142 -
29. Orthopädische Rheumatologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie umfasst in Ergänzung zu einer
Facharztkompetenz die Erkennung und operative Behandlung rheumatischer Erkrankungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Orthopädische
Rheumatologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Orthopädie und Unfallchirurgie oder Orthopädie oder Chirurgie mit
Schwerpunkt Unfallchirurgie
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
• 6 Monate in Innere Medizin und Rheumatologie oder in Kinder-Rheumatologie ange-
rechnet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Vorbeugung, Erkennung und operativen Behandlung von Gelenk-, Wirbelsäulen- und
Weichteilmanifestationen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und deren Epi-
demiologie
- der Indikationsstellung und Durchführung rheumaorthopädischer Operationen an den
Weichteilen, der Wirbelsäule und den Gelenken
- physikalischen Therapiemaßnahmen, Krankengymnastik und Ergotherapie, Lagerung,
Orthesen, Schienen- und Apparatetechnik sowie Gelenkinjektionen
30. Palliativmedizin
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompe-
tenz die Behandlung und Begleitung von Patienten mit einer inkurablen, weit fortgeschritte-
nen und fortschreitenden Erkrankung mit dem Ziel, unter Einbeziehung des sozialen Umfelds
die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen und sicher zu stellen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Palliativmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung

- 143 -
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2oder anteilig
ersetzbar durch120 Stunden Fallseminare einschließlich Supervision
• 40 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Palliativmedizin
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Gesprächsführung mit Schwerstkranken, Sterbenden und deren Angehörigen sowie
deren Beratung und Unterstützung
- der Indikationsstellung für kurative, kausale und palliative Maßnahmen
- der Erkennung von Schmerzursachen und der Behandlung akuter und chronischer
Schmerzzustände
- der Symptomkontrolle, z. B. bei Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Obstruktion,
ulcerierenden Wunden, Angst, Verwirrtheit, deliranten Symptomen, Depression, Schlaflo-
sigkeit
- der Behandlung und Begleitung schwerkranker und sterbender Patienten
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusam-
menhängen
- der Arbeit im multiprofessionellen Team einschließlich der Koordination der interdis-
ziplinären Zusammenarbeit einschließlich seelsorgerischer Aspekte
- der palliativmedizinisch relevanten Arzneimitteltherapie
- der Integration existenzieller und spiritueller Bedürfnisse von Patienten und ihren Ange-
hörigen
- der Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer sowie deren kulturellen Aspekten
- dem Umgang mit Fragestellungen zu Therapieeinschränkungen, Vorausverfügungen,
Sterbebegleitung
- der Wahrnehmung und Prophylaxe von Überlastungssyndromen
- der Indikationsstellung physiotherapeutischer sowie weiterer additiver Maßnahmen
31. Phlebologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Phlebologie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und
Rehabilitation der Erkrankungen und Fehlbildungen des Venensystems der unteren Extremi-
täten einschließlich deren thrombotischer Erkrankungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Phlebologie
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
24 Monate Weiterbildung in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
• 6 Monate während der Facharztweiterbildungen in Gefäßchirurgie, Haut- und Ge-
schlechtskrankheiten, Innere und Allgemeinmedizin oder Innere Medizin und Angiolo-
gie abgeleistet werden

- 144 -
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung, Behandlung und Nachbehandlung der thromboembolischen Krankheiten
einschließlich der Antikoagulation
- der Diagnostik der Erkrankungen im Endstrombereich und im Lymphgefäßssystem
- den Grundlagen der Lymphödembehandlung
- den sonographischen Untersuchungen einschließlich Doppler-/Duplexsonographie des
Venensystems
- quantifizierenden apparativen Meßverfahren einschließlich Photoplethysmographie, der
Phlebodynamometrie und Venenverschlußplethysmographie
- der Sklerosierungstherapie
- der Behandlung der chronischen Veneninsuffizienz und ihrer Komplikationen einschließ-
lich des Ulcus cruris
- der Kompressionstherapie,z. B. Wechsel- und Dauerverbände, apparative intermittieren-
de Kompression
- der operativen Behandlung von Venenkrankheiten einschließlich Nachbehandlung,z. B.
Phlebextraktion, Perforantenligatur, Miniphlebochirurgie, Varikotomie
32. Physikalische Therapie und Balneologie
Die Bezeichnung „Badearzt“ oder „Kurarzt“ kann geführt werden, wenn der Arzt/die Ärztin in einem amtlich aner-
kannten Kurort tätig ist.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Physikalische Therapie und Balneologie umfasst die Anwendung
physikalischer Faktoren, balneologischer Heilmittel und therapeutischer Klimafaktoren unter
Nutzung physiologischer Reaktionen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Physikalische
Therapie und Balneologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und
Weiterbildungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
24 Monate Weiterbildung in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Physikalische Therapie und Balneo-
logie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder Physikalische und Rehabilitative Medizin ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1
• 240 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Physikalische Therapie und
Balneologie
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Anwendungsformen und Wirkungen physikalischer, balneologischer und klimatologi-
scher Therapiemethoden einschließlich der Heil- und Therapieplanung

- 145 -
- multiprofessionellen Therapiekonzepten einschließlich Koordination der interdisziplinären
Zusammenarbeit
- den Grundlagen der Ernährungsmedizin und verhaltensmedizinischer Methoden
- krankengymnastischen und bewegungstherapeutischen Maßnahmen
- ergotherapeutischen Maßnahmen
Übergangsbestimmung :
Kammerangehörige, die die Bereichsbezeichnungen sowohl für Physikalische Therapie als
auch für Balneologie und Medizinische Klimatologie besitzen oder innerhalb einer Frist von 2
Jahren nach Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung erwerben, sind berechtigt, stattdes-
sen die neue Bezeichnung Physikalische Therapie und Balneologie zu führen.
33. Plastische und Ästhetische Operationen
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Plastische und Ästhetische Operationen umfasst in Ergänzung zu
einer Facharztkompetenz die konstruktiven und rekonstruktiven plastischen operativen Ein-
griffe zur Wiederherstellung und Verbesserung der Form, Funktion und Ästhetik in der Kopf-
Hals-Region.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Plastische und
Ästhetische Operationen nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Wei-
terbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Weiterbildungszeit:
24 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den konstruktiven, rekonstruktiven und ästhetisch-plastisch-chirurgischen Operationen
zur Korrektur von Fehlbildungen und Fehlformen, zur Versorgung frischer Verletzungen
und Verletzungsfolgen, zur Rekonstruktion nach Tumoroperationen einschließlich mikro-
chirurgischer Techniken sowie Nah- und Fernlappenplastiken mit und ohne Gefä-
ßanschluß und freie Haut- und Gewebetransplantationen in der Kopf- und Hals-Region
- der Lokal- und Regionalanästhesie in der Kopf-Hals-Region
- der Nachbehandlung nach operativen Eingriffen
und
alternativ:
- operative Eingriffe in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, z. B. Rhinoplastik, Otoplastik, bei
Fehlbildungen der Nase, der Ohrmuschel, des Gesichts und der Haut, bei Verletzungen
und Entzündungen sowie deren Folgen einschließlich Rekonstruktion von Nasenneben-
höhlen, Lappenplastiken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, Entnahme von Knorpel-

- 146 -
und Knochentransplantaten, ästhetische Gesichtschirurgie einschließlich Narbenkorrek-
turen und Konturverbesserung
oder
- operative Eingriffe in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, z. B. dentoalveoläre Operatio-
nen, Operationen der Fehlbildungschirurgie bei Gesichtsspalten, bei craniofacialen Ano-
malien und Dysgnathien, Dysostosen, funktionelle und rekonstruktive Kiefergelenkopera-
tionen, präprothetische Chirurgie mit und ohne enossale Implantate, Wiederherstellung
von Form und Funktionen bei ausgedehnten Tumorresektionen, ästhetische Gesichtschi-
rurgie einschließlich Narbenkorrekturen und Konturverbesserung
34. Proktologie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Proktologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die
Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen,
Formveränderungen und funktionellen Störungen des Mastdarms, des Afters, des Kontinen-
zorgans, der Beckenbodenmuskulatur, von Analekzemen, anorektalen Geschlechtskrankhei-
ten und analen Dermatosen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Proktologie
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie, Visceralchirurgie, Haut- und
Geschlechtskrankheiten, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere und Allgemeinmedizin,
Innere Medizin und Gastroenterologie oder Urologie
Weiterbildungszeit:
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
• 6 Monate während der Facharztweiterbildung in Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie,
Visceralchirurgie, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Frauenheilkunde und Geburts-
hilfe, Innere und Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Gastroenterologie oder Urolo-
gie abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den konservativen und operativen Behandlungsmethoden der Proktologie, einschließlich
- der konservativen Fissurbehandlung und der Mitwirkung bei operativer Fissurbe-
handlung
- Exzision von kleineren peri- und intraanalen Geschwülsten wie Thrombosen, Ma-
risken und hypertrophen Analpapillen
- Behandlung von Hämorrhoidalleiden,z. B. Verödung, Gummibandligaturen
- Aufsuchen und Sondierung von Analfisteln und Krypten einschließlich Fadendraina-
gen
- Mitwirkung bei der operativen Therapie eines Sinus pilonidalis, der Acne inversa und
eines Analabszesses
- der digitalen Austastung und Befundung
- der Differentialdiagnostik des Analekzems einschließlich Diagnostik und Therapie der
anorektalen Geschlechtskrankheiten und analer Dermatosen

- 147 -
- der Versorgung und Beratung von Stomaträgern
- der Nachsorge bei malignen Tumoren
- der Spekulumuntersuchung des Analkanals
- Proktoskopien
- Rektoskopien
- funktions- und morphologische Diagnostik der analen Schließmuskulatur, z. B. Mano-
metrie, Endosonographie
- der Lokal- oder Regionalanästhesie
35. Psychoanalyse
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Psychoanalyse umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Erkennung und psychoanalytische Behandlung von Krankheiten und Störungen, denen
unbewusste seelische Konflikte zugrunde liegen einschließlich der Anwendung in der Prä-
vention und Rehabilitation sowie zum Verständnis unbewusster Prozesse in der Arzt-
Patienten-Beziehung.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Psychoanalyse
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
der Weiterbildungskurse.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychiatrie
und Psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Weiterbildungszeit:
Die Weiterbildungszeit ist unter den Weiterbildungsinhalten aufgeführt.
Die Weiterbildung findet unter Anleitung eines Weiterbildungsbefugten ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 2 statt.
Weiterbildungsinhalt:
Die Weiterbildung erfolgt kontinuierlich und besteht aus den drei aufeinander bezogenen Tei-
len Lehranalyse, Vermittlung theoretischer Kenntnisse sowie Untersuchung und Behandlung.
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
Lehranalyse, während der gesamten Weiterbildung
- 250 Einzelstunden in mindestens 3 Einzelstunden pro Woche
Theoretische Weiterbildung
- 240 Stunden in Seminarform einschließlich Fallseminare
- Epidemiologie, Psychodiagnostik (Testpsychologie)
- Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitslehre, Traumlehre, allgemeine und speziel-
le Krankheitslehre einschließlich psychiatrischer und psychosomatischer Krankheits-
bilder, Untersuchungs- und Behandlungstechnik, Diagnostik einschließlich differenti-
aldiagnostischer Erwägungen zur Abgrenzung von Psychosen, Neurosen und kör-
perlich begründeten psychischen Störungen
- Indikationsstellung und prognostische Gesichtspunkte verschiedener Behandlungs-
verfahren einschließlich präventive und rehabilitative Aspekte

- 148 -
- Kulturtheorie und analytische Sozialpsychologie
Untersuchung und Behandlung
- 20 supervidierte und dokumentierte psychoanalytische Untersuchungen mit nachfol-
genden Sitzungen zur Beratung oder zur Einleitung der Behandlung
- kontinuierliche Teilnahme an einem kasuistischen Seminar zur Behandlungstechnik
- 600 dokumentierte psychoananalytische Behandlungsstunden, darunter 2 Behand-
lungen von mindestens 250 Stunden supervidiert nach jeder vierten Sitzung
- regelmäßige Teilnahme an einem begleitenden Fallseminar
36. Psychotherapie – fachgebunden –
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung fachgebundene Psychotherapie sind integraler Bestandteil der Weiterbil-
dung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie und
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung fachgebundene Psychotherapie umfasst in Ergänzung zu einer
Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung und psychotherapeutische indikationsbezo-
gene Behandlung von Erkrankungen des jeweiligen Gebietes, die durch psychosoziale Fak-
toren und Belastungsreaktionen mit bedingt sind.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in fachgebundener
Psychotherapie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte sowie der Weiterbildungskurse.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
Die Weiterbildungszeit ist unter den Weiterbildungsinhalten aufgeführt.
Die Weiterbildung findet unter Anleitung eines Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1
statt.
Weiterbildungsinhalt:
-
fachgebundene Erkennung und psychotherapeutische Behandlung gebietsbezogener Er-
krankungen
Die Weiterbildung erfolgt entweder in der Grundorientierung psychodynamisch/tiefenpsychologisch fundierte Psy-
chotherapie oder in Verhaltenstherapie.
Grundorientierung psychodynamische/tiefenpsychologische Psychotherapie:
Theoretische Weiterbildung
- 100 Stunden in Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitslehre, Psychopharma-
kologie, allgemeine und spezielle Neurosenlehre, Tiefenpsychologie, Lernpsycholo-
gie, Psychodynamik der Familie und Gruppe, Psychopathologie, Grundlagen der
psychiatrischen und psychosomatischen Krankheitsbilder, Einführung in die Technik
der Erstuntersuchung, psychodiagnostische Testverfahren

- 149 -
- Indikation und Methodik der psychotherapeutischen Verfahren
- 16 Doppelstunden autogenes Training oder progressive Muskelentspannung oder
Hypnose
- 20 Doppel-Stunden Balintgruppenarbeit
Diagnostik
- 10 dokumentierte und supervidierte Erstuntersuchungen
Behandlung
- 15 Doppelstunden Fallseminar
- 120 Stunden psychodynamische/tiefenpsychologische supervidierte Psychotherapie,
davon 3 abgeschlossene Fälle
Selbsterfahrung
- 75 Stunden Einzelselbsterfahrung oder 50 Doppelstunden Gruppenselbsterfahrung
Grundorientierung Verhaltenstherapie
Theoretische Weiterbildung
- 100 Stunden in psychologischen Grundlagen des Verhaltens und des abweichenden
Verhaltens, allgemeine und spezielle Neurosenlehre, Lern- und sozialpsychologische
Entwicklungsmodelle, tiefenpsychologische Entwicklungs- und Persönlichkeitsmodel-
le, systemische Familien- und Gruppenkonzepte, allgemeine und spezielle Psycho-
pathologie und Grundlagen der psychiatrischen Krankheitsbilder, Motivations-, Ver-
haltens-, Funktions- und Bedingungsanalysen als Grundlagen für Erstinterview, The-
rapieplanung und -durchführung, Verhaltensdiagnostik einschließlich psychodiagnos-
tischer Testverfahren
- 10 Doppelstunden Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Jacobson-Training)
- Indikation und Methodik der psychotherapeutischen Verfahren
Behandlung
- 120 Stunden supervidierte Verhaltenstherapie, davon 3 abgeschlossene Fälle
Selbsterfahrung
- 50 Stunden Einzel- bzw. Gruppenselbsterfahrungen
37. Rehabilitationswesen
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Rehabilitationswesen umfasst in Ergänzung zu einer Facharzt-
kompetenz die Einleitung und Koordination von Rehabilitationsmaßnahmen zur beruflichen
und sozialen (Wieder-)Eingliederung im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Rehabilitati-
onswesen nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsin-
halte sowie der Weiterbildungskurse.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Rehabilitationswesen ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder für Physikalische und Rehabilitative Medizin ge-
mäß § 5 Abs. 1 Satz 1
• 160 Stunden Grundkurs gemäß § 4 Abs. 8 in Rehabilitationswesen oder Sozialmedizin

- 150 -
• 160 Stunden Aufbaukurs gemäß § 4 Abs. 8 in Rehabilitationswesen
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den Grundlagen der Rehabilitationsmedizin
- der Koordination im multiprofessionellen Team einschließlich der interdisziplinären Zu-
sammenarbeit auch mit den verschiedenen Rehabilitationsinstitutionen und den Rehabili-
tationsträgern
- der Beschreibung und Begriffsbestimmung von Schaden, funktioneller Beeinträchtigung
und sozialer Auswirkung
- der Erkennung der Auswirkungen bleibender Gesundheitsschäden auf Funktion, Verhal-
ten und soziale Entwicklung einschließlich den Besonderheiten von Verläufen chroni-
scher Erkrankungen
- der Auswirkung von Behinderungen in verschiedenen Altersgruppen projiziert auf die so-
zialen Bezugsfelder
- den Verfahrensweisen und Arbeitstechniken der Rehabilitation in der ambulanten und
stationären Versorgung
- der beruflichen und sozialen Eingliederung/Wiedereingliederung und den damit verbun-
denen psychosozialen Aspekten
- der Erarbeitung von weiterführenden Rehabilitationsvorschlägen einschließlich der le-
bens-/arbeitsbegleitenden Beratung und Kooperation mit anderen Diensten
- der Patienteninformation und Verhaltensschulung sowie in der Angehörigenbetreuung
- den Grundlagen der Sozialmedizin und Epidemiologie
- den Grundlagen der medizinischen Dokumentation und Statistik
38. Röntgendiagnostik – fachgebunden –
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung fachgebundene Röntgendiagnostik sind integraler Bestandteil der Weiterbil-
dung zum Facharzt für Radiologie.
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung in der fachgebundenen Röntgendiagnostik umfasst in Ergänzung
zu einer Facharztkompetenz die Durchführung und Befundung gebietsbezogener Röntgen-
diagnostik für Skelett bzw. Thorax, Verdauungs- und Gallenwege, Harntrakt und Ge-
schlechtsorgane sowie der Mamma.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in fachgebundener
Röntgendiagnostik nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 18 Monate Röntgendiagnostik Skelett bei einem Weiterbildungsbefugten für Radiolo-
gie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 oder bei einem Weiterbildungsbefugten für Röntgendia-
gnostik - fachgebunden - gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
- 18 Monate während einer Facharztweiterbildung abgeleistet werden

- 151 -
und/oder
• 12 Monate Röntgendiagnostik Thorax bei einem Weiterbildungsbefugten für Radiolo-
gie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 oder bei einem Weiterbildungsbefugten für Röntgendia-
gnostik - fachgebunden - gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
- 12 Monate während einer Facharztweiterbildung abgeleistet werden
und/oder
• 12 Monate Röntgendiagnostik Verdauungstrakt und Gallenwege bei einem Weiterbil-
dungsbefugten für Radiologie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 oder bei einem Weiterbil-
dungsbefugten für Röntgendiagnostik - fachgebunden - gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, da-
von können bis zu
- 12 Monate während einer Facharztweiterbildung abgeleistet werden
und/oder
• 12 Monate Röntgendiagnostik Harntrakt bei einem Weiterbildungsbefugten für Radio-
logie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 oder bei einem Weiterbildungsbefugten für Röntgen-
diagnostik - fachgebunden - gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
- 12 Monate während einer Facharztweiterbildung abgeleistet werden
und/oder
• 12 Monate Röntgendiagnostik Mamma bei einem Weiterbildungsbefugten für Radiolo-
gie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 oder bei einem Weiterbildungsbefugten für Röntgendia-
gnostik - fachgebunden - gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
- 12 Monate während einer Facharztweiterbildung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
Röntgendiagnostik Skelett:
- der Durchführung und Befundung der gebietsbezogenen Projektionsradiographie
des Skeletts
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich
der Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Gerätekunde
Röntgendiagnostik Thorax:
- der Durchführung und Befundung der gebietsbezogenen Projektionsradiographie
des Thorax
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich
der Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Gerätekunde
Röntgendiagnostik Verdauungstrakt und Gallenwege:
- der Durchführung und Befundung der gebietsbezogenen Projektionsradiographie
des Verdauungstraktes und der Gallenwege
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich
der Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Gerätekunde
Röntgendiagnostik Harntrakt:

- 152 -
- der Durchführung und Befundung der gebietsbezogenen Projektionsradiographie
des Harntraktes
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich
der Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Gerätekunde
Röntgendiagnostik der Mamma:
- der Durchführung und Befundung der gebietsbezogenen Projektionsradiographie der
Mamma
- den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich
der Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
- der Gerätekunde
39. Schlafmedizin
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Schlafmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Erkennung, Klassifikation und konservative Behandlung von Störungen der Schlaf-Wach-
Regulation und schlafbezogenen Störungen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Schlafmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin und Pneumologie,
Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie oder Psychiatrie und Psychotherapie
Weiterbildungszeit:
18 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 im Schlaflabor, da-
von können
• 6 Monate während der Facharztweiterbildungen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere
Medizin und Pneumologie, Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie oder Psychiatrie
und Psychotherapie abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- schlafbezogenen Atmungsstörungen und anderen Dyssomnien, Parasomnien sowie
Schlafstörungen bei körperlichen und psychischen Erkrankungen und bei Einnahme und
Missbrauch psychotroper Substanzen und Medikamente
- den Grundlagen biologischer Schlaf-Wach-Rhythmen einschließlich deren Steuerung
- der Erfassung tageszeitlicher Schwankungen physiologischer und psychologischer Funk-
tionen
- der Atmungs- und Thermoregulation einschließlich der hormonellen Regulation des
Schlafes
- den Grundkenntnissen über Träume und andere mentale Aktivitäten im Schlaf
- ambulanten Screeninguntersuchungen bei schlafbezogenen Atmungsstörungen

- 153 -
- der Durchführung und Befundung von Polysomnographien einschließlich kardiorespirato-
rischer Polysomnographien und Videometrie
- der Messung von Vigilanzstörungen, Tagesmüdigkeit und Tagesschläfrigkeit mittels psy-
chologischer, computergestützter und polysomnographischer Test- und Untersuchungs-
verfahren einschließlich MSLT (Multiple sleep latency test)
- der schlafmedizinisch relevanten Arzneimitteltherapie
- verhaltenstherapeutischen Maßnahmen bei Insomnien, Parasomnien, Hypersomnien,
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und schlafbezogenen Atmungsstörungen,
z. B. Schlafhygiene, Schlafrestriktion, Stimuluskontrolle
- der Lichttherapie
- nasalen ventilationstherapeutischen Maßnahmen
40. Sozialmedizin
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Sozialmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Bewertung von Art und Umfang gesundheitlicher Störungen und deren Auswirkungen auf
die Leistungsfähigkeit im beruflichen und sozialen Umfeld unter Einbeziehung der Klassifika-
tionen von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, deren Einordnung in die Rah-
menbedingungen der sozialen Sicherungssysteme und die Beratung der Sozialleistungsträ-
ger in Fragen der medizinischen Versorgung.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Sozialmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
der Weiterbildungskurse.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
• 160 Stunden Grundkurs gemäß § 4 Abs. 8 in Sozialmedizin oder Rehabilitationswesen
• 160 Stunden Aufbaukurs gemäß § 4 Abs. 8 in Sozialmedizin
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- den rechtlichen Grundlagen einschließlich des Systems der sozialen Sicherheit und des-
sen Gliederung
- den Aufgaben und Strukturen der Sozialleistungsträger, z. B. Kranken-, Pflege-, Renten-
und Unfallversicherung, Arbeits- und Versorgungsverwaltung, Sozialhilfe und Sozialleis-
tungen im öffentlichen Dienst
- der Leistungsdiagnostik und den Beurteilungskriterien bei ausgewählten Krankheitsgrup-
pen
- den sozialmedizinisch relevanten leistungsrechtlichen Begriffen
- der Beurteilung gesundheitlicher Einschränkungen und ihrer Auswirkungen auf die Leis-
tungsfähigkeit im Erwerbsleben und Alltag
- der Vermittlung zwischen individueller gesundheitlicher Einschränkung und solidarisch
organisierten Rechtsansprüchen und Hilfen sowie Beratungstätigkeit

- 154 -
- den Grundlagen und Grundsätzen der Rehabilitation einschließlich des Qualitätsmana-
gements
- den Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention
- den arbeitsmedizinischen Grundbegriffen
- den Grundlagen der Epidemiologie, Dokumentation, Statistik und Gesundheitsberichter-
stattung
- der Beratung der Sozialleistungsträger in Fragen der medizinischen Versorgung
- der Erstellung sozialmedizinischer Gutachten nach Aktenlage und auf Grund von Rehabi-
litationsentlassungsberichten einschließlich Leistungsbeurteilung
- der Erstellung von Gutachten für Sozialleistungsträger unter Berücksichtigung von Fra-
gestellungen der Arbeitsfähigkeit, Erwerbsfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, Heil- und Hilfs-
mittelversorgung, Berufsförderung, Sozialgerichtsbarkeit und des Versorgungsrecht
41. Spezielle Orthopädische Chirurgie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Spezielle Orthopädische Chirurgie umfasst in Ergänzung zu einer
Facharztkompetenz die operative und nicht operative Behandlung höherer Schwierigkeits-
grade bei angeborenen und erworbenen Erkrankungen und Deformitäten der Stütz- und Be-
wegungsorgane.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Spezielle Or-
thopädische Chirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiter-
bildungsinhalte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Orthopädie und Unfallchirurgie oder Orthopädie oder Chirurgie mit
Schwerpunkt Unfallchirurgie
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Diagnostik und Indikationsstellung zur Durchführung operativer und nicht operativer
Behandlungen von schweren Deformitäten und Erkrankungen der Stütz- und Bewe-
gungsorgane einschließlich der postoperativen Überwachung
- der Durchführung operativer Eingriffe höherer Schwierigkeitsgrade an Wirbelsäule,
Schulter/Oberarm/Ellenbogen, Unterarm/Hand, Becken, Hüftgelenk, Oberschenkel,
Kniegelenk, Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuß
- plastisch-rekonstruktiven Eingriffen in Zusammenhang mit Fehlstellungen, auch ein-
schließlich Amputationen
42. Spezielle Schmerztherapie
Definition:

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Die Zusatz-Weiterbildung Spezielle Schmerztherapie umfasst in Ergänzung zu einer Fach-
arztkompetenz die Erkennung und Behandlung chronisch schmerzkranker Patienten, bei de-
nen der Schmerz seine Leit- und Warnfunktion verloren und einen selbstständigen Krank-
heitswert erlangt hat.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Spezielle
Schmerztherapie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbil-
dungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2
• 80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Spezielle Schmerztherapie
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erhebung einer standardisierten Schmerzanamnese einschließlich der Auswertung
von Fremdbefunden
- der Schmerzanalyse sowie der differentialdiagnostischen Abklärung der Schmerzkrank-
heit unter Berücksichtigung psychologischer, arbeits- und sozialmedizinischer Gesichts-
punkte
- psychosomatische Diagnostik bei chronischen Schmerzpatienten
- der eingehenden Beratung des Patienten und der gemeinsamen Festlegung der Thera-
pieziele
- den invasiven und nichtinvasiven Methoden der Akutschmerztherapie
- dem Einsatz schmerztherapeutischer Verfahren
- Schmerzbewältigungstraining einschließlich Entspannungsverfahren
- der Aufstellung eines inhaltlich und zeitlich gestuften Therapieplanes einschließlich der
zur Umsetzung des Therapieplanes erforderlichen interdisziplinären Koordination der
Ärzte und sonstigen am Therapieplan zu beteiligenden Personen und Einrichtungen
- der standardisierten Dokumentation des schmerztherapeutischen Behandlungsverlaufes
- medikamentösen Kurzzeit-, Langzeit-, und Dauertherapien sowie in der terminalen Be-
handlungsphase
Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- spezifische Pharmakotherapie
- multimodale Therapie in interdisziplinärer Zusammenarbeit
- diagnostische und therapeutische Lokal- und Leitungsanästhesien
- Stimulationstechniken, z. B. transkutane elektrische Nervenstimulation
- spezifische Verfahren der manuellen Diagnostik und physikalischen Therapie
für Gebiete mit konservativen Weiterbildungsinhalten zusätzlich:
- Entzugsbehandlung bei Medikamentenabhängigkeit
für Gebiete mit operativen Weiterbildungsinhalten zusätzlich:

- 156 -
- Denervationsverfahren und/oder augmentative Verfahren, z. B. Neurolyse, zentrale Sti-
mulation
für Gebiete mit konservativ-interventionellen Weiterbildungsinhalten zusätzlich:
- interventionelle Verfahren, z. B. plexus- und rückenmarksnahe Verfahren, Spinal Cord
Stimulation und Sympathikusblockaden
43. Spezielle Unfallchirurgie
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Spezielle Unfallchirurgie umfasst in Ergänzung zu einer Facharzt-
kompetenz die Behandlung von Verletzungen höherer Schwierigkeitsgrade und deren Folge-
zuständen sowie die Organisation, Überwachung und Durchführung der Behandlung von
Schwerverletzten.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Spezielle Un-
fallchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsin-
halte.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung für Orthopädie und Unfallchirurgie oder Orthopädie oder Chirurgie mit
Schwerpunkt Unfallchirurgie
Weiterbildungszeit:
36 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
• 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Erkennung und operativen sowie nicht operativen Behandlung von schweren Verlet-
zungen und deren Folgezuständen einschließlich Notfalleingriffen und der postoperativen
Überwachung
- der Organisation und Überwachung der Behandlung von Schwerverletzten
- den zur Behandlung von Schwer- und Mehrfachverletzten erforderlichen neurotraumato-
logischen, gefäßchirurgischen, thoraxchirurgischen und visceralchirurgischen Maßnah-
men einschließlich mikrochirurgischer Techniken und des Traumamanagements in inter-
disziplinärer Zusammenarbeit
- der Durchführung operativer Eingriffe höherer Schwierigkeitsgrade an Körperhöhlen,
Wirbelsäule, Schulter/Oberarm/Ellbogen, Unterarm/Hand, Becken, Hüftgelenk, Ober-
schenkel, Kniegelenk, Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuß
- plastisch-rekonstruktiven Eingriffen zur primären oder sekundären Versorgung ausge-
dehnter Weichteilverletzungen und deren Folgen
- der Mitwirkung bei Operationen von Höhlenverletzungen
- der Behandlung und Dokumentation im Rahmen des Verletzungsartenverfahrens
44. Sportmedizin

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Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Sportschäden und Sport-
verletzungen sowie die Untersuchung des Einflusses von Bewegung, Bewegungsmangel,
Training und Sport auf den gesunden und kranken Menschen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Sportmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 in einer sport-
medizinischen Einrichtung
oder anteilig ersetzbar durch
• 240 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Sportmedizin
und anschließend
• 120 Stunden sportärztliche Tätigkeit unter Supervision eines Weiterbildungsbefugten
in einem Sportverein oder einer anderen vergleichbaren Einrichtung innerhalb von
mindestens 12 Monaten
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- sportmedizinischen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
- den physiologischen und ernährungsphysiologischen Grundlagen der Sportmedizin
- den sportmedizinischen Aspekten des Leistungssportes
- den psychologischen Problemen des Sportes
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich der Doping-Problematik
- der sportmedizinischen Prävention und Rehabilitation
- der sportlichen Belastbarkeit im Kindes- und Jugendalter
- den gesundheitlichen Belastungen des Haltungs- und Bewegungsapparates beim Sport
- der Sportpädagogik
45. Suchtmedizinische Grundversorgung
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Suchtmedizinische Grundversorgung umfasst die Vorbeugung, Er-
kennung, Behandlung und Rehabilitation von Krankheitsbildern im Zusammenhang mit dem
schädlichen Gebrauch suchterzeugender Stoffe und nicht stoffgebundener Suchterkrankun-
gen.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Suchtmedizini-
sche Grundversorgung nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Wei-
terbildungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.

- 158 -
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
36 Monate Weiterbildung in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung bei einem
Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1
Weiterbildungszeit:
50 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Suchtmedizinische Grundversorgung
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
-
der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Suchtkrankheiten
-
der Beratung im Zusammenhang mit suchterzeugenden Stoffen und nicht stoffgebunde-
nen Suchterkrankungen
-
der Pharmakologie suchterzeugender Stoffe
-
der Entzugs- und Substitutionsbehandlung
-
der Krisenintervention
-
der Organisation der Frührehabilitation“
46. Tropenmedizin
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Tropenmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz
die Epidemiologie, Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Gesundheitsstörungen und
Erkrankungen, die mit den besonderen Lebensumständen, Krankheitserregern und Umwelt-
bedingungen in tropischen, subtropischen und Ländern mit besonderer klimatischer oder ge-
sundheitlicher Belastung verbunden sind.
Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Tropenmedizin
nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie
des Weiterbildungskurses.
Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:
Facharztanerkennung
Weiterbildungszeit:
• 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 an einer tro-
penmedizinischen Einrichtung
• 12 Monate tropenmedizinische Tätigkeit in der Patientenversorgung einer medizini-
schen Einrichtung in den Tropen oder Subtropen
• 3 Monate Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Tropenmedizin und Medizinische
Parasitologie
Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

- 159 -
- der Epidemiologie, Erkennung und Behandlung von Tropen- und Reisekrankheiten ein-
schließlich bakterieller, viraler, mykotischer und parasitärer Infektionen und Gifttierunfäl-
len
- der medizinischen Beratung vor Reisen und Auslandseinsätzen einschließlich Prophyla-
xemaßnahmen und Impfungen
- der Gesundheitswissenschaft in tropischen, subtropischen Ländern und Entwicklungs-
ländern sowie geomedizinischen Zusammenhängen
- arbeits- und umweltmedizinischen Aspekten des Auslandes einschließlich Vorsorge- und
Tauglichkeitsuntersuchungen
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laborun-
tersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
- Durchführung des mikroskopischen Nachweises von Protozoen, Würmern und Parasiten"