peak performance modeling
Wie kann man Spitzenleistungen lehr- und lernbar machen (NLP-Modeling)
von Robert A. Klaus
Für die Unterstützung von Leistungssteigerungen auf allen Ebenen menschlichen
Verhaltens gibt es jetzt neue Antworten. Bei der Konzentration auf die
Spitzenleistungen erschien das Problem manchmal unüberwindbar.
Normalerweise werden diese Probleme auf ungenügende Ausbildung, mangelnde
Eignung oder Motivation zurückgeführt. Jetzt gibt es jedoch neue Wege, die sowohl
Motivation als auch Eignung beeinflussen und somit Leistung und Ergebnisse verbessern.
Im Folgenden werden wir von „Eignung“ als innerer Leistungsstrategie
sprechen. Von unserer inneren Leistungsstrategie in bezug auf Lernen und Problemlösen
hängt nicht nur ab, wie wir die zur Durchführung einer Aufgabe nötigen Schritte ausführen,
sondern auch wie wir planen und uns auf eine Aufgabe vorbereiten.
Wenn außergewöhnlich leistungsfähige Menschen berichten, wie sie körperliche, geistige
oder psychomotorische Tätigkeiten ausüben, erwähnen sie unweigerlich wichtige Teile ihrer
inneren Leistungsstrategie. Diesen Spitzenleistern ist jedoch selten immer alles bewusst was
sie tun und die Reihenfolge, in der sie es tun. Es ist ihnen oft selbst nicht klar, woran es liegt,
dass sie ständig ausgezeichnete Ergebnisse erzielen.
Während einige verhaltensbedingte Leistungskomponenten von außen deutlich zu erkennen
sind, bleiben dem Beobachter die subtilen kognitiven und emotionellen Komponenten einer
inneren Leistungsstrategie, die zu Spitzenleistungen führen, meist verborgen, was zur Folge
hat, dass diese von „Nachahmern“ nicht angewandt werden.
Sie werden außer acht gelassen, weil sie unsichtbar oder für das menschliche Auge kaum
wahrnehmbar sind. Bei der Erarbeitung neuer Ausbildungsmethoden wurden Spitzenkräfte
beobachtet und die Ergebnisse dieser Beobachtungen in die Ausbildungsmethodik
übernommen. Dabei hoffte man, dass man damit andere dazu bringen kann, auf demselben
hohen Leistungsniveau zu arbeiten. Das ist gelungen.
Vorgehensweise
Unser Verhalten wird durch eine Reihe von Zyklen, Gewohnheiten, Strategien und
Muster bestimmt, die uns meist nicht bewusst sind.
Diese verschiedenen Verhaltensweisen bringen eine innere Leistungsstrategie hervor, die alle
Ergebnisse unserer Aktivitäten stark beeinflusst. Bei näherer Betrachtung erscheinen einige
dieser Verhaltensweisen chaotisch, zufällig und schwer zu begreifen.
Geht man im eigentlichen wie im übertragenen Sinne dagegen etwas auf Abstand, so lässt
sich ein eindeutiges und sich wiederholendes Muster erkennen. Wenn wir das Muster
entdecken, wird uns klar, dass wir nur zu nahe an der beobachteten Sache dran waren und
nicht über das entsprechende Rüstzeug verfügten, um die über das Sehen und Hören
erkennbaren Mikroverhaltensweisen ( oft frühzeitig als Intuition bezeichnet ) zu

entziffern, die uns in die Lage versetzt hätten, die bestehenden Wiederholungen zu sehen.
Diese Verhaltensmuster spiegeln sich beispielsweise in unserer Art zu lernen,
Entscheidungen zu treffen, zu arbeiten und mit anderen umzugehen wieder.
Leistungsstarke Menschen haben eine "richtige" Verhaltensstrategie, die es ihnen
erlaubt, scheinbar schwierige Aufgaben auf offensichtlich leichte und einfache Weise
durchzuführen.
Ihre Verhaltensstrategie ermöglicht es ihnen, alle für die wirksame und rationelle
Durchführung der Aufgabe nötigen verfügbaren Erkenntnisse zusammenzufassen und
sich zunutze zu machen.
Die von diesen leistungsstarken Leuten verwendete Strategie zur Erreichung dieses
hochkonzentrierten Bewusstseinszustands kann herausgefunden und kopiert werden.
Für das Einüben von Hochleistungsverhalten können deshalb die Verhaltens-
muster von Leuten dienen, die tatsächlich ausgezeichnete Leistungen erbringen.
Die Motivation des Lernenden ist der andere wichtige Leistungsfaktor, der die Qualität des
Ergebnisses bestimmt. Es ist nun möglich, die Motivationsstruktur durch ihre
Unterelemente, Wertmaßstäbe und Überzeugungen, zu verstehen.
Es gibt viele Definitionen für Wertmaßstäbe. Im Zusammenhang mit der Modellbildung kann
man die Wertmaßstäbe des kognitiven Bereichs (starke positive Vorstellungen) und des
Gefühlsbereichs (starke positive Gefühle) untersuchen.
Zum Beispiel:
Entscheidungen ( was tue ich als nächstes...) werden durch die
Wechselwirkung zwischen den Wertmaßstäben des Einzelnen, dem
anstehenden Problem und den durch die Lösung entstehenden
Anforderungen bestimmt Diese situativen Elemente schließen nach der
klassischen Motivationstheorie die Erwartungsaspekte:
Situations -Ergebnis-, Handlungs-Ergebnis- und
Ergebnis-Folgen-Erwartungen mit ein.
Bei der Entscheidungsfindung schaffen die kognitiven und emotionellen Aspekte der
Wertmaßstäbe eine Antriebskraft zum Umsetzen der Entscheidung, wenn diese aufgrund der
persönlichen Wertmaßstäbe des Lernenden getroffen wurde. Die Vorstellung, sich auf einem
gewählten Gebiet auszuzeichnen (ein starker positiver Gedanke) zusammen mit der
Erinnerung, wie man sich bei einer Spitzenleistung fühlt (ein starkes positives Gefühl)bilden
die Grundlage für die Motivation, auf dem gewählten Gebiet Hervorragendes zu leisten.
In einem hierarchischen Rahmen können Wertvorstellungen im Hinblick auf eine bestimmte
Leistung festgestellt werden. Dadurch erhalten wir Erkenntnisse über die Antriebskraft, die
den Spitzenleister motiviert.
Diese Erkenntnisse können sichtbar gemacht und an andere weitergegeben werdenund
zwar durch eine Disziplin, die wir Verhaltensmodellierung nennen. Verhaltensmodellierung
ist ein nützliches Instrument für die Erarbeitung nicht nur von Ausbildungsmethoden.
Wenn man sich dieses neue Verständnis einer ausgezeichneten menschlichen Leistung
zunutze macht, kann man die Variablen der Motivation und der inneren Leistungsstrategie in
der Ausbildungssituation genau strukturieren und strategisch einsetzen.

Ziele
Beim Einsatz einer Reihe von neu entwickelten und erprobten Techniken kann die
Verhaltensmodellierung die versteckten Komponenten der Motivation und die innere
Leistungsstrategie deutlich machen, um so Tempo und Effektivität von Ausbildung und
Leistung bedeutend zu erhöhen.
Verhaltensmodellierung arbeitet mit besonders ausgebildeten Beobachtern/Interviewern, die
Spitzenleister bei der Ausübung ihrer Tätigkeit beobachten und dabei ganz spezielle
Informationen sammeln.
Diese Informationen enthalten auch Angaben über Motivation und über die Wertmaßstäbe
und Überzeugungen der Spitzenleister und ihre innere Leistungsstrategie, durch die diese
besonderen Leute an die Spitze ihres Fachs gekommen sind.
Die Technik erlaubt den Beobachtern, Informationen zu bekommen, die ihnen die
Entschlüsselung des Mikro-Verhaltens der Betreffenden ermöglichen, von dem man bisher
annahm, dass es nichts zu bedeuten habe.
Die Verhaltensmodellierung bietet ein zuverlässiges Hilfsmittel, um die motivierenden und
inneren Leistungsstrategien von Leuten mit Spitzenleistungen zu entdecken, zu entschlüsseln,
zu bewahren, darzustellen und weiterzugeben.
Es wurden mehrere Experimente zur Bestätigung dieser Technik durchgeführt.
(Beispiele und Referenzen auf Anfrage.)
Schließlich entstehen im Rahmen der Verhaltensmodellierung noch zwei Nebenprodukte:
- Zusätzliche Kriterien für die Auswahl von Mitarbeitern und
- ein neuer Gesichtspunkt der Steigerung menschlicher Leistungsfähigkeit.
Diese Nebenprodukte erhält man durch ein besseres Verständnis der
Spitzenleistungsstruktur und der Beziehung zwischen dem Handelnden und dem Empfänger
der Leistung, hier: Arzt – Patient, Mitarbeiter – Unternehmen, Anbieter – Kunde etc etc.
Dieses Verständnis kann bei der Auswahl des geeigneten Personals für das entsprechende Ziel
eingebracht werden. Mit seiner Hilfe kann also auch ein Team geschaffen werden, in dem das
Personal seine Leistungspotentiale voll ausschöpfen kann.